„Regionalliga ist Herausforderung und Gratwanderung“

Eine arbeitsreiche Sommerpause wartet auf Buchbachs Abteilungsleiter Günther Grübl und seine Helfer. foto: had

TSV Buchbach – Der TSV Buchbach spielt in der kommenden Saison in der vierten deutschen Fußballliga – der Regionalliga. Das Fußballwunder in Buchbach geht also weiter.

Das ist der siebte Aufstieg in den vergangenen 17 Jahren von der damaligen C-Klasse in die nun höchste deutsche Amateurliga. Wie ist so ein beeindruckender Weg möglich? Die Heimatzeitung sprach mit dem Buchbacher Abteilungsleiter Günther Grübl.

- Deutschlands vierte Liga macht in Buchbach Station. Wie fühlen Sie sich?

Grübl: Natürlich fühle ich mich richtig gut. Wir haben geschafft, was viele nicht von uns erwartet haben. Wir können unseren Fans in der nächsten Saison Amateurfußball in der deutschlandweit höchsten Spielklasse anbieten. Was für ein Schmankerl für die Spieler, aber auch für unsere Anhänger. Was für ein Werbeeffekt für unsere Sponsoren. Es macht schon richtig Spaß, das alles erleben zu dürfen. Besonders freut mich der Zuspruch, der uns aus allen Ecken und Enden zuteil wurde. Aber wir haben es alle gemeinsam geschafft.

-Die vergangene Bayernliga-Saison stand nicht immer unter guten Vorzeichen. Das Verletzungspech hatte ja gehörig zugeschlagen. Und trotz allem dieser Saisonverlauf. Wie erklären Sie sich das?

Grübl: Es war nicht einfach. Aber auch hier leben wir vom Kollektiv. Wir haben in der Mannschaft keine Einzelgrößen. Unser Erfolg lebt davon, dass wir uns alle unterstützen, uns gegenseitig helfen. Fällt einer aus, springt ein anderer in die Bresche. Wir haben das Glück, dass uns dies alles unter Federführung des Trainergespanns Bobenstetter/Kupper bestens gelungen ist. Das zeichnet aber auch den Charakter unserer Mannschaft aus. Alle ziehen an einem Strang.

-Der TSV Buchbach wird in der kommenden Saison in der höchsten deutschen Amateurklasse spielen. Bekommen Sie nicht ein wenig Bauchgrummeln?

Grübl: Wir haben uns mit der neuen Situation rechtzeitig auseinandergesetzt. Wir wussten, was auf uns zukommen wird und haben das Für und Wider auch in enger Absprache mit der Marktgemeinde, dem Hauptverein und vor allen Dingen mit unseren Sponsoren abgestimmt. Natürlich wird es eine neue und spannende Herausforderung für uns werden, aber auch eine Gratwanderung. Das wissen wir. Insofern sind wir um jede weitere Unterstützung, finanziell wie personell, sehr dankbar. Dabei legen wir uns auch keinen Erwartungsdruck auf. Wir wissen, wie schwierig die kommende Saison werden wird. Aber wir wollen sie genießen, und das Beste draus machen.

-Mit der Regionalliga sind nicht unerhebliche Lasten verbunden. Wie sind Sie, anders als Erlangen-Bruck, Aindling oder Gersthofen, zur Entscheidung pro Regionalliga gekommen?

Grübl: Mit einem Wagnis ist immer ein gewisses Risiko verbunden. Wir hoffen natürlich, dass die Teilnahme unseres TSV an der Regionalliga weitere Sponsorenquellen eröffnet, die wir auch brauchen werden, um das alles auch in der Regionalliga am Laufen zu halten. Hier führen wir aber vielversprechende Gespräche. Die Lizensierungsvorgaben sind natürlich nicht ohne, aber erfüllbar. Da kommen nicht nur rein finanzielle Aspekte zum Tragen. Da geht es auch um den Mehraufwand bei den personellen Strukturen im Umfeld. Und auch hier sind wir in konstruktiven Gesprächen. Für jeden neuen Helfer aber, der sich ehrenamtlich einbringen will, sind wir sehr dankbar. Natürlich gab es auch vorsichtige Stimmen. Aber wir sind schlussendlich gemeinsam zum Ergebnis gekommen: Ja, es müsste gehen, wir packen das an.

- Welche Maßnahmen müssen im Buchbacher Stadion an der Jahnstraße umgesetzt werden, um die Bewerbungskriterien zu erfüllen?

Grübl: Wir müssen in der Tribüne Sitzplätze zur Verfügung stellen. Darüber hinaus müssen wir einen getrennten Block für Fans der Gastmannschaften einrichten. Und da gibt es noch viele kleine Maßnahmen. Da wartet jetzt noch ein gehöriges Stück Arbeit auf uns, um bis zum Saisonstart alles so einrichten zu können, das es passt. Für die anstehenden Arbeitseinsätze ist die Bereitschaft zur Mitarbeit schon hoch. Aber wer von unseren Fans Lust hat, sich hier einzubringen, ist sehr gerne gesehen.

-In der neuen Regionalliga warten viele zweite Mannschaften aus der ersten und zweiten Bundesliga. Und mit 20 Mannschaften wird das auch ein sehr dicht gedrängter Spielverlauf mit vielen englischen Wochen sein. Wie können Sie das bewerkstelligen?

Grübl: Alle Beteiligten wissen von diesen Herausforderungen. Und alle freuen sich darauf. Natürlich wird es für alle, also Trainer, Spieler und Betreuer, wohl recht stressig. Aber diesen Stressfaktor gleicht die Teilnahme an der Regionalliga sicherlich aus. Wir sehen dieses Highlight positiv und wollen das alles intensiv genießen.

-Wie sind die Personalplanungen für die Regionalliga-Saison?

Grübl: Wir werden uns sicherlich nicht mit übertriebener Hektik auf den Markt stürzen. Im Gegenteil, denn wir müssen hier auch unseren finanziellen Spielraum im Auge haben. Wir haben einen sehr ausgewogenen und homogenen Kader. Wir werden diesen allerdings etwas breiter aufstellen müssen, da wir noch einige U 23-Spieler brauchen, um die Vorgaben des Fußballverbandes erfüllen zu können. Leider hat uns Sandro Volz aus beruflichen Gründen verlassen. Dafür wird Florian Preußer (21) vom SB Rosenheim ein Rot-Weißer. Ich bin mir auch sicher, dass uns Christoph Hösl von der SpVgg Landshut noch viel Freude bereiten wird. Es können sich natürlich darüber hinaus noch marginale Änderungen ergeben. Aber grundsätzlich wollen wir mit dem jetzigen Bayernliga-Kader auch in der Regionalliga für Furore sorgen.

-Ein Bonus des TSV Buchbach sind seine Fans. Wie wichtig ist für Sie dieser Umstand ?

Grübl: Unsere Fans sind es doch, für die wir all das tun. Sie sind einfach der Wahnsinn. Es macht unglaublichen Spaß, bei unseren Heimspielen vor solch einer Kulisse Fußballsport genießen zu können. Und auch bei Auswärtsbegegnungen sind unsere Anhänger ein Pfund. In den vergangenen Jahren haben wir unseren Erfolg vor allem auch unseren Fans zu verdanken, die unsere Bemühungen stets honoriert haben. Das ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen.  had

Quelle: fussball-vorort.de

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