Ein heißer Tanz am Rand der Abstiegszone

Der rechte Flügel ist wieder besetzt: Michael Pföderl (li.) soll bei seinem Comeback nach langer Verletzungspause die einzige Spitze des BCF, Ludwig Lenz, mit Vorlagen füttern. foto: rabuser

BCF Wolfratshausen - Für den BCF Wolfratshausen geht´s langsam um die Wurst. Das heutige Heimspiel (14.30 Uhr, Isar-Loisach-Stadion) gegen den ebenfalls bedrohten FC Affing ist das erste einer Reihe von Endspielen.

Die Gäste setzen auf schwäbische Gelassenheit. FC-Trainer Stefan Tutschka nimmt im Vorfeld den Zündstoff aus der Partie. Sie sei „eines von zwölf Endspielen“, und im Falle einer Niederlage blieben eben nur noch elf Gelegenheiten zur Rangsicherung. Tutschka weist allerdings auch auf ein „sehr brisantes Duell“ hin. Abstiegskampf kannte man in Affing lange Zeit nicht. Die Mannschaft aus dem Aichach-Friedberger Landkreis zählte in den vergangenen Jahren stets zu den Favoriten der Landesliga Süd. Doch der sukzessive Abgang von namhaften Kickern wie Sebastian Kinzel, Dominik Sandner oder Sebastian Fischer hinterließ Spuren. Speziell für die laufende Spielzeit macht Tutschka eine Melange aus „Verletzungspech und Unvermögen“ für den Tabellenstand geltend.

Die Geschichte mit den Verletzten kennt man in Farchet freilich bestens; es ist eine Platte mit Endlosschleife. Jüngstes Kapitel: Franz Fischer fällt voraussichtlich bis zum Saisonende aus. Der Mittelfuß des Goalgetters weist eine Quetschung nebst Anriss des Knochens auf; die Kapsel ist ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. „Ausgerechnet in dieser Situation“, sagt Fischer geknickt. „Franz war gut in Form, das ist bitter für uns“, seufzt Trainer Andreas Brunner, der überdies auf den erkrankten Marley Amanquah verzichten muss. Endspiele sind es in Wolfratshausen ohnehin nur elf, der Ballclub trug bereits eine Begegnung mehr aus. Somit liegt der Erfolgsdruck heute bei den Gastgebern. Verschlechtern könnte sich die Situation am kommenden Dienstag ohne Zutun der Flößerstädter: Dem VfB Eichstätt droht der Abzug von sechs Punkten wegen Einsatzes eines gesperrten Akteurs. Das würde zwar die Altmühltaler wieder in den Abstiegsstrudel ziehen, gleichzeitig aber die betroffene Konkurrenz aus Gerolfing und insbesondere Schwabmünchen bevorteilen. Ein Sieg muss her, egal, wie er zustande kommt.

„Wolfratshausen wird mit aller Gewalt gewinnen wollen“, stellt sich Stefan Tutschka auf einen heißen Tanz ein. Den möchte Brunner den Affinger nur allzu gerne liefern. Die Stabilität der Innenverteidigung sei zumindest wieder auf ein annehmbares Maß hergestellt, gibt sich der Coach zuversichtlich. Primär gelte es, das „Zentrum eng zu machen“ und bei Standards auf die kopfballstarken Hünen Nils Koloseike und Matthias Meier zu achten. Im Angriff soll es der ebenfalls hoch aufgeschossene Ludwig Lenz als einzige BCF-Spitze richten, die Zuarbeit von den Flügeln und von Michael Pföderl kommen. Der Gaißacher feiert nach ellenlanger Verletzungspause sein Comeback. Es gibt also auch Lichtblicke im tristen Abstiegsnebel.

BCF Wolfratshausen: Demmel - Linder, Taffertshofer, Kasperek, Rauch, T. Pföderl, Kretzinger, Huber, Pratz, M. Pföderl, Lenz; Wernthaler, Tadokoro, Akgül, Scheck, Panholzer, Jell, Schuhmann, Bzunek.

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Quelle: fussball-vorort.de

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