Haching setzt auf seine Stamm-Elf - auch im Pokal

Hachings Torwart Stafan Riederer warnt: „Auch dieser Pokal hat eigene Gesetze.“ Foto: RobertBrouczek

SpVgg Unterhaching - Vom Papier her ist das heutige Toto-Pokalspiel der ersten Runde beim SC Eintracht Freising (19.30 Uhr) für die SpVgg Unterhaching keine allzu große Hürde.

Man überlässt gegen den BezirksoSpVgg berligisten dennoch nichts dem Zufall - schließlich gab es schon genügend schlechte Erfahrungen.

Eine Vorbereitung ohne Niederlage, der tolle Start in die Dritte Liga mit nur einer Pleite und zwölf Punkten aus sieben Spielen, dazu die Gala im DFB-Pokal gegen den Bundesligisten SC Freiburg. Alles läuft rund bei der SpVgg. Ein weiterer Wettbewerb kommt nun heute hinzu. Und obwohl der von der Wertigkeit zunächst nebensächlich scheint, kommt ihm doch Bedeutung bei. Für den Drittligisten ist der bayerischen Toto-Cup wohl auch in dieser Spielzeit die einzige, zumindest aber einfachste Möglichkeit, sich auch kommende Saison für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal zu qualifizieren.

Und das ist vor allem aus finanziellen Aspekten für den krisengeschüttelten Klub enorm wichtig. 115 000 Euro gab es als Gage allein für die Teilnahme an der ersten Runde - ein warmer Geldregen, den man auch in einem Jahr gerne mitnehmen möchte. Auch wenn die erste Runde im Toto-Pokal gegen den Bezirksoberligisten Freising da noch als Vorkampf gilt, könnte man sich bereits blamieren und mit einem Ausscheiden irreparablen Schaden anrichten. Dessen ist man sich bewusst.

Vor zwei Jahren etwa scheiterten die Hachinger schon in der ersten Runde am Bezirksliga-Klub SV Mering nach 2:0-Führung noch im Elfmeterschießen. Mit Torhüter Stefan Riederer, Markus Schwabl und Ömer Kanca waren Akteure der heutigen Profi-Elf mit dabei - auch wenn die SpVgg seinerzeit die Amateur-Mannschaft antreten ließ. Riederer erinnert sich ungern an diesen Abend, ebenso wie an die vergangene Saison, als sich die Profi-Truppe im März im Viertelfinale gegen Landesligist Gersthofen erst im Elfmeterschießen mit viel Mühe durchsetzen konnte. „Auch dieser Pokalwettbewerb hat eigene Gesetze“, mahnt die neue Nummer eins der Hachinger, seit der Verletzung von Jonas Hummels auch Kapitän: „Gegen Gersthofen hat man damals gesehen, dass man Probleme kriegt, wenn du auch nur ein paar Prozent weniger gibst.“

Das soll gegen Freising nicht passieren, und auch deshalb gehören die Zeiten der Vergangenheit an, in denen sich die Profis im Landespokal von den eigenen Amateuren oder dem Nachwuchs vertreten ließen oder die Partie als Testspiel verstehen. „Wir nehmen das Spiel komplett ernst wie ein Pflichtspiel in der Dritten Liga“, bekräftigt Co-Trainer Manuel Baum, „es wird nichts ausprobiert und die erste Elf auflaufen.“

Lediglich auf „ein oder zwei Positionen“ könne es Änderungen geben, die wären dann aber nötig, um angeschlagene Spieler zu schonen. Freising also als ernsthafte Aufgabe wie Jena oder als nächstes Babelsberg in der Liga. „Ja“, sagt Baum, „denn man sieht ja an unserem Beispiel mit Freiburg, was rauskommen kann, wenn man den DFB-Pokal erreicht. Da wollen wir unbedingt wieder hin, natürlich auch aus finanziellen Gründen für den Verein.“

Christian Amberg

Quelle: fussball-vorort.de

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