VfR Garching verliert rassiges Spiel unglücklich

Michael Weicker (r.) traf in der 8. Minute den Pfosten.
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Michael Weicker (r.) traf in der 8. Minute den Pfosten.

VfR Garching - Während des Spiels hatte sich Daniel Weber ein paar Mal richtig aufgeregt. Er hatte lautstark Leichtsinnsfehler kritisiert, vergebene Chancen beklagt, vehement Entlastung für die Defensive gefordert.

Von Umberto Savignano

Dann, als die 0:1 (0:0)-Niederlage des VfR Garching beim FC Deisenhofen feststand, verharrte der Trainer erst einmal eine Weile sinnierend auf der Bank. Es hatte den Anschein, als habe ihm die Entscheidung durch einen Handelfmeter in der 90. Minute endgültig das Wochenende versaut, und wohl noch einige Tage mehr. Doch nachdem sich Weber erhoben hatte, um seinem Kollegen Dieter Meixelsberger zu gratulieren, da wirkte er plötzlich ganz anders. Entspannt, ja fast ein bisschen selig, lächelte er und sagte als erstes: „Das war wenigstens mal wieder ein richtig gutes Fußballspiel.“

Was Garchings Coach nämlich wirklich die Laune verhagelt, ist die Mauertaktik der meisten Landesliga- Kontrahenten. „Solche Spiele wie heute, in denen der Gegner auch gewinnen wollte, hatten wir in der Hinrunde nur zwei oder drei“, sagte er. Darin ist er sich mit Meixelsberger einig. Deisenhofens Trainer hätte deshalb für das rassige Derby gerne einen Extrabonus verteilt: „In diesem Spiel hätten beide drei Punkte verdient.“

Doch am Ende gab es, wie üblich, nur drei Zähler für den Sieger. Und weil der Deisenhofen hieß, beschäftigte sich Weber auch noch mit den für ihn und seine Mannschaft weniger schönen Seiten der Partie, zum Beispiel den vergebenen Chancen. „Wenn wir in der ersten Halbzeit 2:0 in Führung gehen, läuft das Spiel für uns.“ Daniel Steinacher (6.) und Georg Ball (20.) köpften aus bester Position vorbei, Michael Weicker traf den Pfosten (8.) gegen eine Deisenhofner Mannschaft, die gegen den anfangs feldüberlegenen Spitzenreiter ordentlich mithielt, aber noch keine Gefahr für Torwart Stefan Wachenheim heraufbeschwor.

Das sollte sich im zweiten Durchgang ändern. „Unser Torwart hält uns super im Spiel“, lobte Weber Keeper Wachenheim für Riesenparaden, unter anderem gegen Vitus Hörteres 18-Meter-Knaller (50.) und Roland Dörings Schuss (87.). Doch gegen die immer druckvolleren Hausherren hätte auch Garching noch treffen können. Wieder beste Kopfballchancen durch Georg Ball (48.) und Dennis Niebauer (70.), beide zielten genau auf FCD-Schlussmann Alexander Kottmüller, der zudem gegen Niebauer noch eine Parade der Sonderklasse zeigte (66.).

„Unser Spiel ist sehr laufintensiv, da musst du vorne die Dinger machen, sonst geht die Psyche runter“, erklärte Weber, warum der Gegner am Ende den größeren Siegeswillen zeigte, der in der 90. Minute durch ein unglückliches Handspiel von Georg Ball belohnt wurde. Andreas Staufner verwandelte den Elfmeter zum Tor des Tages. Weil Steinacher in der Nachspielzeit aus kürzester Distanz drüber zielte, blieb Weber trotz des schönen Spiels nur das Fazit des Verlierers: „Zur Zeit schießen wir keine Tore, aber dann muss man halt zu null spielen.“

Quelle: fussball-vorort.de

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