Cup-Triumphator taucht in Liga-Alltag ein

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Bereitete am Mittwoch zwei Tore vor – hier das 3:0 mit einem Pass durch Manuel Strahlers Hosenträger: Michael Holzhammer. Heute darf sich der in Pipinsrieder Diensten stehende Friedberger vermutlich schonen.

FC Pipinsried - Die Bayernliga hat den Triumphator Pipinsried wieder. Am Samstag, um 15 Uhr, müssen die Strobl-Mannen im niederbayerischen Bogen beweisen, dass sie die Euphorie vom Mittwoch in den Liga-Alltag übertragen können. Um elf Uhr fährt der Fan-Bus ab, nur Konrad Höß nutzt das eigene Auto.

Eigentlich gibt es keinen tristen Bayernliga-Alltag. Davon ist der Dorfclub-Präsident Konrad Höß fest überzeugt. „Alle Mannschaften in dieser Liga haben Klasse, es gibt keine leichten Gegner“, erklärt der 72-Jährige im Brustton der Überzeugung.

Doch den heutigen Gegner, den TSV Bogen, zu einer Glamourtruppe hoch zu jazzen will auch ihm nicht so recht gelingen. Klar, der TSV Bogen ist ein traditionsreicher Verein und ist als Landesliga-Mitte-Meister direkt in die Bayernliga eingezogen. Doch es fehlt zwangsläufig an einer gemeinsamen Vergangenheit – sprich gegeneinander geschlagene Schlachten –; selbst die Bogener Kicker sind hierzulande kaum bekannt.

Wobei Gleiches natürlich auch umgekehrt gilt. „Wir müssen trotzdem versuchen, den Spannungsbogen aus dem Pokalspiel bis nach Bogen zu spannen“, versucht sich Spielertrainer Tobias Strobl an einem Wortspiel. Dass ihm diese Übung gelingen könnte, zeigt ein Blick auf die Tabelle: Dem FCP böte sich mit einem Sieg bei den Niederbayern und einem weiteren Erfolg im Nachholspiel gegen Wolfratshausen (Ersatztermin ist der kommender Mittwoch, 17.45 Uhr) die große Chance, zu den Spitzenteams aus Pullach und Aichach aufzuschließen. Aber Strobl weiß, dass die Sache nicht einfach wird: „Das Illertissen-Match hat viel Kraft gekostet. Ab der 70. Minute sehnten wir uns nach dem Abpfiff“, berichtet der 25-Jährige. Ein schwacher Trost: Auch die „Rautenstädter“, wie sie sich selber nennen – die Grafen von Bogen führten einst das weiß-blaue Rautenmuster in ihrem Wappen, das heute Bestandteil des bayerischen Staatswappens ist – mussten am Mittwoch im Pokal ran: Allerdings zogen sie bei der SE Freising mit 2:4 zu den Kürzeren. Wie schon am Wochenende zuvor, als sie im Liga-Match gegen den VfR Garching mit dem gleichen Ergebnis das Nachsehen hatten – obwohl die Münchner Vorstädter ab der 36. Minute in Unterzahl agierten. Bei beiden Partien fehlten jedoch wichtige Stützen: Am Mittwoch schonten sich die beiden Spielertrainer Alexander Geiger (28) und Florian Schrepel (31), gegen Garching stand nur Geiger 90 Minuten auf dem Platz. Die zwei haben ein bewegtes Fußballerleben hinter sich: Der Jüngere, Mittelfeldmann Geiger, stammt aus der Jugend von Greuther Fürth und war unter anderem in Darmstadt, Bayreuth und Weiden aktiv. Auf den letztgenannten Stationen traf er auf Torjäger Schrepel, der zudem beim 1. SC Feucht seine Regionalliga-Brötchen verdiente.

„Wir dürfen den TSV auf keinen Fall unterschätzen“, warnt Strobl daher. Mit welcher Elf er heute auflaufen will, konnte er gestern indes noch nicht sagen. Seine Truppe traf sich am Abend zu einer leichten Trainingseinheit. Der Coach wollte abwarten, wie sich seine Mannen dabei präsentieren. Dominik Schöns Fußprellung, die am Mittwoch zu dessen Auswechslung führte, scheint aber abgeklungen und auch der Nackenschlag, den Martin Finkenzeller kurz vor dem Abpfiff erlitten hatte, hinterließ wohl keine größeren Spuren. Vermutlich wird Strobl dennoch einige Pokalrecken zunächst auf die Bank setzen und mit dem einen oder anderen Einwechsler von Mittwoch, Pirmin Lechthaler zum Beispiel oder Dominic Wünsch, beginnen. Der Mannschafts- und Fanbus fährt um elf Uhr los. Höß meldet, dass noch Plätze frei sind, bittet aber um eine kurze telefonische Benachrichtigung (08254/442). Selber wird der 72-Jährige jedoch nicht in das komfortable Gefährt steigen. Aus einem einfachen Grund: „Sollten wir verlieren, dann wäre ich auf der Rückfahrt unausstehlich.“

Quelle: fussball-vorort.de

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