1:3 gegen den Schiedsrichter

Gestrauchelter Angreifer: Farchets Jakob Gerg (vorne) flog in Hankofen früh vom Platz, weil der Schiedsrichter einen harten, aber fairen Zweikampf als rotwürdig eingestuft hatte.
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Gestrauchelter Angreifer: Farchets Jakob Gerg (vorne) flog in Hankofen früh vom Platz, weil der Schiedsrichter einen harten, aber fairen Zweikampf als rotwürdig eingestuft hatte.

BCF Wolfratshausen - Ärgerlich: Bei der 1:3-Niederlage in Hankofen überschattet eine Vielzahl fragwürdiger Entscheidungen des Schiedsrichter-Trios die grundsolide Leistung des BCF Wolfratshausen.

Die Statistik liest sich erschreckend. Sämtliche gravierende Entscheidungen des Referees gingen gegen die Farcheter: ein früher Platzverweis, dazu zwei Elfmeter für den niederbayerischen Gastgeber. Damit lässt sich eine Niederlage hinreichend begründen.

Reiner Leitls zur Schau getragene Gelassenheit nach dem Schlusspfiff war bemerkenswert. In Wirklichkeit wäre der BCF-Trainer wohl lieber mit Spielleiter Julian Kreye in den Boxring gestiegen, oder in einer dunklen Ecke verschwunden. Kreye war es, der Leitls Meinung nach die Wolfratshauser „um die verdienten Punkte gebracht“ hatte. Die Fehlentscheidungen des Unparteiischen reihten sich wie Perlen an einer Kette aneinander.

Los ging es in der 30. Minute: Platzverweis für Jakob Gerg. So interpretierte der Oberaufseher den Zweikampf mit einer branchenüblichen Grätsche Gergs. „Völlig überzogen“, wetterte Leitl. Vorbei war es mit der euphorischen Grundstimmung nach dem frühen Kopfballtreffer von Basti Pummer. Der Ausgleich der zuvor völlig verunsicherten Platzherren ließ keine drei Minuten nach Gergs Hinausstellung auf sich warten. Dominik Schubert ging im Duell mit Tobias Richter zu rustikal zur Sache – Strafstoß. „Da muss er lockerer bleiben“, rüffelte Chefcoach Leitl den Ex-Kohlgruber. Christian Schedlbauer verwandelte den berechtigten Elfer zum 1:1.

Bei der zweiten Strafstoßentscheidung fiel Farchets Trainer jedoch vom Glauben ab. Marco Höferth klärte einen Hereingabe per Kopf, wurde dabei sogar noch behindert. So sah es zumindest der Schiedsrichter. Doch erreichte diesen umgehend eine Intervention von der Seitenlinie. Der Assistent bedeutete seinem Chef eine elfmeterreife Aktion. Leitl hatte zu diesem Zeitpunkt ohnehin genug vom grau-schwarz bedressten Gespann. War Pummers vergebene Großchance – es wäre das 2:1 gewesen – als unglücklich einzustufen gewesen, stand bei Hüttls aberkanntem Treffer eine Parteinahme der Spielleiters im Raum. Leitl hatte ein „klares Tor“ gesehen, und auch die Begründung des Schiedsrichters blieb aus.

„Dieses Tor wollte er uns nicht geben“, zürnte der 53-Jährige. Seine Elf habe „wirklich gut gespielt“, und sie hätte die Begegnung trotz Unterzahl mit Hüttls Treffer „wohl auch gewonnen“. Aber Farchet und der Unparteiische – das passte nicht zusammen. „Solche Entscheidungen sind traurig“, wetterte Leitl. Höferth hatte in der Schlussphase noch einmal den Ausgleich auf dem Fuß. Im Gegenzug kassierten die Gäste den entscheidenden Konter zum 1:3-Endstand. Dem Ballclub fehlen nicht nur die Punkte, sondern nach dem Ausfall von Werner Schuhmann mit Jakob Gerg ein weiterer Offensivspieler für wenigstens die kommenden zwei Wochen.

Quelle: fussball-vorort.de

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