Zurück auf dem Boden ...

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So sehr sich die Löwen auch mühten, immer wieder entwischten ihnen die clevere Karlsruher.

München - Ja sind wir denn schon aufgestiegen?“, wunderte sich Löwen-Trainer Ewald Lienen nach dem Auftaktsieg gegen Koblenz. Zwei Wochen später sind die Sechziger zurück auf dem Boden der Tatsachen.

Dem 1:2 in Rostock ließen die blauen Bruchpiloten am Montag Abend in Fröttmaning ein 1:3 gegen den Karlsruher SC folgen. Eine weitere Niederlage am Freitag in Ahlen, und 1860 hätte nach vier Spieltagen genauso wenig Punkte auf dem Konto wie vor Jahresfrist unter Marco Kurz. Dem Fußballstandort München drohen karge Zeiten…

Bilder des Spiels und Einzelkritik

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„Das waren jetzt zwei völlig unnötige Niederlagen“, schimpfte Lienen nach dem Schlusspfiff. „Wir müssen besser nach vorne spielen und uns mehr Chancen erarbeiten!“ „Grelligkeit“ wollte Lienen bei seinen Löwen sehen, mehr Biss und Konzentration als bei der Niederlage in Rostock. Doch das gelang seinem Team nur äußerst bedingt. Die erste Halbzeit gehörte klar dem KSC. Die Badener zeigten die reifere Spielanlage, kombinierten zielstrebiger und ließen sich von den Pressingversuchen der Löwen nicht irritieren. Umso überraschender das 1:0 für die Blauen. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld bediente Lauth Cooper, und der US-Stürmer durfte sich die Kugel an der Strafraumgrenze zurecht legen und links unten zur Führung vollenden (18.). Der zweite Treffer im dritten Spiel für den Mann aus Dallas.

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Doch während die Fans jubelten, schlug der KSC zurück. Krebs hatte sich im Mittelfeld aufgemacht, die Löwen ließen ihn laufen und steil auf Fink passen, Ableger auf Timm, ein Lupfer: 1:1 (19.). 64 Sekunden waren seit der Führung vergangen. Und nun ging’s weiter wie bisher. Die Löwen zwar durchaus bemüht, der KSC spielerisch überlegen und mit (zu) viel Platz im Mittelfeld. Beide Abwehrreihen hatten ihre liebe Mühe mit den lauffreudigen Angreifern. Hier wuselten Fink und Timm, dort ackerten Lauth und Cooper. Schiri Gagelmann kam kaum mit dem Pfeifen nach. Wie in der 42. Minute: Drpic hatte Lauth im Sechzehner zu Fall gebracht, Gagelmann zeigte auf den Punkt. Große Vorfreude beim Anhang, als sich Lauth an die Vollstreckung machte, doch – oh meiohmei! – der Kapitän trat das Spielgerät mittig an die Latten-Unterkante; die Nachschüsse blieben erfolglos..

Hinter den Kulissen der Löwen

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Halbzeit-Fazit des Ex-Löwen und -KSClers Manni Bender: „Ich verstehe nicht, warum Sechzig einen verunsicherten KSC so ins Spiel kommen lässt.“ So ähnlich wird sich das von Lienen auch in der Löwen-Kabine angehört haben. Die Blauen, nun mit Dreierkette, drückten den KSC stärker in dessen Hälfte – und fingen sich prompt einen Konter, als die Abwehr von einem Demirtas-Freistoß und zwei One-Touch-Pässen ausgehebelt wurde. Felhi kam Krebs nicht mehr hinterher, Király etwas zaghaft aus seinem Kasten, schon stand’s 1:2 (59.).

Lienen reagierte, brachte Rösler für Ludwig, doch gegen die alte Krankheit bei Standards ist halt noch kein Kraut gewachsen. Langkamp durfte nach einem Stindl-Freistoß von rechts völlig frei einnetzen (72.), das reichte zum ersten KSC-Sieg bei 1860 seit 1961. Und München hat plötzlich zwei Krisenklubs…

lk/cm

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