Elfinger hadert trotz Punkt gegen Bayern

Stolperstein Heimstetten: Valentin de la Motte bremst Daniel Wein vom FC Bayern II; links Steven Toy. Foto: Rossmann

SV Heimstetten - Von „schlechten letzten Bällen“ berichtete er, haderte, dass seine Mannschaft „nicht effektiv abgeschlossen“ und „vorne nicht clever genug“ agiert habe. Dabei hatte Rainer Elfingers SV Heimstetten soeben der prominent besetzten U23 des FC Bayern beim 1:1 einen Punkt abgetrotzt.

von Matthias Horner

„Vor dem Spiel hätte ich ein Unentschieden sofort unterschrieben“, sagt der 45-jährige SVH-Coach Rainer Elfinger, „heute war aber sogar mehr drin“. Widersprechen konnte ihm niemand. Hatte seine Elf doch in der Tat dem großen Favoriten um Trainer Mehmet Scholl nicht nur über 90 Minuten beherzt Paroli geboten, sondern war darüber hinaus am Ende auch dem Sieg näher.

In der letzten Minute der Nachspielzeit parierte Bayern-Schlussmann Leopold Zingerle einen scharfen und platzierten Kopfball des eingewechselten SVH-Akteurs Lennart Hasenbeck spektakulär und bewahrte seine Mannschaft somit vor der ersten Saison-Niederlage in der Fußball-Regionalliga. Durch das Remis liegen die beiden Kontrahenten, die während der gesamten Runde auch die Heimspielstätte teilen, weiter einträchtig gleichauf. Was Scholl dazu bewegte, anschließend die Saisonziele zu korrigieren: „Ab heute ist der Aufstieg kein Thema mehr, diese Zielsetzung ist mit dieser jungen Mannschaft nicht zu erfüllen.“

Die Konzentration liege ab sofort darauf, „Spieler näher an die Profis heranzubringen“, sagt der 41-Jährige, daran werde er sich messen lassen, nicht aber „an unrealistischen Zielen“. Elfinger dagegen bilanzierte dann doch recht angetan von der Darbietung seiner Equipe: „Wir wollten den Bayern das Leben schwer machen, die Jungs haben ihren Job gut erledigt“. Von einer Korrektur der Saisonziele allerdings wollte er nichts wissen, es gehe „weiter gegen den Abstieg“. Liegt doch der einzige Wermutstropfen im gelungenen Start des SVH darin, dass nach drei Remis eben auch erst drei Zähler zu Buche stehen.

Zumal er nun den FC Ismaning zum stets brisanten Derby empfängt (Samstag, 4. August, 15 Uhr). Dass er dennoch „keine Sorgen für die Zukunft“ habe, wie Elfinger erklärte, ist durchaus begründet. Weiterhin muss der Aufsteiger ohne einige verletzte Leistungsträger wie etwa Christoph Schmitt, Memis Ünver, Alexander Schneider oder die Neuzugänge Daniel Steimel und Aladin Isakovic auskommen. Elfinger hat also noch reichlich Potenzial in der Hinterhand. Gegen die Bayern- Reserve hatte Gianluca Simari die Elfinger-Truppe nach einer attraktiven Anfangsphase mit Chancen auf beiden Seiten, der größten für die Scholl-Elf durch einen Pfostenschuss Niklas Horns (12.), auf Vorlage von Marco Bläser in Führung gebracht (33.).

Nur wenig später allerdings kam der Bayern-Nachwuchs zum Ausgleich durch Bastian Fischer (39.). Der zweite Durchgang sah dann zwar aktivere Bayern, die gefährlicheren Torszenen aber verbuchte Heimstetten. Hasenbecks Kopfball bildete so nur den Schlusspunkt unter eine sehenswerte Partie mit einer letztlich gerechtfertigten Punkteteilung.

Die Stimmen zum Spiel:

Mehmet Scholl (Trainer FC Bayern München II): "In der ersten Halbzeit haben wir ein gutes Spiel gemacht. Nach dem dritten Spiel in einer Woche haben wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr zulegen können. Allerdings haben wir zu viele Chancen zugelassen. Die älteren Spieler sollen keine Spiele gewinnen. Sie sollen die jungen Spieler führen. Die Entwicklung der jungen Spieler ist das Ziel. Der Aufstieg ist kein Thema."

Rainer Elfinger (Trainer SV Heimstetten): "Das Resultat geht in Ordnung. Hätte mir vor dem Spiel jemand dieses Ergebnis angeboten, hätte ich gesagt ok. Beim Ballbesitz waren die Bayern klar überlegen. Im Torabschluss waren beide Mannschaften nicht konsequent genug. Aus den ersten Spielen sind wir gut rausgekommen. Es geht aber weiter nur gegen den Abstieg. Der Blick in die Zukunft macht mir keine Sorgen. Ich bin rundum sehr stolz auf meine Truppe."

Quelle: fussball-vorort.de

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