Haching will Fans locken

5000 Zuschauer mit „Gefällt mir“-Klicks?

Voll besetzte Ränge wie im Juli gegen Hans Rostock wünscht sich die SpVgg am Freitag gegen Burghausen. Foto: Brouczek

Unterhaching - Facebook muss sein, wenn man up to date durch die moderne Welt gehen will. Die SpVgg Unterhaching macht da keine Ausnahme mehr. 5000 Fans will der Drittligist am Freitag zum Derby gegen Burghausen ins Stadion locken - auch über „Gefällt mir“-Klicks in dem sozialen Netzwerk. Ob das klappt?

Facebook muss sein, wenn man up to date durch die moderne Welt gehen will. Die SpVgg „Weiß ich nicht, schau’n wir mal“, sagt dazu Präsident Manfred Schwabl, „ich finde das auf jeden Fall eine geile Aktion. Aber wie viele Zuschauer dann tatsächlich kommen, hängt von vielen Faktoren ab.“ Dem Wetter zum Beispiel, traditionell Hauptgrund für schwachen Besuch im Sportpark. Sportlich tut der Klub alles, um Fans anzulocken, dennoch gingen die Besucherzahlen eher zurück und blieben hinter den Erwartungen. Mal schauen, was die Facebook-Aktion bringt.

Ein Spieltags-Sponsor hat für das Erreichen der 5000er-Marke zusätzliche „kleine Überraschungen“ angekündigt. Die „Skiwelt Wilder Kaiser-Brixental“ präsentiert das Match der beiden oberbayerischen Rivalen. Das Engagement des Mega-Skigebiets ist für diese Partie befristet, die Chance auf eine längerfristige Partnerschaft wird abgeklopft. „Auch wenn das nicht im Rahmen eines Hauptsponsors sein wird“, sagt Schwabl.

Schwabl: „Wir haben keine Baustellen. Es wird immer nur in alles reingebohrt.“

Den zu finden, scheint nach wie vor eine unlösbare Aufgabe zu sein. Schon das alte Präsidium mühte sich vergeblich, der neue Präsident selbst gab im Sommer zu, sich diese Aufgabe „leichter vorgestellt“ zu haben. „Gespräche gibt es, positive Tendenzen, aber noch nichts Konkretes“, teilte Schwabl gestern auf Nachfrage mit.

Und dabei wirkt Schwabl mittlerweile durchaus auch genervt, wenn er den alten Katalog an offenen Fragen zu den Baustellen der SpVgg abarbeiten muss. „Wir haben keine Baustellen“, sagt er trotzig und moniert: „Es wird immer nur in alles reingebohrt. Sportlich ist es doch sensationell, was die Jungs mit den Trainern machen. Aber es ist normal, dass auch andere Dinge mal kommen, auf dem Platz oder in der Geschäftsstelle. Man muss doch mal sehen, wie wir gestartet sind, ohne Budget, als Absteiger Nummer eins.“ Dass dabei auch Trennungen vorkämen wie die von Presse- und Marketingchef Markus Sieger oder dem Spieler Savio Nsereko: normal. „Bei einem Neuanfang werden sich immer gewisse Dinge rausstellen, dass es doch nicht passt.“

Schwabl sieht sich und sein Team uneingeschränkt „auf dem richtigen Weg, und das Gesamtkonzept stimmt auch“. Wer die Dinge anders sehe, soll „das für sich selber einschätzen“. Als nächster Mosaikstein wird sich am Freitag zeigen, ob ein „Gefällt mir“-Klick bei Facebook ausreicht, um endlich auch wieder mehr zahlende Kundschaft ins Stadion zu bringen.

Christian Amberg

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Kommentare