SV Heimstetten gelingt Befreiungsschlag

Mit Köpfchen: Valentin De La Motte erzielt mit einem überlegten Heber das 1:0 für Heimstetten.
+
Mit Köpfchen: Valentin De La Motte erzielt mit einem überlegten Heber das 1:0 für Heimstetten.

SV Heimstetten - Ausgerechnet ohne fünf Stammkräfte gelingt dem SV Heimstetten ein Befreiungsschlag im Abstiegskampf: Mit 4:1 bezwingt der Regionalligist den 1. FC Schweinfurt.

Im Grunde verdient diese Aktion noch nicht mal das Prädikat „durchdacht“ – und doch rutscht der Ball irgendwie durch die Verteidigerbeine des SV Heimstetten und die Hosenträger von Keeper Patrick Lehner ins Netz. Das Tor der Schweinfurter in der 81. Minute bedeutet das 3:1 aus Sicht des SVH, normalerweise kaum mehr als ein Schönheitsfehler – aber normal ist in Heimstetten zuletzt wenig gewesen.

„Danach hat man gesehen, dass der eine oder andere wieder wackelt“, wird Trainer Rainer Elfinger hernach sagen. Und Stürmer Sammy Ammari gibt unumwunden zu: „Natürlich sind da kurz die Gedanken an die letzten Spiele hochgekommen.“ Da gaben die Heimstettner in der Schlussphase regelmäßig Punkte aus der Hand, gerne in der Nachspielzeit. Und in Ingolstadt gelang es dem SVH sogar, binnen einer Viertelstunde ein 3:0 abzuschenken. Diesmal aber bleibt dem Club ein Déjà-vu erspart – stattdessen trifft Ammari kurz darauf zum 4:1-Endstand.

„Für uns war es eminent wichtig, dass wir diesen Dreier nach Hause bringen“, freut sich Elfinger, dessen Mannschaft nach Abschluss der Hinrunde dennoch weiter auf einem Abstiegsplatz rangiert. „Besonders gefreut hat mich heute, dass wir endlich unsere Offensivaktionen clever zu Ende gespielt haben.“ Zudem kommt den Heimstettner zupass, dass die ebenfalls abstiegsbedrohten Schweinfurter sich erschreckend harmlos präsentieren. „Das war unser schwächstes Spiel“, kritisiert deren Trainer Gerd Klaus.

Vor 300 Zuschauern übernimmt der SVH von Anfang an die Kontrolle und belohnt sich diesmal – im Gegensatz zu vielen vorangegangenen Spielen – mit Zählbarem. Bereits nach einer Viertelstunde köpft der äußerst präsente Mittelfeldmann Valentin De La Motte eine feine Flanke von Daniel Steimel zum 1:0 ins Netz. Letzterer ist nach seiner Sperre wieder dabei; dafür fehlen Steven Toy und Bernd Häfele nach ihren Roten Karten ebenso wie die verletzten Thomas Karg und Sebastian Kneißl. Als wäre das nicht genug, muss Sebastian Paul kurz vor Anpfiff ebenfalls die Segel streichen. Der Grund: ein entzündeter Zeh.

Doch auch ohne diese Quintett gibt Heimstetten das Heft nie aus der Hand und erhöht nach dem Wechsel durch einen Handelfmeter von Marcel Ebeling auf 2:0. Im Anschluss folgen unschöne Szene auf den Rängen, als ein Einsatztrupp Polizisten randalierende Schweinfurt-Fans abführt – doch auch dieser Zwischenfall ändert nichts an den Verhältnissen auf dem Rasen. Folgerichtig trifft Steimel zum 3:0, ehe Ammari nach Gegentor und Mini-Wackler den 4:1-Endstand herstellt.

„Jetzt sind es noch fünf Spiele bis zur Winterpause“, blickt SVH-Präsident Ewald Matejka bei der Pressekonferenz nach vorne – und fügt grinsend hinzu: „Wenn wir alle gewinnen, dann haben wir zur Winterpause die dreißig Punkte, die wir auch im letzten Jahr hatten.“ Doch auch Matejka weiß: Das ist ungefähr so wahrscheinlich wie ein Abstieg des FC Bayern aus der Bundesliga – nicht nur, weil der SVH schon am Wochenende bei der FCB-Reserve gastiert, der Über-Mannschaft der Regionalliga in dieser Saison.

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare