Tyce: „Besser werde ich nicht mehr“

Die Laufbahn des großen Kämpfers Roman Tyce neigt sich dem Ende entgegen. Foto: bro

SpVgg Unterhaching - Die Laufbahn von Roman Tyce neigt sich dem Ende zu - still und leise. Dabei hat der 33-Jährige durchaus vor, bei der SpVgg Unterhaching in dieser Saison noch einmal einzugreifen. Derzeit bastelt er aber nebenbei auch schon an der Karriere nach der Karriere.

Aktuell gilt der Tscheche als fit. In den letzten beiden Jahren eine immer seltenere Nachricht. Nach drei Kreuzbandrissen zwickt es regelmäßig in Knie, Oberschenkel und Wade. Die Kapitänsbinde musste er in dieser Spielzeit schon abgeben, als gesetzte Nummer eins auf der Position vor der Abwehr gilt er ebenfalls nicht mehr. Auch deshalb beschloss er schon in der Vorrunde: Im Sommer ist Schluss mit Fußball. Ein Trainerkarriere peilt Tyce für die Zukunft an, vergangene Woche war er - zusammen mit Darius Kampa übrigens - beim Lehrgang für die A-Lizenz.

Allerdings kann er sich mit dem Karriereende inzwischen gar nicht mehr anfreunden. „Nein, endgültig entschieden habe ich noch nicht, dass ich aufhöre“, sagt er, „es gibt gute und schlechte Tage. Mal denke ich, es reicht, wenn es wieder überall weh tut. Dann geht’s mir wieder gut und ich würde gerne weitermachen.“ Aktueller Stand: Der Trainerschein ist eine Versicherung, um etwas in der Hand zu haben - aber „ich würde doch gerne noch weiter Fußball spielen“.

In Unterhaching wird das vermutlich nicht mehr gehen, darüber ist sich Tyce im Klaren: „Es sieht eher so aus, als wäre es als Spieler in Unterhaching im Mai vorbei.“ Trainer Klaus Augenthaler befand kürzlich, dass Tyce zwar fit ist, „aber eben nicht so fit, dass er uns weiterhelfen würde“. Deshalb bleibt ihm nur ein Platz auf der Ersatzbank - wenn er überhaupt im Kader steht. Letzter Punktspieleinsatz: Am 11. Februar beim 0:4 in Erfurt. „Aber die Saison abgehakt habe ich noch nicht“, betont er, „warum sollte ich mich dann im Training jeden Tag quälen. Ich bin einsatzbereit und will zurück auf den Platz. Mein Ziel ist auf jeden Fall, nicht als Trainingsteilnehmer aufzuhören.“ Vielleicht bietet sich morgen im bayerischen Totopokal-Achtelfinale in Gersthofen dem 33-Jährigen mal wieder die Gelegenheit zur aktiven Teilnahme.

Sicher scheint nur, dass das Kapitel Unterhaching für Tyce am 14. Mai nach vier Jahren beendet ist. Was danach kommt? Eine Tätigkeit als Trainer, aber vielleicht doch noch ein Jahr als Aktiver? „Komplett aufhören kann ich gar nicht“, sagt er, es kribbelt noch viel zu stark. „Wenn ich nur eine Woche zu Hause sitze, werde ich unruhig und muss wieder kicken.“ Den 110 Bundesliga-, 27 Zweitliga-, 53 Drittliga- und 25 Länderspielen werden wohl keine mehr folgen. „Fußballerisch verbessern werde ich mich nicht mehr“, scherzt Tyce, „der Zug zur Nationalmannschaft ist wohl abgefahren...“ Man darf gespannt sein, was aus dem sympathischen Tschechen, der wie in jedem Klub bisher auch den Trainerlehrgang mit seinem Humor bereichert, wird. Und wie er seinen Abschied in Haching gestaltet.

Christian Amberg

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Kommentare