Haching II rettet Derbypunkt

Weiter, immer weiter: Im Sinne von Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn gibt Hachings Frederic Niederbacher selbst im Liegen nicht auf und stochert, von zwei Pullachern bedrängt, noch nach dem Ball.
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Weiter, immer weiter: Im Sinne von Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn gibt Hachings Frederic Niederbacher selbst im Liegen nicht auf und stochert, von zwei Pullachern bedrängt, noch nach dem Ball.

SpVgg Unterhaching II - In einem packenden Derby hat sich die SpVgg Unterhaching II nicht unterkriegen lassen und beim SV Pullach ein leistungsgerechtes 3:3-Unentschieden erkämpft.

Nach dem unterhaltsamen 3:3 (2:2) im Bayernliga-Spitzenspiel zwischen dem SV Pullach und der SpVgg Unterhaching II herrschten bei den Gastgebern gemischte Gefühle, während sich die Gäste über den Punkt richtig freuten.

Theo Liedl wirkte nach dem Schlusspfiff zunächst etwas frustriert. „Drei Fehler von uns haben zu drei Toren geführt. Und wir haben zu viele Chancen liegen lassen. Aufgrund der vielen Möglichkeiten hätten wir als Sieger vom Platz gehen müssen“, fasste Pullachs Trainer die 90 ereignisreichen Minuten aus seiner Sicht zusammen. Eine Betrachtungsweise, die aufgrund des Spielverlaufs durchaus ihre Berechtigung hatte. Trotzdem lag auch Hachings Coach Florian Ernst mit seinem Fazit nicht daneben: „Das 2:2 zur Pause war glücklich, aber in der zweiten Halbzeit haben wir uns den Punkt redlich verdient.“

So widersprüchlich die Aussagen der Trainer auch klangen: Falsch waren beide nicht. Und das hatte seinen Grund in einem Spielgeschehen mit unterschiedlichen Phasen und vielen Knackpunkten, an denen sich die Partie auch in Richtung eines ganz anderen Ausgangs hätte entwickeln können. Kurz: Es war alles drin in diesem Bayernliga-Hit.

So erwischte Pullach einen schwachen Start, den die Hachinger eiskalt ausnutzten. Nach einem Fehler im SVP-Spielaufbau hob der von Lasse Lehmann bediente Frederic Niederbacher den Ball über Keeper Sandro Volz hinweg zum 0:1 ins Netz (7.). „Wir haben zehn Minuten gebraucht, um ins Spiel zu finden“, räumte Liedl ein. „Aber dann hatten wir einige Möglichkeiten.“ Allerdings: Nach dem zaghaften Beginn machten die Raben nun mächtig Druck, ließen der SpVgg zeitweise kaum Luft zum Atmen. Sebastian Schuff (16.) und dreimal Maxi Schuster (19., 21., 22.) hatten den Ausgleich auf dem Fuß, ehe Gianluca Simari einen der vielen sehenswerten Angriffe zum verdienten 1:1 verwertete (25.). Schuff hätte den nun klar überlegenen SVP danach in Führung schießen können (33.), doch über ihren attraktiven Angriffsfußball wurden die Raben hinten allzu sorglos. Lehmann konnte unbehelligt nach rechts auf Alexander Rojak passen, der den Ball zum 1:2 ins lange Eck schlenzte (35.). Pullachs Antwort folgte allerdings prompt: Einen traumhaften Spielzug über Simari, Andreas Roth und Christoph Meißner veredelte Jan Bergerhoff mit dem 2:2 (38.).

Florian Ernst staunte über den Verlauf der ersten 45 Minuten: „Wir hatten zwei gute Offensivaktionen, die zu zwei Toren führten. Diese Abgezocktheit widerspricht eigentlich unserer Unerfahrenheit.“ Zumal er mit dem Defensivverhalten seiner Mannschaft, die dem Gegner zu viel Raum ließ, bis dahin nicht zufrieden war: „Wir haben es den Pullachern leicht gemacht.“ Das galt zum Teil auch noch nach dem Wechsel: Simari hatte zweimal viel Platz, den er erst mit einem Lupfer in den Winkel zum 3:2 nutzte (48.), während er dann in noch besserer Position vorbeizielte (60.). „Wir müssen eigentlich das 4:2 machen“, haderte Liedl mit dieser vergebenen Chance und auch mit dem Offensivspiel danach: „Der letzte Pass ist nicht mehr angekommen."

Und so hätte die Partie auch noch eine ganz andere Wendung nehmen können. Als der pfeilschnelle Kenny Redondo von Volz mit einem Rempler gebremst wurde, verwandelte Leon Müller-Wiesen den fälligen Strafstoß zum 3:3 (69.). Gegen Michael Marinkovic bewahrte der SVP-Torwart sein Team dann aber vor einem neuerlichen Rückstand (74.). „Haching war immer gefährlich, die haben es gut gespielt“, räumte Liedl ein und bekannte sogar: „Unterm Strich bin ich mit dem Punkt zufrieden.“ Ernsts Fazit klang allerdings deutlich begeisterter: „Ich bin überglücklich mit dem Unentschieden!“

Quelle: fussball-vorort.de

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