Ultimatum für Florin Lovin

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Florin Lovin hat von Trainer Ewald Lienen eine verbale Watschn abbekommen.

München - Es kommt im heutigen Medienfußball nicht mehr allzu oft vor, dass sich ein Trainer öffentlich über einen eigenen Spieler mokiert. Werner Lorant war so ein Ausnahmebeispiel (schönen Gruß an Thomas Riedl!) – oder Hans Meyer (Marko Marin).

Gestern platzte auch Ewald Lienen der Kragen. Das „Opfer“ des Löwen-Trainers: Florin Lovin. Dem 27-jährigen Mittelfeld-Zugang von Steaua Bukarest gibt Lienen die Hauptschuld an der „lächerlichen“ 1:3-Heimniederlage gegen den Karlsruher SC. „Florin ist ein super Spieler, aber er hat sich taktisch auf seiner Sechser-Position so verhalten, dass wir vor der Abwehr völlig entblößt waren. Er attackiert überall und nirgendwo, anstatt dem Kleinen (Aleksandar Ignjovski, d. Red.) Rückendeckung zu geben. Er hat nicht die Ruhe, in seiner Position zu bleiben. Das ist eklatantes taktisches Fehlverhalten! Wir hatten das vorher mehrmals anders besprochen!“

Bilder und Einzelkritik vonm Löwen-Spiel

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Die durch Lovins Fehler entstandenen Räume nutzten die cleveren Karlsruher am Montagabend zum 1:1 und 1:2. Und bei diesen Einschlägen soll’s bitteschön auch bleiben. Am Freitag beim Schlusslicht in Ahlen stehen die Löwen bereits gehörig unter Druck. Lienen stellt Lovin ein Ultimatum: „Sollte er diese Fehler noch einmal machen, dann werde ich ihn rausnehmen.“ Ewald knallhart. Auch in der Offensive sollte sich – mal abgesehen von Kapitän Benny Lauth – kein Kicker in allzu großer Stammplatz-Sicherheit wiegen. „Ich bin nicht zufrieden mit unserem Spiel nach vorne“, kritisiert Lienen. „Wir erarbeiten uns viel zu wenig Chancen. Wir werden die nächsten Tage darüber nachdenken, wie wir das Offensivspiel organisieren.“ Alternativen gibt es zur Genüge. Sascha Rösler, Manuel Schäffler, Ardijan Djokai und Stefan Aigner würden sich anbieten. Doch entscheidend wird die taktische Disziplin sein. „Gut aufgestellte, aggressive Mannschaften, machen uns Probleme“ hat Lienen erkannt. Nun hat Ahlen sicher nicht die individuelle Qualität des TSV 1860, doch kämpfen und rennen können auch die Westfalen, wie sie beim 2:1-Sieg über die Löwen am dritten Spieltag der vergangenen Saison bewiesen.

Das sind Ewald Lienens Notizen

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Benny Lauth ist gewarnt: „Ahlen wird ein hartes Stück Arbeit. Unser Start ist bisher bescheiden. Nur mit einem Sieg am Freitag können wir die Situation wieder normalisieren. Wir müssen gewinnen, damit wir wieder dabei sind. Wir haben es letztes Jahr nach dem Fehlstart erlebt, wie mühselig es ist, hinterherzulaufen.“ Damals kamen die Löwen trotz eines Hochs im Oktober nicht mehr auf Touren, so weit darf es heuer nicht kommen. Lauths Warnung: „Wir dürfen den Anschluss nicht verlieren.“ Wer hätte vor zwei Wochen an solche Sätze gedacht?

Ludwig Krammer

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