„Ohne Heimsupport stirbt Sechzig!“

Neue 1860-Gruppierung will für Stimmungswende sorgen

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Leere Plätze in der Nordkurve: Nach der Auflösung der großen beiden Ultra-Gruppierungen klafft eine Lücke in der 1860-Kurve.

München - Zeitenwende in der Löwen-Nordkurve? Eine neue Fan-Gruppierung will die nach der Auflösung der Ultras abhanden gekommene Stimmung in der Fankurve beim TSV 1860 neu anheizen.

Im Sommer kam beim TSV 1860 der große Umbruch. Dass der Verein in Person von Hauptgesellschafter Hasan Ismaik kräftig in die Mannschaft investieren würde und sich das Gesicht der Mannschaft grundlegend verändern würde, war klar. Doch auch die Fanszene der Löwen erlebte einen Wandel - im negativen Sinne. Die beiden größten Ultra-Gruppierungen „Cosa Nostra“ und die „Giasinga Buam“ gaben ihre Auflösung bekannt. Seither fehlt den Löwen das, was sie jahrelang auszeichnete: Lautstärke in der Allianz Arena. Doch das schmerzende Bild eines leeren Stimmungszentrums in der Nordkurve soll zeitnah Geschichte sein.

Eine neue Gruppe hat sich formiert und erstmals beim Rückrunden-Auftakt am vergangenen Freitag gegen Greuther Fürth (2:1) versucht, das Löwen-Herz in der Kurve wieder schlagen zu lassen. Sie nennt sich „Royal Blues 1860“ und will gegen die „desolate Situation unserer Fanszene in der Hinrunde“, die als „schlichtweg unwürdig“ deklariert wird, vorgehen. Ihr Appell an die Fanszene: „Ohne Heimsupport stirbt Sechzig!“

Auf Ihrer Webseite schreibt die neue formierte Gruppierung weiter: „Da eine Rückkehr der ehemaligen Ultras zu den Heimspielen auch nach über einem halben Jahr nicht absehbar ist, wollen wir nun als schnell und stetig wachsende Gruppierung mit derzeit über 30 Mitgliedern vor allem heimstark agieren und unseren Verein wann immer wir es können mit Leib und Seele auch in der Arena nach vorne peitschen.“ Bereits beim Auswärtsspiel in Stuttgart im Oktober (1:2) gab es Flyer, auf denen von einer „Umstrukturierungsphase“ und einer möglichen Rückkehr der Hardcore-Fans geschrieben wurde.

Die „Royal Blues 1860“ sind sich im Klaren, „dass wir anfangs Widerstand aus der eigenen Szene erfahren werden“. Dennoch seien die Mitglieder „der festen Überzeugung, dass unsere Spieler nichts für die bestehende Situation der Stadionproblematik, die von der alten Fanszene immer wieder als Motiv für das gänzliche Einstellen des Heimsupports aufgebracht wurde, können und somit nach wie vor mindestens denselben Support wie zuvor aus der Nordkurve verdient haben. Nur zusehen und auf stur schalten ist auch keine Lösung der Stadionproblematik. Dass der Stimmungsboykott weder für den Investor noch für die Vereinsführung ein effektives Druckmittel ist, sieht man seit Woche und Monaten eindrucksvoll.“ Der Fokus der neuen Gruppierung soll zunächst auf den Heimspielen der Profis und Amateure liegen.

Fakt ist: Die Löwen brauchen ihre Fans, sie waren der mitunter ausschlaggebende Faktor in den Abstiegskämpfen der vergangenen beiden Jahre und vor allem bei der Relegation 2015.

fw

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