Funkel soll Vorteile ausspielen

Warum Heynckes bei 1860 als Vorbild dient

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Das Triple wie Jupp Heynckes wird Friedhelm Funkel wohl vorerst nicht holen. Aber beide sollen ähnliche Stärken ausspielen.

München - Friedhelm Funkel soll die Löwen nach oben führen. Ein Trainer alter, gar veralteter Schule? Quatsch, befindet Florian Hinterberger - und führt Jupp Heynckes an.

Der Jugendwahn hat auch vorm Trainermarkt nicht Halt gemacht. In den meisten Stellenbeschreibungen der Profiklubs steht zwischen den Zeilen eine Altersgrenze. Dass auch U50-Coaches nicht vor Misserfolg gefeit sind, zeigen allerdings die Franco Fodas und Bruno Labbadias.

Die Löwen haben mit Friedhelm Funkel einen 59-Jährigen verpflichtet. Doch Sportchef Florian Hinterberger wehrte sich gegen Vorurteile. "Ich bin kein Mensch, der in Schubladen denkt. Alte Schule, Betonfußball – das ist Halbwissen und Geplapper. Wenn man sich mit Funkel im Detail befasst, dann sieht man, wie viele junge Spieler er zu Profis geformt hat." Hinterberger führte dafür "Alex Meier, Marco Russ, Matthias Ostrzolek, Christoph Kramer, der jetzt in Gladbach spielt und den auch wir gerne haben wollten" an.

Der "Aufstiegsmacher": Funkels Karriere in Bildern

Der "Aufstiegsmacher": Funkels Karriere in Bildern

Am Sonntag um 14 Uhr wurde Friedhelm Funkel in einer Pressekonferenz in Münchner "Rilano Hotel" als Löwen-Coach vorgestellt. Der 59-Jährige soll 1860 München in die erste Liga führen. Und Aufstiegserfahrung hat er genug, wie seine Karriere beweist. © dpa
Seine erfolgreichste Zeit als Spieler und Trainer erlebte Funkel bei Bayer 05 Uerdingen. Mit dem mittlerweile Regionalligisten holte Funkel 1985 sogar den DFB-Pokal. Sein einziger Titel im Profi-Bereich. © picture alliance / dpa
Als Trainer schaffte er es, Uerdingen in die Bundesliga zu führen. Sowohl 1992 als auch 1994 gelang ihm der Aufstieg. © picture-alliance / dpa
Anschließend ging er von 1996 bis 2000 nach Duisburg, wo er 1998 im DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern verlor und die Zebras ebenfalls den Sprung in die höchste deutsche Liga schaffte. © picture-alliance / dpa
Sein vierter Aufstieg folgte dann 2003 beim 1. FC Köln. Bei den Geißböcken war Funkel jedoch nur ein Jahr. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Seine nächste und mitunter längste Trainerzeit verbrachte der gebürtige Neusser bei Eintracht Frankfurt. Mit den Hessen schaffte er 2005 - natürlich - auch den Aufstieg. © picture-alliance/ dpa
Nach einem kurzen Intermezzo bei Hertha BSC, ging es für den ausgebildeten Großhandelskaufmann wieder zurück in den Westen ins Ruhrgebiet. Dort sollte er den VfL Bochum in die erste Liga führen, allerdings blieb Funkel nur ein Jahr ... © picture alliance / dpa
... und übernahm anschließend den mittlerweile insolventen Traditionsverein Alemannia Aachen. Auch dort verlief die Saison nicht nach Wunsch, weshalb sich die Schwarz-Gelben schon bald wieder von Funkel trennten. Jetzt versucht er sein Glück also in München. © picture alliance / dpa

Auch im Kicker entkräftet Hinterberger nun sämtliche Unkenrufe, die Löwen hätten mit Funkel einen altmodischen -Trainer geholt. Das Beispiel Jupp Heynckes zeige, wie reife Trainer an Wert gewinnen können. "Heynckes ist auch sehr lebendig geworden", so Hinterberger. "Diese Generation ist moderner, als man denkt. Und gerade im zwischenmenschlichen Bereich sind diese Trainer mit ihrer Erfahrung ein Gewinn." Auffällig: Funkel suchte in den ersten Tagen oft das Gespräch mit seinen Spielern. Bei den Profis scheint er also anzukommen.

lin

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