Echings Lebensversicherung Hrgota zeigt mal wieder seine Klasse

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in Normalform: Ferdinand Kozel brachte die gegnerischen Stürmer aus Thannhausen zum Verzweifeln.

TSV Eching - Die Echinger Fußballer haben gewonnen und trotzdem hängt der Haussegen schief. Das 1:0 (1:0) gegen die TSG Thannhausen war glücklich und wenig landesligawürdig.

VON NICO BAUER

Eching – Das kickende Personal des TSV Eching bot nach dem Schlusspfiff ein typisches Verliererbild. Mit hängenden Köpfen schlichen die Spieler vom Feld und suchten die Ruhe der Kabine. Die Spieler wussten, dass ihr 1:0-Zittersieg gegen Thannhausen kein Ruhmesblatt war. Die Hausherren beherrschten in der ersten Hälfte den Tabellen-Vorletzten ohne jegliche Schwierigkeiten. Nach vorne glänzten sie nicht allzu sehr, aber das 1:0 war hoch verdient und das 2:0 schien nur eine Frage der Zeit zu sein.

Der Treffer war wieder mal ein typischer Hrgota. Echings Torjäger vor dem Herrn hatte sich in der 17. Minute in seiner einzigartigen Art vom Gegenspieler weggestohlen, bekam den Ball und der Rest war mit einem humorlosen Flachschuss Formsache. Fünf Minuten später stand Fabi Hrgota noch einmal frei vor dem Keeper, blieb aber hängen. In der Folgezeit beschränkte sich der TSV auf die Kontrolle des Geschehens. Nach dem Seitenwechsel hätte Thomas Eckmüller sein erstes Saisontor nach einem halben Jahr im Krankenstand einfach machen müssen. Die Nummer 20 lief alleine auf das Tor zu, scheiterte am Schlussmann und bekam von Hrgota die zweite Chance aufgelegt, die dann am Pfosten endete. Zu dem Zeitpunkt ahnte niemand, dass diese Millionenchance das Ende der Echinger Herrlichkeit darstellen sollte.

Dem TSV kann nur noch zu Gute gehalten werden, dass Fabi Hrgota zweimal vor dem Tor durch unmögliche Abseitsentscheidungen gestoppt wurde. Die Echinger luden die bis dato harmlosen Gäste regelrecht ein, an dem Match teilzunehmen und auch einmal anzugreifen. Ein halbes Dutzend Großchancen resultierten aus einem erschreckend passiven Defensivverhalten. Immer wieder hielt Ferdi Kozel die Führung fest, gleich mehrere Male sah er sich gegnerischen Stürmern allein freistehend vor ihm gegenüber. Am engsten war es in der 74. Minute, als der im Herauslaufen bärenstarke Torwart noch ein paar Finger an den Ball brachte und Enzo Potenza den Ball kurz vor der Linie wegschlagen konnte. Der fehlerfreie Schlussmann rettete mehrfach den letztlich unverdienten Sieg, mit dem Eching weiterhin vier Punkte vor dem Nichtrelegationsplatz 16 liegt. Echings Trainer Reiner Leitl verfolgte das Spiel überraschend ruhig, während Fußball- Abteilungsleiter Marcus Heiss immer wieder verzweifelte Weckrufe ins Feld schrieb.

Leitl platzte erst nach dem Match der Kragen. „Die zweite Halbzeit war eine Zumutung und eine Fehlpassorgie hoch drei“, schimpfte er. Er hatte ein wackelndes Kollektiv beobachtet, fünf bis sechs Spieler hatten die Mitarbeit eingestellt. Zudem ärgerte er sich, dass die Wortführer ruhig blieben „Wenn ich dann reinplärre, läuft das Spiel trotzdem an der Mannschaft vorbei. Wenn die Spieler so etwas anbieten, dürfen sie sich auch nicht wundern über 70 oder 80 Zuschauer.“ Dabei ginge es ganz anders: „Wenn bei uns alle Spieler an ihre Leistungsgrenze gehen, dann haben viele Landesligisten Probleme mit uns.“

Quelle: fussball-vorort.de

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