Später 1:0-Sieg über Bremens Zweite

Haching: "Perfektes Weihnachtsgeschenk für die Fans!"

Im dichten Schneetreiben sorgt Stephan Hain in der Nachspielzeit für den Hachinger 1:0 Sieg. Der 29-Jährige ist eben ein eiskalter Torjäger. FOTO: SVEN LEIFER

Dramatischer Schlusspunkt eines turbulenten Fußballjahres: Die SpVgg Unterhaching schlug Werder Bremen II durch ein Tor in der Nachspielzeit mit 1:0 und überwintert als Tabellen-Fünfter der Dritten Liga. Matchwinner war Torjäger Stephan Hain, der damit seine Durststrecke beendete.

Unterhaching – Es war die 92. Minute im Sportpark, als Hain im Schneetreiben noch einmal zum Schuss kam. Max Dombrowka hatte den letzten Angriff der Partie gegen den Tabellen-18. mit einem Pass in den Strafraum abgeschlossen, da fälschte Pfitzner die Kugel ab, plötzlich zappelte der Ball im Netz. Die Folge war eine Jubeltraube vor der Südtribüne. Der Siegtreffer, ausgerechnet vom dem Mann, der inzwischen 14 Saisontore auf dem Konto hat, die SpVgg in der Vorsaison mit unglaublichen 32 Treffern in die Dritte Liga zurückgeschossen hatte, zuletzt aber viermal ohne Tor geblieben war und in Osnabrück sogar einen Elfmeter verschossen hatte.

Dem ohrenbetäubenden Jubel folgte das Resümee eines erleichterten Stürmers: „Ich bin brutal froh, dass der reingegangen ist“, sagte Hain, „sonst hätte ich mich gescheit geärgert.“ Unverdient war der Siegtreffer nicht für die SpVgg, glücklich schon. „Man gibt natürlich nie auf“, so Hain, „irgendwie glaubt man immer dran, dass noch was geht. Aber klar, dann ist es Glück, dass mir der Ball noch mal vor die Füße fällt.“

Vor allem ihm, dem zuletzt erfolglosen Top-Torjäger der Liga, gönnten die Kollegen das späte Erfolgserlebnis. „Wenn ich mir’s hätte aussuchen können, wer so ein entscheidendes Tor macht, hätte ich zwei Leute gehabt“, verriet Trainer Claus Schromm, „Stephan war der erste davon. Mich freut’s wahnsinnig für ihn, er hat das die letzten Wochen echt schwer genommen.“ Auch Präsident Manfred Schwabl freute sich für den 29-Jährigen: „Wenn es einer verdient hat, dann er. Gut, dass es der Fußballgott so entschieden hat.“ Verteidiger Maximilian Bauer erklärte: „Mir war ehrlich gesagt klar, dass dieses eine Tor noch fällt. Und auch, dass Stephan es macht. Er hat vier Spiele nicht getroffen, das war für ihn schon recht ungewöhnlich.“

Seltene Uneinigkeit herrschte nach dem Last-Minute-Paukenschlag unter den Trainern bei der Bewertung des Sieges für die Gastgeber. „Wir sind zutiefst getroffen und todtraurig“, stammelte der völlig deprimierte Werder-Trainer Oliver Zapel, „ich denke, beide Mannschaften wären mit einem Unentschieden gut bedient gewesen.“ Dem widersprach Claus Schromm umgehend: „Wir hätten mit einem Punkt heute nicht leben können. Glücklich war nur, dass es so lange beim 0:0 geblieben ist. Wir hatten Chancen genug, um den Sieg verdient zu haben. Er war hochverdient.“

In der ersten Halbzeit hatten Sascha Bigalke (4.), Thomas Hagn (11.) und Stephan Hain (18. und 35.) schon vier dicke Möglichkeiten gehabt, bei der letzten war Hain freistehend an Bremens Torhüter Oelschlägel gescheitert. Die Gäste kamen ihrerseits zu drei Möglichkeiten, in der 13. Minute klärte Christoph Greger in höchster Not vor Manneh. Insgesamt hatte die SpVgg die Partie aber die meiste Zeit im Griff. Ebenso in der zweiten Halbzeit, in der es an Torszenen mangelte – bis die beste in der Nachspielzeit doch noch zum Tor führte. „Ein perfektes Weihnachtsgeschenk für die Fans“, fand Maximilian Bauer, „ein toller Abschluss eines tollen Jahres“, sagte Hain. Das waren auch Schromms Schlussworte: „Ja, das war ein schönes Jahr muss ich sagen.“ Das die Hachinger auf Platz fünf beenden – für den Aufsteiger eine überragende Bilanz.

Kurioserweise gab es übrigens vor einem Jahr ein ebenso dramatisches Jahresfinale im Sportpark: Im letzten Spiel 2016 erzielte Sascha Bigalke ebenfalls in der 92. Minute das Siegtor zum 2:1 gegen den FC Bayern München II.

Quelle: fussball-vorort.de

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