Entführung in Thailand vorgetäuscht?

Nsereko: Vertrag in Haching aufgelöst

Savio Nsereko und die SpVgg gehen ab sofort getrennte Wege.

Unterhaching - Das Kapitel um den skandalträchtigen Savio Nsereko ist bei der SpVgg Unterhaching beendet. Der Ex-Löwe soll in Thailand seine eigene Entführung vorgetäuscht haben und wurde deshalb in Pattaya in Untersuchungshaft genommen.

München – Außer Spesen nichts gewesen. Die SpVgg Unterhaching war umsonst zum Drittliga-Spiel nach Stuttgart gereist. Die Partie gegen die Kickers musste wegen des starken Schneefalles abgesagt werden. Nächster Termin: Am Freitag zuhause gegen Burghausen. Der Spielausfall war aber nicht der einzige Aufreger. So ist das Kapitel um den skandalträchtigen Savio Nsereko beendet. Der Ex-Löwe soll in Thailand seine eigene Entführung vorgetäuscht haben und wurde deshalb in Pattaya in Untersuchungshaft genommen.

Inzwischen befindet sich der 23-jährige auf dem Rückflug nach München, wo ihm ein Gerichtstermin droht. In der Vergangenheit hatte der frühere Junioren-Nationalspieler bei vielen Klubs für Ärger gesorgt. Mit der deutschen U 19 holte er 2008 den EM-Titel und wurde zum Spieler des Turniers gewählt. Doch dann gab es fast nur noch Negativ-Schlagzeilen.

Der TSV 1860 hatte ihn ausgebildet und 2010 wieder zurückgeholt. Nach einer „Disco-Affaire“ und anderen Verfehlungen musste Nsereko wieder gehen. Zuletzt hatte der AC Florenz das einstige Wunderkind an mehrere rumänische Klubs ausgeliehen; Unterhaching wollte ihm jetzt eine letzte sportliche Chance geben. „Er hat sich bei uns nichts zu schulden kommen lassen, aber die Altlasten waren für ihn wohl zu groß, deshalb hat er seit zwei Wochen nicht mehr am Trainingsbetrieb teilgenommen“, sagte Teamchef Manuel Baum.

Am 14. Oktober war Nsereko nach Pattaya aufgebrochen. Im Gepäck hatte er angeblich fast 25 000 Euro. Im thailändischen Touristenort ging ihm – unter noch ungeklärten Umständen – schnell das Geld aus. In seiner Not gaukelte er seine Entführung vor und bat seine Verwandten, 3000 Euro Lösegeld zu schicken. Besorgte Familienmitglieder informierten die deutsche Botschaft, die Polizei nahm ihn wegen vorgetäuschter Entführung vorübergehend fest.

Der Betroffene hat aus den Skandalen offenbar nichts gelernt. „Das ist sehr schade, wir hätten ihm gern geholfen und er hätte uns als sehr guter Spieler geholfen, aber jetzt sehe ich für ihm bei uns keine sportliche Chance mehr“, bedauert Baum. Der Vertrag sei bereits vor einer Woche aufgelöst worden, ließ Manfred Schwabl wissen. „Wir sind Savios Wunsch nachgekommen, ihm erst einmal Zeit zu verschaffen, um seine persönlichen Angelegenheiten zu regeln“, erklärte der Präsident, warum man die Trennung bisher nicht publik gemacht hatte. „Wir bedauern, dass es mit ihm hier nicht geklappt hat, bereuen es aber nicht, ihm eine Chance gegeben zu haben.“ klaus kirschner

Quelle: fussball-vorort.de

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