BCF: Bananenflanken zwischen Oliven und Zypressen

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Marley Amanquah (r.) erzielte gegen Haching II den BCF-Ehrentreffer.

Wolfratshausen – Castelnuovo del Garda lautet das klangvolle Reiseziel des BCF Wolfratshausen. Das Team von Andi Brunner machte sich eine 26 Mann starke Fußball-Belegschaft aus Farchet auf ins Trainingslager am südwestlichen Teil des Gardasees.

Das Temperaturplus von durchschnittlich zehn Grad mehr als hierzulande wiegt die Strapazen des Frühaufstehens leicht auf. Für das markante Landschaftsbild mit Olivenhainen, Zypressen und alten Bauernhäusern bleibt allerdings ebenso wenig Zeit wie für den Genuss hochprämierter Weine. Denn der Landesligist befindet sich auf der Zielgeraden einer insgesamt stimmigen Vorbereitung. Gut eine Woche vor dem so wichtigen Heimstart gegen den starken Aufsteiger TSV Kottern gilt es, die bereits angeeignete Physis nunmehr durch das nötige Quäntchen filigranem Beiwerk sinnvoll zu ergänzen.

Die Programmschwerpunkte decken sich mit den Lieblingsbeschäftigungen aller Fußballer. Im Vordergrund steht das Einstudieren diverser Standardsituationen. Der Torschuss als solches soll ebenfalls nicht zu kurz kommen. Sechs Übungseinheiten plus ein Spielchen gegen ein Ensemble aus der Schweiz füllen die vier Trainingstage rundum aus. Karl Murböck ist auch mit von der Partie. Nicht beim Schusstraining und auch nicht beim Spiel, aber eben als wertvolle moralische Unterstützung.

Mit den Erkenntnissen der letzten vier Wochen steht Andi Brunner im Gleichklang. Vier Bayernligisten nahm sich der Ballclub zum Üben vor. Das war so gewollt, da der BCF-Trainer seine Abwehr gefordert sehen wollte. „Der Hebel war an der Defensive anzusetzen“, klärte der 44-jährige Perchtinger auf. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Zwei Niederlagen mit je einem Tor Unterschied, dazu zwei Remis gegen die hoch gehandelten FC Ismaning und SpVgg Unterhaching II. Dem letztgenannten Klub trotzten die Farcheter am Dienstagabend ein respektables 1:1-Unentschieden ab.

Unterhaching habe in der ersten Hälfte „sehr beeindruckend gespielt“, sagte Brunner. Seine Equipe musste ständig neue Lösungen kreieren, um nicht in Rückstand zu geraten. Das Tor für die Hachinger fiel ausgerechnet in einer Phase, als „wir die Kontrolle übernahmen“. Brunner hob hervor, die Münchner Vorstädter wären der bislang „beste Gegner“ gewesen, hätten seine Eleven „ganz schön ackern“ lassen. Umso mehr freut dann das Resultat. Marley Amanquah glich zwei Minuten vor Spielende aus, drückte eine Hereingabe von Reber Akgül artistisch über die Linie.

Eines der fünf Testspiele hätte Brunner schon gerne gewonnen, doch waren die Prioritäten andere. Farchets Übungsleiter freut sich über den Konkurrenzkampf im Team, bedingt durch ein deutliches Mehr an Spielern im Vergleich zum Ende der Herbstrunde. Ludwig Huber etwa ist bereits wieder fester Bestandteil der ersten Elf. Und selbst bei Michael Pföderl werden die Fortschritte größer: Der Gaißacher darf ab nächster Woche die Trainingsspiele bestreiten und soll alsbald in der zweiten Mannschaft den Anschluss an die Form vor der schweren Verletzung herstellen.

von Oliver Rabuser

Quelle: fussball-vorort.de

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