"Blöder langer Ball" kostet Punkte

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Da jubelten die Ingolstädter noch. Christian Eigler hatte zum 1:0 getroffen.

FC Ingolstadt - Der Ärger beim FC Ingolstadt nach dem Abpfiff war riesengroß. Nach einem kontrollierten Heimspiel gegen den Tabellenletzten SV Sandhausen mussten sich die Oberbayern mit einem Remis begnügen.

Trainer Hans-Jürgen Boysen hat den Sinkflug von Aufsteiger SV Sandhausen gleich in seinem ersten Spiel gestoppt. Fünf Tage nach der Trennung von Gerd Dais holte das Schlusslicht der 2. Fußball-Bundesliga im ersten Spiel mit Boysen nach einer vor allem defensiv guten Leistung mit dem 1:1 (0:1) beim FC Ingolstadt nach zuletzt fünf Niederlagen immerhin wieder einen Punkt.

„Beste Medizin für den Tabellenletzten sind Erfolgserlebnisse - und wir haben heute eins geholt. Schade, dass jetzt eine englische Woche kommt, die Mannschaft hat einen wahnsinnigen läuferischen Aufwand betrieben. Aber das wird uns für die Zukunft helfen“, sagte Boysen nach dem zweiten Auswärtspunkt der Saison bei Sky.

Christian Eigler hatte Ingolstadt mit seinem vierten Saisontor in Führung gebracht (19.). Doch der eingewechselte Nico Klotz sicherte den Gästen bei einer der wenigen Chancen noch den Punkt (82.).

„Ich bin von der Qualität der Mannschaft überzeugt und will den Klassenerhalt unbedingt erreichen“, hatte Dais-Kumpel Boysen, der Sandhausen bereits zum dritten Mal übernahm, am Dienstag gesagt. In Ingolstadt spielte Sandhausen diszipliniert und konzentriert - nach vorne ging aber so gut wie gar nichts. An der Kompaktheit hatte der neue Coach vor allem arbeiten wollen. „Sechs Trainingseinheiten sind dafür aber nicht allzu viel“, bekannte er. Der Plan, ab und an „die Flucht nach vorne zu ergreifen“, ging jedenfalls kaum auf.

"Wir haben am Schluss zu statisch gespielt“, äußerte FCI-Stürmer Manuel selbstkritisch. Hans-Jürgen Boysen konnte dagegen beim Start in seine dritte Amtszeit als Sandhausen-Coach einen glücklichen Punktgewinn bejubeln. „Die beste Medizin sind Erfolgserlebnisse“, sagte der Nachfolger von Gerd Dais.

Boysen hatte nach dem 2:5 gegen Bochum, das Dais den Job gekostet hatte, vier Änderungen vorgenommen. Und er zeigte seiner Mannschaft vor der Begegnung „ein kleines Filmchen“, in dem diese sehen sollte, „was Einstellung und Willenskraft bewirken können“. Diese Tugenden zeigte Sandhausen von Beginn an - in Führung ging aber der FCI, als Eigler eine Flanke von Kapitän Stefan Leitl per Dropkick aus drei Metern am langen Pfosten im Tor versenkte.

Frank Löning hätte bei der einzigen echten Chance der Gäste in der ersten Hälfte direkt nach Wiederanpfiff den Ausgleich erzielen können, schob den Ball aber knapp am linken Pfosten vorbei. In der zweiten Halbzeit störte Sandhausen noch früher, spielte wesentlich aggressiver - allein: Die besseren Möglichkeiten hatten weiter die Oberbayern.

Vor 6547 Zuschauern im Sportpark zeigte aber auch der FCI, warum er „keine Spitzenmannschaft“ ist, wie selbst Ingolstadts Coach Tomas Oral zugibt. Den Ausgleich musste Ingolstadt nach einer Flanke von Timo Achenbach hinnehmen.

Die Gastgeber hatten ihre Besten in Eigler und Pascal Groß. Bei Sandhausen überzeugten vor allem Julian Schauerte und Jan Fießer.

sid

Quelle: fussball-vorort.de

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