Hauptsponsor sagt der SpVgg per SMS ab

Verzweifeltes Blättern in Vertragsunterlagen: SpVgg-Präsident Engelberg Kupka (l.) und Manager Markus Grünberger wollten am Montag eigentlich den neuen Hauptsponsor präsentieren – jetzt stehen sie mit leeren Händen da. Foto: Christian Amberg

SpVgg Unterhaching - Es waren zwölf Stunden, die zwischen Rettung und Rückkehr zur Existenzangst lagen: Der neue Sponsoren-Deal der SpVgg Unterhaching ist quasi über Nacht geplatzt.

VON CHRISTIAN AMBERG

Der neue Geldgeber zog Montagfrüh seine Zusage per SMS zurück - der Kampf um die Lizenz geht in eine neue, fast aussichtslose Phase.

Es war eine eigentlich unfassbare Nachricht, die am Montagmorgen die Runde machte und sich schnell als wahr herausstellte, nachdem die geplante Pressekonferenz urplötzlich wieder abgesagt worden war. Frühmorgens um 8 Uhr trat der neue Sponsor, der Sauerlacher Immobilienunternehmer Peter Biberger, per Handynachricht an Präsident Engelbert Kupka von dem ausgehandelten und von Bevollmächtigten bereits unterschriebenen Vertrag zurück. Noch am Sonntagabend schien alles in trockenen Tüchern gewesen zu sein.

Als die Nachricht kam, wartete das Präsidium schon auf Bibergers Ankunft im Sportpark. Für 9 Uhr war die endgültige Unterzeichnung vereinbart, die der SpVgg eine Million Euro pro Saison und damit die Lizenz für die kommende Saison gesichert hätte. Ratlosigkeit und Entsetzen waren die Folge. „Unglaubliche Vorgänge, die mich auch menschlich zutiefst enttäuschen“, sagte Präsident Engelbert Kupka am Nachmittag, als er mit Manager Markus Grünberger verzweifelt nach einem Plan B zu fahnden begann. Bis Mittwoch, 15 Uhr, muss die SpVgg dem DFB vorlegen, wie die Finanzierungslücke von 700 000 Euro geschlossen werden kann. Sonst ist die Lizenz für die Dritte Liga weg!

Die Ereignisse vom Montag waren der unglaubliche nächste Tiefpunkt nach einem monatelangem Bangen und Hoffen. „Es war alles fix, nur diese Unterschrift hat noch gefehlt“, erklärte Grünberger. „Die Chancen, dass wir es jetzt noch hinbekommen, liegen bei zehn bis 15 Prozent.“ Angeblich gibt es noch Kontakte zu anderen Sponsoren, die Kupka die „kleine Lösung“ nennt. Er blieb gezwungenermaßen optimistisch: „Wir werden es schaffen, die Lizenz zu bekommen.“ Doch die Zeit läuft ab, die Mitarbeiter der Geschäftsstelle bangen urplötzlich mehr denn je um ihre Existenz und der Verein um das Abwenden des Absturzes in die Bedeutungslosigkeit Regionalliga.

Augenthaler hatte Kontakt vermittelt

Mit der Absage des Sponsors ist auch der komplette personelle Plan für die Zukunft hinfällig. Etwa die von Trainer Klaus Augenthaler, der den Kontakt zu dem Sponsor hergestellt hatte, und dem nun von einigen der Schwarze Peter zugeschoben wird. Das wollte Grünberger aber gleich entschieden entkräften: „Er kann definitiv nichts dafür, er war nur Vermittler und hat alles getan, um dem Verein zu helfen.“ Neben dem Trainer und Kupkas Präsidiumskollegen saß auch der Österreicher Peter Svetits mit am Tisch, der im Zuge der neuen Sponsorenvereinbarung als neuer General-Manager kommen sollte. Augenthaler kennt ihn aus seiner Zeit beim Grazer AK. Auch dieses Engagement ist nun vom Tisch.

Warum der Immobilienunternehmer den Vertrag auf einmal platzen ließ, den er offensichtlich lange gekannt hatte, darüber gibt es nur Vermutungen. Als Begründung richtete er angeblich lediglich aus, er habe seine Anwälte das Werk noch einmal durchsehen lassen. Nach seiner Absage war er nicht mehr erreichbar.

Die Gerüchteküche kocht nun. Eine endgültige Erklärung für die unerwartete Sponsoren-Posse vom Montag gab es bisher nicht. Zurück blieben nur viele offene Fragen - und die Erkenntnis, dass der Drittliga-Fußball in Unterhaching dicht vor dem Aus steht.

Quelle: fussball-vorort.de

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