Wundertüte 1860: Maurer plant fünf Wechsel!

Reiner Maurer
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Trainer Reiner Maurer plant fünf Wechsel

München - Trainer Reiner Maurer muss mit den Löwen am Freitag in Osnabrück was reißen. Die Mannschaft gleicht einer Wundertüte. Maurer plant fünf Wechsel - auch Stefan Aigner droht die Bank.

Kai Bülow, Daniel Bierofka und Djordje Rakic gesperrt, Stefan Bell verletzt, dazu der Wiedergutmachungs-Druck nach zwei verlorenen

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Heimspielen in Folge – nein, Reiner Maurer ist nicht zu beneiden in diesen Tagen. Am Freitag ab 18 Uhr muss der Löwen-Trainer mit seiner Mannschaft was reißen in Osnabrück. Bei einer erneuten Niederlage könnte es für die Sechziger schon heißen: Willkommen im Abstiegskampf!

Auf fünf Zähler könnte der Vorsprung des TSV auf den Abstiegs-Relegationsplatz schlimmstenfalls zusammenschmelzen. Die Klubführung ist alarmiert. „Solche blutleeren Auftritte wie gegen Paderborn oder Bochum dürfen sich nicht wiederholen“, sagte Sanierungschef Dieter Schneider der tz vor dem Krisengipfel am Dienstag. „Ich erwarte von der Mannschaft am Freitag in Osnabrück ein Zeichen!“

Die Mannschaft – sie wird eine Wundertüte sein am Freitag an der Bremer Brücke. Für Kai Bülow wird Mate Ghvinianidze spielen, für Stefan Bell könnte Stefan Buck nach innen rücken, dessen Linksverteidiger-Posten dann Aleksandar Ignjovski zufiele. Dominik Stahl gab im Training am Mittwoch den zweiten Sechser neben Florin Lovin, die Flügelzange bildeten Kevin Volland auf links (für den gesperrten Bierofka) und – Überraschung! – Tarik Camdal auf rechts für den gegen Bochum indisponierten Stefan Aigner.

Wood, Manga, Imbongo: Das ist die neue Löwen-Zukunft

Wood, Manga, Imbongo: Das ist die neue Löwen-Zukunft

Auf Markus Ziereis hält Reiner Maurern große Stücke: "Ziereis bewegt sich sehr gut und hat eine unglaubliche Nase für gefährliche Situationen." © sampics
David Manga war in der vergangenen Saison der Leistungsträger bei der U23. Elf Vorlagen und fünf Tore kann der 21-Jährige vorweisen. Unter Ex-Coach Lienen trainierte Manga schon bei den Profis mit. © Sampics
Dimitry Imbongo Boele kam 2008 aus Frankreich zu den Löwen. In der vergangenen Saison schoss er in 16 Spielen sechs Tore für die zweite Mannschaft. Stoffers glaubt: Boele wird der neue Mlapa. © Sampics
Eigentlich hatte Manuel Schäffler den Sprung zum Stammspieler bereits geschafft. Doch unter Ewald Lienen war der 21-Jährige bei den Löwen nicht mehr erste Wahl. © getty
Trotz des Trainerwechsels packte Schäffler seine Sachen und will nun beim MSV Duisburg Spielpraxis sammeln. Dorthin ist er für ein Jahr auf Leihbasis gewechselt. © getty
Aleksandar Ignjovski besticht auf dem Spielfeld mit seiner Übersicht. Der serbische U19-Nationalspieler ist im defensiven Mittelfeld gesetzt. © Sampics
Ignjovski ist auf dem Transfermarkt heiß begehrt. Wird es seine letzte Saison bei den Löwen? Der AC Florenz besitzt ein Vorkaufsrecht. © getty
Sandro Kaiser hat sich in kürzester Zeit in die Herzen der Löwenfans gespielt. Unter Ewald Lienen stand Kaiser immer wieder in der Stammelf. © Sampics
Kaiser kam 2001 zu den Löwen. Sein Vertrag läuft noch bis 2012. © getty
Neben Sandro Kaiser durfte auch Tarik Camdal in der  vergangenen Saison immer wieder Profiluft schnuppern. © getty
Trotz seines Alters gehört das junge Talent bereits zu den Geheimwaffen beim TSV. Ob ihm in dieser Saison der Durchbruch gelingt? © getty
Lange Zeit musste Emanuel Biancucchi auf seinen ersten Einsatz im Löwendress warten. Seit dieser Saison gehört er endgültig zum Profikader. © Sampics
Miki Stevic verlängerte seinen Vertrag bis 2012. © getty
Wer kennt ihn nicht bei den Löwen? „Das ist  doch der, der gegen den Ribéry gespielt hat“, heißt es oft. Nach dem Pokal-Auftritt von Benny Schwarz gegen den französischen Nationalspieler war der Löwe in aller Munde. © getty
Der Linksverteidiger war lange verletzt. Nach einem Streit mit Ewald Lienen stand Schwarz auf dem Abstellgleis. Nach einem halben Jahr in Unterhaching will sich Schwarz in der Vorbereitung wieder in die erste Mannschaft spielen. © getty
Der Deutsch-Albaner Kushtrim Lushtaku fand in der vergangenen Saison den Weg an die Isar. Er überzeugte Ex-Trainer Ewald Lienen im Probetraining. © Sampics
Auf einen Einsatz in der zweiten Liga wartet Lushtaku immer noch. © getty
Christopher Schindler ist bei den Löwen ein Urgestein. Er kickt bereits seit der E-Jugend beim TSV 1860. Bei Trainingsauftakt durfte der 20-Jährige bereits mit den Profis trainieren. © Sampics
Tobias Strobl (20) ist gebürtiger Münchner. Der Defensiv-Spezialist sollte in der kommenden Saison auf Leihbasis für Unterhaching spielen, ein Engagement zerschlug sich. © Sampics
Björn Bussmann gilt in Deutschland als großes Torwart-Talent. Der 19-Jährige stand schon in England im Nachwuchs der Blackburn Rovers zwischen den Pfosten. © Sampics
In dieser Saison ist Bussmann hinter Gabor Kiraly und Phillipp Tschauner als dritter Torwart eingeplant. © Sampics
Vitus Eicher ist seit 2000 bei den Löwen. Der 19-Jährige darf sich in der Vorbereitung im Wechsel mit Björn Bussmann bei den Profis beweisen. © Sampics
Kevin Volland ist ein Mann für die Offensive - vielleicht ja auch bald die der Profis © sampics
Bobby Wood ist das sonnige Naturell ins Blut gelegt - er wurde auf Hawaii geboren. Bei den Löwen steht dem Offensiv-Allrounder eine große Zukunft bevor © sampics

„Es ist eine Option für mich, in Osnabrück mit Tarik anzufangen“, sagte Maurer nach der Trainingseinheit. Aigner sei nach seiner langen Verletzungspause noch nicht in optimaler Verfassung, von Camdal erwartet sich der Coach vergleichsweise mehr Lauf- und Kampfstärke, auch wenn der 19-jährige Deutsch-Türke (neun U 19-Länderspiele für Deutschland) erst seit Dienstag wieder bei den Profis trainiert. Zuletzt war Camdal Stammspieler in der Regionalliga-Mannschaft, nachdem er es im September und Oktober 2009 bereits auf sechs Pflichtspieleinsätze in der ersten Mannschaft gebracht hatte.

Kampf, Kampf und nochmals Kampf heißt die Devise für Freitag. „Osnabrück ist zu Hause seit 45 Pflichtspielen unter Flutlicht ungeschlagen“, sagt Maurer. „Die Mannschaften, die es dort rein spielerisch versucht haben, sind allesamt baden gegangen.“ In dieser Saison durften das bereits Energie Cottbus und Hertha BSC erfahren, die an Freitagabenden unter Flutlicht jeweils mit 0:2 den Kürzeren zogen. Ausreichend gewarnt müssen sie also sein, die Löwen, wenn sie heute Nachmittag in den Flieger gen Norden steigen.

Gewarnt ist auch Gabor Király. Auch wenn Maurer der aufkommenden Torwartwechsel-Diskussion am Mittwoch die Grundlage entzog, indem er erklärte, dass am Freitag Király spielen werde („man muss der Nummer eins schon den Rücken stärken“) – einen Freifahrtschein hat der ungarische Nationaltorwart nicht.

„Die Sinne sollten immer wieder neu geschärft werden“, erwiderte Maurer lächelnd auf entsprechende Nachfragen. „Tschauner lauert auf seine Chance.“ So soll’s sein. Ein bisserl Spannung kann die arg lange Restsaison schon noch vertragen…

lk

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