Derby-Pleite: Kellerkind Affing schockt Pipinsried

Serge Yohoua lief sich immer fest gegen die vielbeinige Affinger Abwehr.
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Serge Yohoua lief sich immer fest gegen die vielbeinige Affinger Abwehr.

FC Pipinsried - Der Dorfclub aus Pipinsried hat das zweite Heimspiel hintereinander mit 1:2 verloren – diesmal ausgerechnet gegen den Lokalrivalen FC Affing. Der FCP vertändelte zu viele Chancen, Erkan Atilgan war für Präsident Höß der Sündenbock.

Verlieren tut bekanntlich weh. In einem Derby doppelt. Und gegen einen Gegner aus dem Tabellenkeller, der erst einmal in dieser Saison auswärts gewinnen konnte, gleich dreifach. Klar, dass der Affinger Coach Klaus Wünsch glücklich war: „Die Mannschaft hat in der zweiten Hälfte hervorragend die taktische Route verfolgt und durchaus verdient gewonnen.“

Sein Kollege Tobias Strobl verschwand derweil grußund kommentarlos in der Kabine. Nicht so der Chef des gelb-blauen Spielertrainers, Konrad Höß. Der Pipinsrieder Patriarch zog symbolisch seine Helmut-Schön-Schiebermütze vor der Leistung des Tabellenvorletzten: „Die Affinger haben zum Schluss hervorragend gespielt und hätten durchaus ein drittes Tor erzielen können.“

Doch dann zog er die Glacéhandschuhe aus und ging mit seinem Team ins Gericht: „Wir sind meilenweit von unserer Form der Vorrunde entfernt, so weit wie Pipinsried von Amerika entfernt liegt.“

Im einzelnen kritisierte er das „Klein-Klein im Mittelfeld“ und das „inkonsequente Abwehrverhalten“. Vor allem nahm er sich Abwehr-Routinier Erkan Atilgan vor, der an den Toren der Gäste eine gehörige Mitschuld trug: „So darf man einfach nicht auftreten wie Atilgan.“

Das war schon alles richtig, doch muss man auch sagen, dass eine Stunde lang nichts, aber auch gar nichts auf einen Affinger Sieg hingedeutet hatte. Im Gegenteil: Die Gelb-Blauen waren verdient durch Michael Holzhammer in Führung gegangen (29.), weitere Tore hätten noch in der ersten Halbzeit fallen müssen.

Die Partie ging schon mit den Anpfiff turbulent los: Der agile Giovanni Goia stürmte von halbrechts in den Strafraum und kollidierte mit Simon Schmidt. FCP-Präsident Konrad Höß wollte einen „glasklaren Elfmeter“ erkannt haben, Referee Sven Bode winkte indes „Weiterspielen“.

Die Hausherren ließen sich aber nicht beirren und machten munter weiter. Strobl hatte zwei Spitzen aufgeboten: Neben Serge Yohoua lief Michael Holzhammer auf; der Friedberger hatte sich rechtzeitig zu Spielbeginn gesund gemeldet. Der Coach selber hatte sich auf die ungeliebte Innenverteidigerposition begeben, der angekündigte Philip Grahammer musste erst einmal draußen bleiben.

Der Ex-Brucker sprang schließlich kurz vor der Pause für den verletzten Arthur Kubica ein (43.). Und auch wenn Höß immer wieder über seinen Spielmacher geschimpft hatte („viel zu verspielt“, „gibt nie ab“): Der 23-Jährige fehlte.

Von Affing war bis auf einen Schuss von Marius Kefer (28.) nicht viel zu sehen. FCA-Coach Wünsch stellte nach der Pause um: Der Sechser Michael Panknin ging, der schnelle Marco Nießeler kam, Marco Surauer rückte von linken Mittelfeld auf die Position vor der Abwehr. Das wirkte. Der FCP kam nicht mehr durch, hatte allerdings auch Pech mit einem 30-Meter- Freistoß von Strobl (53.) und einem 25-Meter-Lattenknaller von Schön (55.).

Affing gelang durch einen Strafstoß der Ausgleich (58.), Pipinsried wurde nervös wie an Serge Yohoua zu beobachten war: Der Ex-Profi vertändelte beste Chancen, wurde schließlich gegen Pirmin Lechthaler ausgetauscht (73.). Ein Konter hatte kurz zuvor die Vorentscheidung gebracht (70.).

Die Hausherren warfen nun alles nach vorne und konnten glücklich sein, dass die Gäste ihre Konter zu überhastet abschlossen. Der FC Pipinsried ist aber immer noch Vierter, der Abstand zum Zweiten, SV Pullach, ist allerdings schon auf sechs Zähler angewachsen.

Quelle: fussball-vorort.de

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