Heimstetten schlittert in die Krise

Nicht abgebrüht genug: Marcello Fiorentini (Mitte) und der SV Heimstetten können sich zuhause gegen die Würzburger Kickers nicht behaupten.
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Nicht abgebrüht genug: Marcello Fiorentini (Mitte) und der SV Heimstetten können sich zuhause gegen die Würzburger Kickers nicht behaupten.

SV Heimstetten - Wieder zeigt der SV Heimstetten eine überragende Halbzeit, wieder steht er am Ende mit leeren Händen da: Nach dem 0:2 gegen die Würzburger Kickers steckt der Regionalligist in der Krise.

Die Arme ausgebreitet, der Mund aufgerissen, die Augen strahlend vor Glück: Dieses Bild eines SVH-Stürmers können die Fans im Heimspiel der Heimstettner gegen die Würzburger Kickers bewundern. Marco Bläser heißt der Angreifer, der ganz offensichtlich eines seiner Tore bejubelt.

Es gibt jedoch einen Haken: Der jubelnde Bläser ziert lediglich die Titelseite des Stadionheftes; der Bläser aus Fleisch und Blut hingegen sitzt mit Gipsfuß und Krücken auf der Tribüne. Von dort muss der langzeitverletzte Routinier mit ansehen, wie seine Teamkollegen in jener Disziplin scheitern, die als ureigenste Aufgabe eines Angreifers gilt – das Tore schießen. Denn trotz einer erstklassigen ersten Hälfte und mehrerer guter Einschussmöglichkeiten bringt Heimstetten die Kugel einfach nicht im Würzburger Kasten unter. Die Folge: Ein glücklicher Elfmeter und ein spätes Kontertor beschert dem SVH die nächste Heimniederlage – ein 0:2 gegen spielerisch unterlegene, aber abgebrühtere Gäste.

„Die erste Hälfte war genau so, wie wir uns das vorgenommen hatten“, analysiert Trainer Rainer Elfinger. „Das war vielleicht das Beste, was wir diese Saison gespielt haben.“ Allein der Ball will nicht ins Tor, woran laut Elfinger auch der Unparteiische Schuld trägt. „In drei, vier Aktionen wären wir durch gewesen und sind nur durch Fouls gestoppt worden – doch diese Gangart hat der Schiedsrichter nicht geahndet“, beschwert sich der Coach. Doch auch er weiß: Seine Elf hat dennoch gute Chancen, etwa als Bernd Häfele in den Strafraum eindringt (10.), als Marcello Fiorentini frei vor dem Tor vertändelt (24.), als Sebastian Kneißl zu ungenau zielt (38.) oder als Daniel Steimels einen unpräzisen Pass von Florian Rudy nicht verwerten kann (42.). In all diesen Szenen lassen die SVH-Kicker jedoch genau das vermissen, was ihnen schon die ganze Saison abgeht: Kaltschnäuzigkeit.

Anders die Kickers: Sie sorgen 44 Minuten lang nur für einen Aufreger – nämlich als Trainer Dieter Wirsching nach allzu heftigen Verbalattacken hinter die Bande verbannt wird. Von dort sieht er Sekunden vor der Pause, wie seine Elf erstmals gefährlich nach vorne kommt und prompt einen Elfmeter zugesprochen bekommt, nachdem Sebastian Kneißl Würzburgs Corvin Behrens von den Beinen holt. Ungeschickt ist dabei noch eine harmlose Formulierung für die Aktion des SVH-Außenverteidigers. Christopher Bieber kümmert das wenig: Er verwandelt vom Elfmeterpunkt zur völlig unverdienten Halbzeitführung der Gäste.

Nach dem Wechsel ist der Heimstettner Schwung dahin. „Da haben wir wieder zu viel mit langen Bällen gearbeitet“, kritisiert Elfinger. Würzburg indes tut nicht mehr als nötig und sorgt kurz vor Schluss für die Entscheidung: Einen Konter vollendet der eingewechselte Adrian Istrefi zum 0:2-Endstand.

Quelle: fussball-vorort.de

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