Blasmusik beim TSV Buchbach:

Bobenstetter: "Schlacht mit unseren Fans gewonnen"

Mannschaft und Fans bejubeln gemeinsam den Sieg. Foto: Haider

TSV Buchbach - Nein, der TSV Buchbach spielt nicht in der Bundesliga! Das Spektakel, das die 600 im Sonderzug mitgereisten Fans samt Blasmusik-Kapelle veranstalten, war indes tatsächlich Bundesliga würdig.

von Michael Buchholz

„Gigantisch. So was habe ich noch nie erlebt“, schwärmte Buchbachs Trainer Anton Bobenstetter nach dem „brutal hart erkämpften“ 2:1-Erfolg bei Regionalliga-Schlusslicht FC Augsburg II.

So mancher Regionalligist freut sich ja schon tierisch, wenn mal 600 Zuschauer zu einem Heimspiel kommen, beim TSV Buchbach reist das halbe Dorf einfach mal mit nach Augsburg und polt das altehrwürdige Rosenaustadion in eine Buchbacher Heimspielfestung um. „Wer das nicht erlebt hat, hat wirklich was versäumt. Der Tag wird unvergessen bleiben in der Buchbacher Fußball-Geschichte, die ja seit 16 Jahren gigantisch ist“, schwärmte Bobenstetter, dem unter dem Eindruck der „wahnsinnigen Atmosphäre“ die Suche nach Superlativen schwer fiel.

Fast zwangsläufig übertrug sich das Spektakel von den Rängen auch auf das Geschehen auf dem Rasen. „Das war 96 Minuten lang ein wahnsinninger Fight“, ordnete Bobenstetter die Partie ein, in der die Augsburger in den ersten 20 Minuten die Gäste fast überrannt hätten. Profi Sascha Mölders, ehemaliger Torschützenkönig der 2. Liga, der in der vergangenen Saison 29 Erstligaspiele für Augsburg bestritten hat, stand mit Pfostentreffern zwei Mal kurz vor der frühen Führung, doch Dominik Süßmaier war jeweils mit den Fingerspitzen dran. Und auch der Ex-Nürnberger Dominik Reinhardt wähnte seinen Kopfball schon im Tor, ehe Süßmaier den Ball noch an die Latte lenkte. „Da hatten wir einfach viel Glück und Süßmaier“, brachte es Bobenstetter auf einen einfachen Nenner.

Augsburg spielerisch und läuferisch drückend überlegen und im Nachhinein war sich Bobenstetter sicher: „Ohne unsere Fans wären wir aus Augsburg mit null Punkten nach Hause gefahren. Die Mannschaft hat sich von der unglaublichen Stimmung mitreißen lassen und wollte die Fans auf keinen Fall enttäuschen.“ Als sich dann Stefan Denk in der 27. Minute auf dem linken Flügel durchtankte und Kapitän Manuel Neubauer eiskalt vollendete, war dies ein erster Dämpfer für die Schwaben. Die Augsburger antworteten mit wütenden Angriffen, doch nun war Buchbach im Spiel und in der 41. Minute setzte sich Manuel Neubauer bei einem Konter rechts durch, in der Mitte kam Stefan Lex angerauscht und traf mit seinem zwölften Saisontreffer zum 0:2.

Nur zwei Minuten später musste der Torjäger mit einer Oberschenkelzerrung raus und als Neubauer bei einem weiteren Konter in der 56. Minute im Strafraum getroffen wurde, gab’s statt Elfmeter die Ampelkarte wegen Schwalbe. „Das war natürlich ein Schock“, so Bobenstetter, dessen Truppe in Unterzahl aber kaum mehr Chancen zuließ. Süßmaier fischte noch einen Freistoß von Reinhardt aus dem Winkel (75.), ehe der eingewechselte Thomas Steinherr in der 88. Minute tatsächlich den Anschlusstreffer erzielen konnte. Fatjon Celani sah Sekunden später Rot, weil er Süßmaier einfach umschubste und so hieß es in den verbleibenden acht Minuten zehn gegen zehn. Bobenstetter: „Die Schlacht haben wir mit Willen und Glauben und unseren einmaligen Fans im Rücken gewonnen.“

Quelle: fussball-vorort.de

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