1860-Coach Schmidt erklärt im Interview den Erfolg seiner Truppe

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Marco Schmidt hätte nicht gedacht, dass es in der aktuellen Saison so gut laufen würde.

TSV 1860 Rosenheim - 30 Punkte in 13 Spielen. Eine stolze Bilanz, die der Bayernligist aus dem Süden Bayerns da aufweist. Fußball-Vorort fragte bei dem Trainer Marco Schmidt nach, warum es so gut läuft.

- Herr Schmidt, Hätten Sie gedacht, dass es so gut läuft die Saison?

Gehofft habe ich es natürlich schon, aber nicht gedacht. Ich bin ja selbst neu als Trainer und konnte nicht wissen, wie es laufen wird.

- Was glauben Sie, sind die Gründe für die derzeitigen Erfolgserlebnisse?

Der Hauptgrund liegt sicherlich darin, dass wir trotz der Englischen Wochen kaum Verletzte haben. Wir können die Belastungen auf mehrere Schultern verteilen und haben eine gewisse Ausgeglichenheit im Kader. Sobald ein Spieler ausfällt, kann ich diesen jederzeit adäquat ersetzen. Ich habe derzeit sozusagen die Qual der Wahl und durch die vielen Spiele gibt es keine verärgerten Spieler, weil jeder mal dran kommt. Es geht fair zu und nicht nach Lieblingen.

- Fürchten Sie nicht, dass einige Spieler ihren Ärger kundtun, wenn es keine Englischen Wochen mehr gibt und sie nicht mehr oft zum Zuge kommen?

Doch und das kann durchaus passieren. Jedoch haben wir jetzt auch noch Pokalspiele. Deshalb vermute ich, dass es in der Hinrunde noch keine Probleme geben wird. Was in der Rückrunde sein wird, kann ich jetzt noch nicht sagen. Aber wir sollten versuchen, solange wie möglich auf der Euphoriewelle zu schwimmen.

- Seit der Rückrunde letzten Jahres läuft es beim TSV. Man kann auch sagen, seitdem Wolfgang Schellenberg von Matthias Pongratz ersetzt wurde. Was sagen Sie dazu?

Da kann ich nichts dazu sagen. Bevor ich für kurze Zeit weggegangen bin von Rosenheim, lief es unter Wolfgang Schellenberg sehr gut und er hat die Mannschaft vor dem Abstieg bewahrt. Warum es plötzlich nicht mehr funktioniert hat, dafür bin ich der falsche Ansprechpartner.

- Mit Matthias Pongratz gab es auch einen Torwartwechsel. Robert Mayer ist seitdem der Stammkeeper. Wie wichtig ist er für das junge Team?

Er spielt eine entscheidende Rolle im Team. Mit seiner Routine strahlt er eine wahnsinnige Ruhe aus. Die jungen Torhüter im Team lernen viel von ihm und können an seinem Beispiel sehen, wie wichtig die Austrahlung eines Torhüters ist.

- Gibt es außerdem Spieler, die Sie hervorheben möchten?

Prinzipiell sind wir eine mannschaftlich sehr geschlossene Mannschaft, die im Verbund funktioniert. Aber sicherlich nimmt Michael Kokocinski eine entscheidende Rolle im Team ein. Er bringt zwar nicht immer die beste Leistung, hat aber eine enorme Präsenz auf dem Spielfeld und gibt gute Kommandos.

- Gibt es bei solch einer Tabellenkonstellation überhaupt Verbesserungsmöglichkeiten?

Selbstverständlich, sonst könnten wir den Trainingsbetrieb ja einstellen (lacht). Wir müssen noch mehr Chancen kreieren. Vorallem gegen Teams, die in der Defensive sehr kompakt stehen, müssen wir uns mehr Chancen herausspielen. Daran müssen wir arbeiten.

- Sie haben mit Claus Schromm einst die A-Jugend des TSV 1860 München trainiert. Nun sind sie bei Rosenheim und er beim SV Heimstetten. Warum läuft es bei seinem Team trotz vieler Hochkaräter noch nicht ganz rund?

Bei Heimstetten oder auch Würzburg, Schweinfurt oder Ismaning ist enorm viel Qualität im Kader. Die jetzige Tabellensituation ist noch nicht die Richtige. Ich bin mir sicher dass sich die Qualität dieser Mannschaften am Ende der Saison durchsetzen wird.

- Viele dieser besagten Teams, ebenso wie Buchbach beispielsweise, haben einige Ex-Profis in ihren Reihen. Sie haben keinen Einzigen und es läuft prima. Überschätzen sich diese Profis selbst und nehmen die Bayernliga auf die leichte Schulter?

Das kommt sicherlich auf den Profi an. Bei uns ist das Problem, dass wir nicht das Geld für Leute aus höheren Klassen haben. Aber oft schweift bei diesen Spieler Anspruch und Wirklichkeit auseinander, sie sind schlichtweg betagter. Sie müssen einfach auch richtig trainieren und die Liga ernst nehmen.

Das Gespräch führte Ludwig Stegmeier

Quelle: fussball-vorort.de

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