Grill zeigt Verständnis für Spott der Fans

+

FC Ismaning – Wenn die Fußballer der FC Ismaning verloren haben, ist der Gang zur Pressekonferenz für den Trainer nicht einfach. Die alteingesessenen Mitglieder schauen zu und hören genau hin. Vor allem ist Schönfärberei verboten.

von Nico Bauer

„Es ist schön, der Mannschaft beim Kombinieren zuzusehen“, sagte Roman Grill. Die Fans belächelten und verspotteten ein wenig den Mann, der als Manager von Bayernstar Philipp Lahm so ein bisschen große Fußballwelt im beschaulichen Ismaning verkörpern sollte.

Vor dem Auswärtsspiel im eigenen Stadion beim Mieter TSV 1860 München II (Dienstag, 18.30 Uhr) herrscht eine ganz komische Stimmung in Ismaning. Nach elf Spielen ohne Sieg ist für die immer winziger werdenden Fanmassen der Bayernliga-Abstieg nicht abzuwenden. Das Gegenargument von Grill ist die Hoffnung, „dass noch 15 Punkte zu vergeben sind“. Mit nur einem Sieg könnte das Team schon wieder den Relegationsplatz erklimmen.

Aber Grill ist auch auf die Bayernliga vorbereitet: „Wenn es bei den Jungen für die Regionalliga nicht reicht, müssen wir das in Kauf nehmen.“ Roman Grill will auch eine Klasse tiefer bleiben und dem aktuellen Team die Stange halten: „Wir haben eine wertvolle Mannschaft und nette Charaktere.“ Für das Gelächter der Fans zeigt er Verständnis, „denn sie wollen Siege sehen“.

Grill lässt aber durchblicken, dass die sportlich mageren Wochen nicht nur Negatives haben: „Der Verein muss sparen, der Etat schaut besser aus und die Mannschaft kann sich weiter entwickeln.“ Die gesparten Gehälter der zurückgetretenen Spieler helfen, die finanzielle Schieflage mit 35 000 Minus in der vergangenen Saison zu korrigieren. Der gegen Illertissen erstmals 90 Minuten nur auf der Bank verharrende Trainer Roman Grill gab aber auch interessante, weil seltene Einblicke in sein Seelenleben: „Du bist vielleicht zu vertrauensvoll in die Aufgabe gegangen.“ Die Rebellion ohne Rückkehr der Ex-Stars vom FC Ismaning kann er noch immer kaum glauben: „Ich war extrem überrascht, dass in der Vierten Liga acht oder neun Leute so ein Ding durchziehen.“

Der Begriff Vierte Liga klang wie Profifußball. Doch dann überrascht Grill wenige Sätze später mit einem Statement über den Zweiten Illertissen, der wohl in der Liga den Startplatz im DFB-Pokal einkassiert: „Das ist eine reine Amateurmannschaft.“ Diese Worte dürften nicht allzu gut ankommen beim Rest der Regionalliga, der sich als Bindeglied zwischen gehobenen Amateur- und angehenden Profifußball sehen möchte.  

Aufstellung: Rößl – Feicht, Rodenwald, Achatz, Mihelic – Ott, Merwald, Walfort – Ring, Fries – Rakaric.

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Kommentare