Stier verlässt den Verein zum Saisonende

BCF vor großen Herausforderungen

Sorgen über Sorgen: BCF-Abteilungsleiter Dr. Manfred Fleischer (li.) muss für nächste Saison einen neuen Trainer suchen, denn Marco Stier kehrt in seine Heimat Hamburg zurück. Außerdem ist der Klassenerhalt noch in Gefahr. FOTOS: PH

BCF steht vor großen Herausforderungen – Trainer Stier geht zum Saisonende – Lücken in der Nachwuchsarbeit

Wolfratshausen – Marco Stier machte es am Freitagabend spannend. Über zwei Stunden ließ der Trainer von Fußball-Bayernligist BCF Wolfratshausen die Besucher der Jahresversammlung auf sein angekündigtes Statement warten. Erst nach dem anschließenden Weihnachtsessen im Saal der Mehrzweckhalle trat der 33-Jährige ans Mikrofon und kündigte an, dass er den abstiegsbedrohten Verein nach Saisonende verlassen wird (wir berichteten).

Dass dieser Verlust im kommenden Jahr nicht die einzige Baustelle für BCF-Vorsitzenden Dr. Manfred Fleischer sein wird, wurde schon zuvor deutlich. „Viel Arbeit liegt auf zu wenigen Schultern“, bilanzierte der 63-Jährige. In einem halbstündigen Vortrag ließ Fleischer ein turbulentes Jahr Revue passieren. Zwar gab es mit dem Freundschaftsspiel gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern München im Juli ein „unvergessliches Highlight“, das dem krisengeschüttelten Verein auch überregionale Aufmerksamkeit sicherte. Dementgegen stehen aber die unübersehbaren Defizite in der Nachwuchsarbeit. „Wir haben keine A-Jugend mehr, das ist sehr schlecht“, zeigte sich Fleischer enttäuscht. Die Jugendfördergemeinschaft (JFG) – ein Zusammenschluss von TSV und BCF Wolfratshausen – plagen erhebliche Nachwuchssorgen. Momentan bemüht sich Florian Graf, den notwendigen Unterbau für den Bayernligisten wiederherzustellen. „Ich habe da auch Fehler gemacht, weil ich als Vorsitzender zu spät eingegriffen habe“, zeigte sich Fleischer selbstkritisch.

Heribert Burkard zog in seinem anschließenden Bericht ein ernüchterndes Fazit. „Vor neun Jahren gab es in unserem Verein viele Nachwuchsteams und Trainer“, erinnerte sich der Jugendleiter des BCF. „Diese Zeiten sind leider vorbei.“ So kicken in den Jahrgängen 2008/09 – also der E-Jugend – derzeit gerade einmal neun Spieler an der Kräuterstraße. „Dieser Status-quo gefällt mir gar nicht, wir müssen wieder mehr Kinder zum BCF lotsen“, forderte Burkard. Die Bereitschaft von Eltern, eine Mannschaft zu betreuen oder sich anderweitig zu engagieren, gehe leider gegen Null. Unter diesen Voraussetzungen ist es laut Fleischer auch schwierig, die Erste Mannschaft langfristig in der Bayernliga zu halten.

Dass dies im Frühjahr nach einer verheerenden Serie von sieben Niederlagen in Folge noch gelang, war zweifellos auch das Verdienst von Trainer Marco Stier. Doch dieses Engagement hat bei dem 33-Jährigen Spuren hinterlassen: „Knapp zwei Jahre Abstiegskampf haben mich sehr mitgenommen“, gestand Stier. In einem halben Jahr wird der ehemalige Profifußballer mit seiner Familie zurück in seine Heimatstadt Hamburg ziehen, zumal dort auch seine Eltern leben. Der Vater von drei Kindern hofft dann auch, mehr Zeit für seine Familie zu haben. Ob er wieder eine Trainertätigkeit übernimmt, stehe noch nicht fest. „Mir stehen dort alle Türen offen“, glaubt Stier.

Ungeklärt ist auch die Zukunft von BCF-Torjäger Marian Knecht, dessen 16 Saisontreffer bei anderen Vereinen Begehrlichkeiten weckten. Nach eigenen Angaben liegen ihm mehrere Angebote vor: „Ich wäre blöd, wenn ich mir die nicht anhören würde“, gestand der 25-jährige Student auf Nachfrage. Dennoch möchte auch Knecht zumindest in den verbleibenden Spielen noch zum Klassenerhalt beitragen.

Quelle: fussball-vorort.de

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