Haching-Schreck Mölders sammelt Kräfte

Blues-Brothers-Affäre geklärt - jetzt will 1860 mal wieder den Sportpark stürmen

Spieltag zum Vergessen: Löwen und Haching überbieten sich im Auslassen von Großchancen. Nach den Ergebnissen vom Mittwoch bereiten sich nun beide Teams auf ihr Duell der Enttäuschten vor (Montag, 19 Uhr). Zuvor jedoch entschuldigt sich 1860 ein weiteres Mal beim 1. FC Saarbrücken...

Wenigstens das: Haching und Sechzig haben jetzt zwei Tage mehr Zeit als die meisten Drittliga-Rivalen, um ihre Wunden zu lecken. Für die Derby-Kontrahenten vom kommenden Montag war es ansonsten ein Unter-der-Woche-Spieltag zum Vergessen. Beide hatten ein Heimspiel, beide zahlreiche Großchancen – beide standen am Ende ohne Punkte da.

Die SpVgg Unterhaching unterlag einem Gegner, der sieglos und mit größtmöglicher Verunsicherung angereist war: Duisburg hatte 17 Tage Corona-Pause, einige Topspieler nicht an Bord – und entführte trotzdem drei Punkte aus dem Sportpark (1:0). Und die Löwen? Die mussten ebenfalls dem Gegner den Sieg überlassen (1:2) – weil sich Saarbrücken in jeden Zweikampf warf, als stünde wie 2018 der Aufstieg auf dem Spiel. Somit ist klar: Es kommt am Montag zu einem Duell der Deprimierten.

Schauplatz Sechzig

Sportlich stand am Tag danach Regeneration auf dem Programm. Kapitän Sascha Mölders, 35, dürfte Erholung am nötigsten haben – der Dauerbrenner stand in jedem der sechs Saisonspiele von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz und ist unverzichtbar für den Löwen-Plan, erneut den Sportpark zu stürmen: Sein Last-Minute-Siegtor vor einem Jahr hat sich tief in die Hachinger Seele eingebrannt, nicht nur bei Präsident Manni Schwabl, dem das traumatische 2:3 in der Nachspielzeit bis heute keine Ruhe lässt. Schon der Name Mölders auf dem Spielberichtsbogen dürfte ausreichen, um Schnappatmung in den Reihen der SpVgg auszulösen.

Ansonsten mussten sich die Löwen ein weiteres Mal bei den siegreichen Saarbrückern entschuldigen. Michael Köllner hatte dies nach dem Spiel auf seine Weise getan, als ihm sein Trainerkollege vorwarf, Elfmetersünder Uaferro als „doof“ bezeichnet zu haben. O-Ton Köllner: „Wir waren selber doof.“ Gestern ging es dann erneut um Lukas Kwasniok – weil der FCS-Coach zum Erstaunen der Facebook-Follower mit Sonnenbrille und Blues-Brothers-Hut auf dem Pressepodium zu sitzen schien. Versehentlich habe man Kwasniok „mit einem Filter überzogen, die Szene aber sofort gelöscht“, schrieb 1860 an die Adresse des FCS: „Sorry, aber wir denken, die drei Punkte sind Euch lieber als ein perfektes Video.“

Und was sagte Köllner nach der ersten Niederlage im sechsten Spiel? „Wir müssen unsere Lehren daraus ziehen, gut regenerieren und am Montag in Unterhaching wieder angreifen.“

Schauplatz Haching

Nachdem Arie van Lent, 50, bisher als freundlicher Holländer in Haching aufgetreten war, könnte nun erstmals die viel zitierte Peitsche gefragt sein. „Ich denke, dass es eine gute spielerische Leistung war“, kommentierte der Schromm-Nachfolger bei Magenta Sport die unnötige Duisburg-Pleite: „Das zieht sich seit sechs Spieltagen durch, dass wir aus vielen Chancen keine Tore machen. Das ärgert mich schwarz, weil so gewinnst du kein Spiel.“ Und erst recht kein Derby.

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