Die Außenseiter sorgen für Überraschungen

SC Fürstenfeldbruck gewinnt Top-Six-Cup in Tandern

Organisator mit Übersicht: Yusuf Yüce (Hilgertshausen, rechts) klärt gegen den Brucker Maximilian Murphy.
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Organisator mit Übersicht: Yusuf Yüce (Hilgertshausen, rechts) klärt gegen den Brucker Maximilian Murphy.

SC Fürstenfeldbruck – Beim Tanderner Top-Six-Cup trafen sich die favorisierten Bayernligisten aus Pipinsried und Affing nur im kleinen Finale. Das Endspiel bestritten stattdessen der SC Fürstenfeldbruck und der TSV Hilgertshausen – auf Augenhöhe.

Der Top-Six-Cup des FC Tandern ist seit Jahren ein Mekka für die Fußballfreunde aus der gesamten Region: Interessante Mannschaften treffen aufeinander, die Organisation läuft wie am Schnürchen. So auch heuer.

Der Tisch war sozusagen gedeckt für ein großes Finalspiel am Sonntag zwischen den beiden Erzrivalen FC Pipinsried und FC Affing; der Begriff wurde übrigens von FCP-Boss Konrad Höß vor einem Jahr kreiert, die Nachbarn aus Affing reagierten darauf nicht sonderlich erfreut.

Doch schon am ersten Tag des Turniers lief es für die beiden Favoriten etwas anders als gedacht. Zwar entschieden die Schützlinge von FCA-Coach Stefan Tutschka ihr Auftaktmatch gegen den FC Tandern klar für sich, dank Treffern von Michael Panknin (2), Robin Streit und Dennis Kaczmarczyk. Doch schon in ihrem zweiten Spiel wurden die Kicker aus dem Wittelsbacher Land in ihre Grenzen verwiesen: Nach der Führung durch Alexander Chetschik glich erst Brucks Christian Rodenwald mit einem 35-Meter-Freistoß aus – während Affings Keeper Markus Gail noch am Strafraumrand herumturnte. Und auch beim Siegtreffer der Brucker durch Tobias Betz sahen Gail und seine Vorderleute nicht besonders gut aus. Angefügt sei, dass den Affingern die halbe Stammelf fehlte, darunter Stürmerstar Arthur Vogel, der sich im Training das Knie verdreht hatte. „Eigentlich gar nicht schlecht, dann treffen wir nicht schon vor der Saison auf Pipinsried“, meinte Affings Trainer Stefan Tutschka.

Es sollte anders kommen. Der Rumpftruppe des FCP fehlte der Biss – Trainer Strobl gewann mit einigen Stammspielern den Weißbier-Cup (wir berichteten). Schon gegen das Kreisklassenteam des FC Gerolsbach taten sich die Gelb-Blauen schwer und kamen zu einem mühsamen Last-Minute-3:2-Sieg. Gegen den TSV Hilgertshausen reichte es gar nur zu einem glücklichen 2:2. Der grün-weiße

Neuzugang Johannes Höß (nicht mit dem FCP-Chef verwandt) hatte die Ilmtaler in Führung geschossen, Daniel Loderer konnte sogar zum 2:0 erhöhen. Und hätte Michael Kornprobst einen Konter genutzt, wäre es um die Dorfclub-Kicker geschehen gewesen. Philipp Grahamer und Dominik Schön holten noch ein Remis raus. Und weil die Radlmaier-Schützlinge ihr Vorrunden-Match mit 3:1 gegen die Gerolsbacher beendeten, fanden sie sich im Finale wieder. Die Tanderner konnten ebenfalls zufrieden sein: Mit einem 0:4 gegen den Bayernligisten Affing und einem 1:2 gegen die Landesliga-Kicker des SCF hatten sie sich mehr als achtbar aus der Affäre gezogen.

Spiel um Platz 5: FC Tandern – FC Gerolsbach 0:2

Die Luft war raus an diesem drückend-warmen Sonntagmittag. Die ersatzgeschwächten Tanderner mühten sich zwar, mussten sich aber den Gerolsbachern geschlagen geben. Deren Tore erzielte Alexander Tyroller.

Spiel um Platz 3: FC Pipinsried – FC Affing 2:0

 Tobias Strobl war zu den Gelb-Blauen gestoßen, seinen anderen Weißbier-Champions hatte er frei gegeben. Da aber Philip Grahammer familiären Verpflichtungen nachgehen musste, fand sich auf der FCP-Ersatzbank nur Keeper Thomas Frahler wieder. Nach einer Stunde musste der Ingolstädter ran, nachdem sich Cenk Imsak eine Hüftprellung zugezogen hatte. Zu diesem Zeitpunkt führten die Pipinsrieder schon mit 1:0. Taner Yürükgeldi hatte Shptim Sulimani in die Gasse geschickt, der Makedonier ließ Gail keine Chance (54.). Die dickste Chance vorher hatte Affings Michael Panknin, als er einen Freistoß an die Latte donnerte (38.). Ansonsten waren Torraumszenen Mangelware. FCP-Neuzugang Dominic Wünsch setzte den Schlusspunkt nach einem Traumzuspiel von Alexander Uselmann (85.). Strobl zeigte sich zufrieden: „Die Defensive hat heute gepasst, obwohl ich das erste Mal in meinem Leben Innenverteidiger gespielt habe. Schön, dass wir gegen Affing gewonnen haben, sonst hätte Conny Höß sicherlich Druck gemacht.“

Endspiel: TSV Hilgertshausen – SC Fürstenfeldbruck 1:4

 Das Ergebnis klingt deutlicher, als sich das Spiel gestaltete. Die Ilmtaler konnten sogar durch einen Fernschuss von Höß in Führung gehen (8.). Christian Mühlberger glich per Freistoß aus (18.). Ausgerechnet der sehr agile Höß bugsierte das Leder nach dem Seitenwechsel ins eigene Netz (55.). Danach öffnete Hilgertshausen das Spiel und hätte durchaus ausgleichen können. Mit dem dritten SCF-Treffer durch Matthias Betz war die Sache indes gelaufen (78.). Das finale Tor – wieder ein Distanz-Freistoß, diesmal von Vincenzo Potenza getreten – war nur noch eine Zugabe (85.). Hilgertshausen konnte dennoch zufrieden sein. „Wir sind ja erst ins Training eingestiegen“, berichtete TSV-Coach Christian Radlmaier.

von Horst Kramer

Gruppe A: FC Affing – FC Tandern 4:0, SC Fürstenfeldbruck – FC Affing 2:1, SC Fürstenfeldbruck – FC Tandern 4:2.

Gruppe B: FC Pipinsried – FC Gerolsbach 3:2, TSV Hilgertshausen – FC Pipinsried 2:2, FC Gerolsbach – TSV Hilgertshausen 1:3.

Tabelle Gruppe A:

1. SC Fürstenfeldbruck  6:3   6

2. FC Affing                   5:2   3

3. FC Tandern               2:8   0

Tabelle Gruppe B:

1. TSV Hilgertshausen  5:3   4  

2. FC Pipinsried             5:4   4  

3. FC Gerolsbach          3:6   0

Quelle: fussball-vorort.de

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