Wird Kastenberger Löwen-Präsident?

Dr. Josef Kastenberger

Der Löwen-Gipfel heute abend könnte sich bis nach Mitternacht hinziehen. Wenn eine Entscheidung gefallen ist, lesen Sie diese heute nacht noch bei tz online.

Die meisten anderen Vereine hierzulande beschäftigen sich derzeit damit, die neue Saison sportlich zu planen, Transfers zu tätigen, alles mögliche zu unternehmen, um die Fans zufriedenzustellen. Beim TSV 1860 ist das wieder mal anders.

Da treffen sich heute Abend im dritten Stock der Geschäftsstelle an der Grünwalder Straße Präsidium und Aufsichtsrat, um zu überprüfen, ob der Verein noch am Leben erhalten werden kann. Und wenn ja, dann wie lange.

Offiziell, so heißt es, diene die Aufsichtsratssitzung dazu, um zu überprüfen, in welcher wirtschaftlichen Lage sich der Verein befindet. Nachdem alle Teilnehmer sich schnell auf den Befund „sauschlecht“ geeinigt haben dürften, wird man dazu übergehen, sich wieder mal den personellen Rochaden zuzuwenden. Im Mittelpunkt Präsident Albrecht von Linde, der wahrscheinlich seinen letzten Tag als Vereinschef erleben wird. „Der Druck auf ihn wird so groß sein, dass er wohl sofort zurücktritt“, glaubt einer der Teilnehmer.

Die Köpfe hinter dem Löwen-Chaos

Die Köpfe hinter dem Löwen-Chaos © dpa/sampics/Schlaf
Der Geschäftsführer: Stefan Reuter (41), Fußball-Weltmeister 1990. Seit Januar 2006 hauptamtlich bei den Löwen, seit dem Ziffzer-Rauswurf der starke Mann im operativen Geschäft. Muss jetzt seine Klasse beweisen. © dpa
Der EX-Geschäftsführer: Dr. Stefan Ziffzer ist am 11. Mai 2008 der Kragen geplatzt. In seiner Wut-Rede am 11. Mai 2008 attackierte er das Präsidium. Das kostete ihn seinen Job. © sampics
Der EX-Präsident: Dr. Albrecht von Linde war von März 2007 bis Mai 2008 im Amt. Er musste als Folge der Führungskrise seinen Hut nehmen. © sampics
Der EX-Vize-Präsident: Karsten Wettberg, führte die Löwen als Trainer in der Saison 1990/1991 in die zweite Liga und verdiente sich dadurch den Fan-Titel "König von Giesing". © Schlaf
Der EX-Vize: Franz Maget (54), Chef der Münchner SPD und der SPD-Landtagsfraktion. Seit September 2007 Vizepräsident, trug die fristlose Entlassung von Geschäftsführer Stefan Ziffzer mit. © dpa
Der Oberbürgermeister: Christian Ude (60), Mitglied in den Aufsichtsräten von Verein und KGaA. © dpa
Der Trainer: Marco Kurz. Der Löwen-Coach übernahm den Posten von Walter Schachner. In seiner ersten Trainersaison führte er das Profi-Team auf Platz 8, im zweiten knapp am Abstieg vorbei. © dpa
Der Mannschaftskapitän: Danny Schwarz (33) führt das junge Löwen-Team an. © dpa
Das Maskottchen: Der Löwe steht vor der Geschäftsstelle und ist unverwüstlich, unumstritten, unentlassbar, chaosresistent und der einzige Löwen-Offizielle, dem noch keiner die Schuld am Niedergang gegeben hat. © dpa

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Und der Nachfolger steht schon auf der Matte. Wie die tz erfuhr, will der Münchner Unternehmer Dr. Josef Kastenberger (JK Wohnbau) neuer Präsident werden. Als einer seiner Vizepräsidenten ist Klaus Josef Lutz (künftiger Vorstandschef der Baywa) vorgesehen. Zur Crew gehört auch der ehemalige O2-Chef Rudi Gröger, der einen Sitz im Aufsichtsrat erhalten soll. Aufsichtsratschef Dr. Peter Lutz ist nach einem dreistündigen Gespräch mit Kastenberger (53) über die Einzelheiten informiert, wird seinen Räten die neuen Kandidaten heute vermitteln. Zu Kastenbergers Team gehört auch Frank Fleschenberg, der sich vor wenigen Tagen in seinem Grünwalder Büro mit 1860-Geschäftsführer Stefan Reuter mehrere Stunden unterhielt und ihm das mögliche neue Präsidium schmackhaft zu machen versuchte. Reuter, so hieß es, soll sehr angetan gewesen sein. Fleschenberg (59) war vor 20 Jahren bereits für ein halbes Jahr bei1860 als Manager tätig und soll für Kastenberger & Co. als Berater arbeiten.

Geht das neue Präsidium durch, bedeutet das wohl das Ende von Vize Karsten Wettberg und vielleicht auch Franz Maget. Wettberg wird heute auf der Sitzung eine Investorengruppe (zu ihr gehört auch der Ex-Löwen-Profi Micky Stevic) präsentieren, die bereit sein soll, dem Verein mit viel Geld unter die Arme zu greifen. „Und zwar fünf bis sechs Millionen Euro sofort“, sagte Wettberg. „Damit kann der Vorwurf, dass ich meine Versprechen nicht halten würde, nicht mehr aufrechterhalten werden.“

Ein weiterer Verbleib von Wettberg könnte aber durchaus möglich sein, wenn Flughafen-Prokurist Rainer Beeck (derzeit Aufsichtsrat) zum Präsidenten gekürt wird. Seine Chancen sollen ebenfalls nicht schlecht stehen. Wie zu hören war, könnten sich beide Fanlager mit ihm arrangieren.

Quelle: tz

Quelle: tz

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