Werner Lorant: So verlor ich mein Vermögen

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Werner Lorant.

München - Werner Lorant (62), der einstige Erfolgstrainer des TSV 1860, hat Millionen verdient – und noch mehr verloren.

Die tz berichtete mehrfach über die Geldsorgen der Trainerlegende. Jetzt spricht der einstige Fußball-Millionär erstmals darüber, wie er sein Vermögen verlor. In der "Bild-Zeitung" berichtet er, wie es soweit kommen konnte: Der Anfang vom Abstieg sei 2001 seine Entlassung bei den Löwen gewesen. Nach zehn Jahren Erfolgsgeschichte in München folgten viele Stationen in vielen Ländern, wie der Türkei, Südkorea, Zypern und Solwakei.

Insgesamt zehn Jahre tingelte Lorant durch die Welt – für ihn einer der Gründe für die Pleite: „Ich war doch nie da, ich konnte mich um nichts kümmern“, sagte er. Von seinem vielen Geld ist ihm nichts geblieben. In seiner 500 Quadratmeter großen Villa in Dorfen wohnt Lorant nach der Zwangsversteigerung zur Miete: „Nur über meine Leiche gehe ich hier raus. Das Haus bedeutet mir alles. Hier wurden meine Söhne geboren.“ Wert der Villa: über eine halbe Million Euro.

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Doch selbst nach der Zwangsversteigerung warten noch mehrere Gläubiger auf ihr Geld. Wie die Trainer-Legende die Millionen in den Sand gesetzt hat? Unter anderem verspekulierte er sich mit Ost-Immobilien, wie vier Wohnungen in Dresden, die er 1992 für zwei Millionen Euro kaufte, ohne sie je gesehen zu haben. Mit einer Million Verlust musste er wieder verkaufen. Der vermeintlich heiße Tipp des inzwischen verstorbenen 1860er-Präsidenten Karl-Heinz Wildmoser entpuppte sich als siebenstelliger Reinfall. „Wildmoser kann nichts dafür“, verteidigt Lorant den verstorbenen Freund. „Ich bin selber schuld.“

Auch eine Immobilie im Süden brachte Lorant kein Glück: Die Ferien-Villa, die er sich in Spanien für mehr als eine Million Euro zulegte, will er laut Bild bis März verkauft haben. Lorant: „Dann kann ich Schulden bezahlen und sehe wieder Land.“ Verlust machte Lorant übrigens nicht nur an Land, sondern auch auf hoher See. Er ließ sich von seiner Sparkasse einen Schiffs-Fonds für 250 000 Euro aufschwatzen. Heute bereut er’s: „Totaler Blödsinn. Was habe ich mit Schiffen am Hut?“

Und er bereut seine Stationen in China und der Slowakei. „Allein von den Chinesen kriege ich noch 180 000 Euro.“ Doch Werner Lorant schämt sich nicht wegen seiner Finanzprobleme. Hartz IV beantragen „kommt nicht in Frage“. Ehefrau Doris gibt Nachhilfe und bessert damit die Haushaltskasse auf. Für Frau und Kinder findet er es trotzdem schade: „Für sie tut es mir leid.“

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