"Wir sind morgen nicht tot - und übermorgen auch nicht"

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Dieter Schneider (l.) und Franz Maget feilen noch an der Rettung

München - Aus der geplanten "Punktlandung" des TSV 1860 wird höchstens noch eine Notlandung - oder doch der Crash? Die Löwen-Verantwortlichen brauchen wohl doch noch mehr Zeit. Das dürfte Folgen haben.

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Aus der geplanten „Punktlandung“, von der Löwen-Präsident Dieter Schneider und und Geschäftsführer Robert Schäfer in den vergangenen Tagen immer wieder mal gesprochen hatten, wird nichts mehr. Die hätte am Donnerstag stattfinden müssen. An diesem Tag hatten die Verantwortlichen des TSV 1860 eigentlich das Rettungspaket präsentieren wollen, das den Verbleib für die laufende sowie die kommende Saison im Profigeschäft sicherstellen sollte.

Jetzt wird’s höchstens noch eine Notlandung – oder doch der Crash? Aber auch über diesen Zeitpunkt war man sich am Donnerstag in der Löwen-Führung nicht einig. Während Präsident Schneider davon sprach, dass bis zum Freitag alles unter Dach und Fach müsse, erklärte sein Vize Franz Maget am Vormittag am Trainingsgelände: „Wir haben noch ein paar Tage Zeit.“

Rückfrage: Warum? Maget: „Weil wir noch Zeit brauchen.“ Den Freitag hält der 57-Jährige als entscheidenden Tag nicht für relevant. „Wir sind morgen nicht tot, und übermorgen auch nicht.“ Kann der TSV 1860 aber tatsächlich noch auf Zeit spielen? Auch am Donnerstag, am letzten Tag des Monats, waren die Märzgehälter (knapp 450 000 Euro) noch nicht ausgezahlt, weil der Verein derzeit absolut zahlungsunfähig ist.

Wie die tz erfuhr, verlangt die DFL aber an diesem Freitag einen Liquiditätsnachweis über 1,7 Millionen Euro – die Gehälter bis zum Ende der Saison im Juni. Dieses Geld aber kann der TSV 1860 nur aufbringen, wenn das gesamte Rettungspaket über acht Millionen Euro geschnürt werden kann. Es gibt verschiedene Modelle mit Banken (Bürgschaften bzw. Anteileüberschreibung) und Investoren.

Ein Scheich aus Abu Dhabi soll Interesse daran haben, bei 1860 einzusteigen. Aber ob diese Variante, die mit Sicherheit sehr streng von der DFL geprüft und kontrolliert werden würde, bis Freitag hinzubekommen ist? Möglicherweise sprach Maget deshalb davon, dass man noch ein paar Tage Zeit brauche.

Was aber ist dann mit dem bis Freitag fälligen Liquiditätsnachweis bei der DFL? Präsident Schneider sagte am Donnerstag auf die Frage, was geschehen würde, wenn das Rettungspaket nicht bis Freitag geschnürt werden könne: „Dann wird’s eng.“ Was bedeutet eng? Der Löwen-Boss: „Punktabzug durch die DFL.“

Und wenn auch in den von Maget angesprochenen „paar Tagen mehr Zeit“ die Lösung nicht geschafft werden sollte, bliebe dem TSV 1860 nichts anderes übrig, als Insolvenz anzumelden. Das würde bekanntlich von einem Teil der Löwen-Fans sogar begrüßt. Sie wollen weg vom „Beatmungsgerät“ FC Bayern und nicht länger als Mieter in dessen Allianz Arena herhalten.

Die Wut dieser Leute bekam Franz Maget am Sonntag bei der Mitgliederversammlung in Milbertshofen zu spüren. „Dass mich jemand als rote Sau beschimpft, bin ich als SPD-Politiker ja gewohnt“, sagte er, „ aber im Zusammenhang mit dem Fußball stellt dieser Ausdruck für mich absolut eine Beleidung dar…“

Claudius Mayer

Quelle: tz

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