Niederlage gegen Babelsberg

Haching: Punkte verloren, Anerkennung gewonnen

Kein Durchkommen: Im letzten Moment wird Maximilian Welzmüller von einem Babelsberger Abwehrspieler gestoppt. Fotos: Bro
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Kein Durchkommen: Im letzten Moment wird Maximilian Welzmüller von einem Babelsberger Abwehrspieler gestoppt. Fotos: Bro

SpVgg Unterhaching - Nach einer frühen Roten Karte in Unterzahl, dann ein höchst umstrittenes Gegentor kurz vor der Pause – die SpVgg Unterhaching hatte die Partie gegen den SV Babelsberg gestern Abend schon zur Halbzeit verloren.

Auch eine tolle kämpferische Vorstellung änderte nichts an der 0:1-Heimniederlage. Die Rückkehr auf die Aufstiegsplätze hat die Mannschaft damit verpasst, Anerkennung für ihr großes Kämpferherz aber gewonnen.

Es gibt Tage, da steht man besser gar nicht auf. Und Abende, da verlässt man am besten nicht die Kabine. Denn in den ersten 45 Minuten gestern im Drittliga- Spiel gegen den Tabellen-16. aus Potsdam lief nicht viel für die Gastgeber. Schon in der 25. Minute mussten die Gastgeber mit nur noch zehn Mann auskommen, weil Schiedsrichter Manuel Kunzmann Hachings Innenverteidiger Maximilian Drum wegen groben Foulspiels die Rote Karte gezeigt hatte.

Ein hartes Einsteigen kurz hinter der Mittellinie hatte sich Drum geleistet – die Entscheidung vertretbar, aber hart. Drum war dabei aber das Opfer einer Fehlerkette bei der SpVgg, die zuvor völlig unnötig den Ball vertändelt hatte. Während sich die Unterhachinger Elf vor dem Platzverweis gegen tief stehende Babelsberger in der Offensive enorm schwer getan hatte, schien sie danach mit dem „Jetzt-erst-recht“-Gefühl im Rücken besser ins Spiel zu finden. Das Tor allerdings erzielten die Gäste. In der 41. Minute zog Groß nach einem Eckball aus 20 Metern ab, von Beiches Kopf abgefälscht schlug der Ball im Netz ein. Was folgte, waren wütende Proteste der Hachinger wegen einer Abseitsstellung des Schützen.

Dass es hauchdünn ein korrektes Tor gewesen war, entschlüsselten erst später die Fernsehbilder. Auch Schieds- und Linienrichter hatten sich bei ihrer Entscheidung aber offensichtlich eher auf ihr Gefühl verlassen. Die zweite Halbzeit brachte eine Partie, die sich entsprechend der Umstände entwickelte. Die SpVgg mühte sich und verdiente sich durch tapferes Anrennen Respekt, ohne jedoch erfolgreich zu sein. Die Gäste verteidigten humorlos den knappen Vorsprung und ließen sich bei ihren wenigen Offensivvorstößen viel Zeit. Chancen wie vor dem Platzverweis, als Stefan Riederer im Hachinger Kasten per Fußabwehr einen Schuss aus spitzem Winkel von Koc abwehren musste, oder kurz danach die Rettungstat seines Gegenübers Löhe beim missglückten Kopfball des eigenen Mitspielers Hebib, blieben aus.

Eher zufällig entstand eine halbe Torchance, als die Gäste nach einem Eckball die Kugel an den Außenpfosten bugsierten. Auf Hachinger Seite schwanden schließlich Kräfte und Konzentration. Auch die beiden eingewechselten Stürmer Manuel Fischer und Andreas Voglsammer konnten nichts mehr bewirken. Die Hiobsbotschaften waren mit Platzverweis und Niederlage noch nicht abgehakt. Nach 61 Minuten musste Maximilian Welzmüller mit der Trage vom Platz gebracht werden. Der Mittelfeld-Abräumer musste mit einer schlimmen Kopfwunde und Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Für Farbe sorgte bis zum Ende nur noch mehrfach der schwache Referee. In der 85. Minute zeigte er auch dem Babelsberger Toure Rot.

Wieder war’s wegen eines groben Foulspiels, wieder war die Entscheidung vertretbar aber hart – rechnet man Markus Schwabls übliche Theatralik in die Szene an der Seitenlinie hinein. Stephan Thee sah in der Nachspielzeit wegen Reklamierens noch Gelb-rot, das war schlicht eine Dummheit des gestern schwachen Mittelfeldspielers.

Quelle: fussball-vorort.de

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