Durch Standards droht Gefahr

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Die Stürmer trafen fast nach Belieben, Sebastian Mützel siebenmal, Ömer Kanca sechsmal.

Unterhaching - Ein wenig wundert sich Harry Deutinger schon, warum der TSV Aindling, der am Sonntag (15 Uhr) bei seiner SpVgg Unterhaching II gastiert, auf Rang 13 am Rande der Bayernliga-Abstiegszone wandelt. „Das war in der Vorrunde einer der spielstärksten Gegner“, findet der Coach.

„Damals lagen wir bis kurz vor Schluss 0:1 hinten, haben dann das Spiel noch glücklich gedreht.“ Nach Treffern in der 84., 87. und 91. Minute gelang sogar ein 3:1-Sieg.

Deutinger hatte die Aindlinger damals kurz zuvor gegen den FSV Erlangen-Bruck beobachtet und auch diese Partie lief ähnlich: Mit fußballerisch beeindruckenden Aindlingern, die aber trotzdem 0:2 unterlagen. „Sie hatten bislang eben Probleme mit dem Tore schießen“, sagt Deutinger und die Statistik bestätigt ihn: Nur 25 Treffer stehen für die Schwaben zu Buche, einzig das abgeschlagene Schlusslicht Regensburg hat noch weniger erzielt.

Was in den Aindlingern wirklich steckt, zeigten sie im letzten Spiel des alten Jahres, als sie bei den mittlerweile auf Platz drei gekletterten Erlangern mit einem 2:0-Sieg Revanche nahmen. Die Deutinger-Truppe sollte also gewarnt sein. Der Coach weiß ohnehin, was auf seine Jungspunde zukommt, denn in der Offensive ist der TSV trotz der geringen Torausbeute stark besetzt. Da ist Mario Schmidt, mit acht Treffern bester Aindlinger Schütze, und da ist Christian Doll, der bei der SpVgg das Fußballspielen gelernt hat, später mit der Jugend des FC Bayern erfolgreich war. Den Sprung in den Profifußball hat der 23-Jährige, der in der vergangenen Saison mit 21 Toren Bayernliga-Schützenkönig war, aber bei aller Qualität noch nicht geschafft. Und in der laufenden Spielzeit läuft es nicht rund für ihn. „Er hatte bis jetzt etwas Ladehemmung“, so Deutinger, „aber er ist schnell, wendig, immer gefährlich, und er holt gerne Freistöße und Elfmeter heraus.“ Gerade bei Standards sei seine nicht gerade aus Hünen bestehende Mannschaft aber in Gefahr, gesteht der SpVgg-Coach: „Mit Vitzthum, Hefele und Ziegler sind unsere großen Verteidiger inzwischen alle bei den Profis, jetzt haben wir nur noch Jonas Hummels.“

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Neben den für seinen Geschmack zu vielen Gegentoren nach ruhendem Ball sieht Deutinger, der mit der spielerischen Entwicklung seines Teams sehr zufrieden ist, nur eine weitere, aber altbekannte, Schwäche: Die Chancenauswertung. Vielleicht entfaltet da ja der 15:1-Derbysieg vor ein paar Tagen im Kreissparkassenpokal gegen Fortuna Unterhaching heilsame Wirkung. Die Stürmer trafen fast nach Belieben, Sebastian Mützel siebenmal, Ömer Kanca sechsmal. „Für den Kopf ist das bestimmt mal ganz gut“, glaubt Deutinger, doch er weiß vor dem Ansturm auf die mit 25 Gegentoren drittbeste Defensivabteilung der Bayernliga auch: „Gegen Aindling müssen sie halt die ein, zwei Chancen nutzen, die sie bekommen.“

Umberto Savignano

SpVgg Unterhaching II: Müller - Grunert, Hummels, Drum, Alschinger, Pasiciel, Martin, Schuster, Kanca, Grahammer, Mützel

Quelle: fussball-vorort.de

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