Wojtkowiak-Frau bittet um andere Nummer

München - Aufstieg ist sein Ziel: Am Mittwoch stellte sich 1860-Zugang Grzegorz Wojtkowiak den Fragen der Journalisten. Doch auch seine Ehefrau hatte da noch eine.

Die Presserunde löst sich gerade auf, da hat Magda Wojtkowiak noch eine Frage. Ob es vielleicht möglich wäre, dass ihr Mann, 1860-Zugang Grzegorz Wojtkowiak statt der Rückennummer 3 die 22 bekommt? Schließlich habe ihm die schon bei Lech Posen zuverlässig Glück gebracht…

Grzegorz Wojtkowiak mit seiner Magda

Hmm, da kommt Reiner Maurer ins Schlingern: „Die 22“, sagt er, „die ist bei uns schon vergeben – an Timo Ochs. Da müssen wir drüber reden.“ Mit welcher Nummer der Neu-Löwe in die Saison geht, ist also noch unklar. Schlussgag von Sportchef Florian Hinterberger: „So lange du mit Timo nicht die Positionen tauschst, Schegorsch, ist alles okay.“ Schließlich suchen sie bei 1860 ja keinen Torwart, da haben sie schon drei im Stall. Dafür brauchen sie nach den Abgängen von Volland, Aigner, Rukavina, Rakic und Buck praktisch alles andere. „Vier, fünf Spieler sollen noch kommen“, sagt Hinterberger. Problem: Noch ist nichts fix. Lösung: Den Spieler präsentieren, der schon fix ist: Wojtkowiak eben.

Und da sitzt er nun, der Schegorsch, im dritten Stock der 1860-Geschäftsstelle. Mit einem Dolmetscher, seiner Magda, Maurer, Hinterberger – und einer Handvoll Reporter. „Bis Freitag“ habe er noch frei von der Nationalmannschaft, lässt er eingangs übersetzen. „Da habe ich die Gelegenheit genutzt, in München gleich einige Dinge zu erledigen“.

Die Wohnungssuche zum Beispiel. „Was mit Garten und Gästezimmer“ solle es sein. Der Garten für die zweijährige Tochter Lena, das Gästezimmer für die Verwandtschaft. Denn: „Ich bin ein Familienmensch.“

Ein vielbeschäftigter. Als Kapitän von Lech Posen reichte es für Wojtkowiak zum Abschied zwar nur zu Platz vier, die Europa-League wurde verpasst, doch ein Platz im polnischen EM-Kader sprang für ihn trotzdem heraus. Als Backup für Dortmunds Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek wird er ins Turnier gehen, auch für die Innenverteidigung gilt er als Option. Bei 1860 ist Wojtkowiak freilich als Fixstarter eingeplant, aller Voraussicht nach als Rukavina-Ersatz rechts hinten. „Kopfballstärke, Erfahrung und eine gute Spieleröffnung“, attestiert ihm Trainer Maurer. Da soll’s an der Fitness nicht scheitern. Sieben bis zehn Tage Urlaub gönnt der Coach seinem einzigen EM-Fahrer. Und viele „Erfolgserlebnisse“. Bloß nicht zu viele. Maurer schmunzelnd: „Aus rein egoistischen Gründen hoffe ich nicht, dass Polen das EM-Finale bestreiten wird.“ Schließlich würde Wojtkowiak dann mehr als die halbe Vorbereitung bei 1860 verpassen.

Eine durchaus nicht unproblematische Situation für einen neuen Spieler, einen ausländischen dazu. Doch Wojtkowiak macht nicht den Eindruck, als ob er schwer zu integrieren wäre. Im Gegenteil. „An ihm ist nichts Gestelltes, nichts Arrogantes“, versichert Maurer. Dafür viel Höfliches. „Aufstieg“ sei sein Ziel, sagt er. Und „natürlich“ seien die Löwen in Polen bekannt: „Seit Piotr Nowak ist 1860 sehr stark im polnischen Bewusstsein.“

Bleibt das Verständigungsproblem. Einstweilen behilft man sich mit Englisch. „Aber ich will die Sprachbarriere schnell überwinden und Deutsch lernen“, sagt Wojtkowiak.

„Nummerntausch“ wäre keine schlechte Vokabel für den Anfang…

lk

Quelle: tz

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