Hinrunden-Bronze für den FC Pipinsried

Mann des Tages: Michael Holzhammer (links), hier im Duell mit dem Ex-1865-Spieler Florian Mayer, markierte beide Pipinsrieder Treffer ins Ismaning.
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Mann des Tages: Michael Holzhammer (links), hier im Duell mit dem Ex-1865-Spieler Florian Mayer, markierte beide Pipinsrieder Treffer ins Ismaning.

Die Kicker des FC Pipinsried sind müde. Gegen ein talentiertes, aber harmloses Juniorenteam des FC Ismaning benötigten die Gelb-Blauen einen zweifelhaften Elfmeter, um einen 2:1-Sieg einzufahren. Die Tabelle spendet Trost: Der FCP beendet die Vorrunde auf Rang drei.

Die Szene des Nachmittags spielte sich in der 68. Minute ab: Arthur Kubica hatte von der Mittellinie einen Pass in die Gasse geschlagen: Michael Holzhammer und sein Gegenspieler Michael Greger sprinteten dem Leder hinterher. Holzhammer war einen Schritt schneller, der Ex-Gröbenzeller versuchte den Vorsprung mit einem langen Bein auszugleichen und fädelte bei Holzhammer ein. Der Stürmer kam ins Straucheln und im Strafraum zum Liegen. Die rote Karte für den Ismaninger Innenverteidiger war unumstritten, der Penalty jedoch nicht. FCI-Manager Manfred Rauscher war sich sicher: „Das Foul war fast zwei Meter außerhalb.“ Und auch auf Pipinsrieder Seite gab’s Zweifel an der Korrektheit dieser Entscheidung.

Wie auch immer: Holzhammer schob das Spielgerät ungerührt ins rechte untere Eck (70.). Dass der FC Pipinsried überhaupt einen Elfmeter zum Sieg benötigte, war nicht das Verdienst der jungen Ismaninger. Dieses U 21-Team ist zwar technisch versiert und gibt sich alle Mühe, doch gegen einen entschlossenen Bayernligisten mit einigen routinierten Kickern ist es chancenlos – so lange es an seinem körperlosen Spielverständnis festhält. Doch fatalerweise glichen sich die Gelb-Blauen schon in der ersten Halbzeit dem Junioren-Niveau an. Zumal sie sich nach ihrem schnellen Führungstreffer (6.) in Sicherheit wiegen konnten.

Auf beiden Seiten wurde die Bälle hin und her geschoben, die jeweiligen Gegenspieler sahen höflich zu. Aber sobald die Dorfclub-Kicker das Tempo etwas anzogen, brannte es im Ismaninger Strafraum lichterloh: So wischte Max Zischler eine Ecke von Schön fast mit dem Kopf ins Tor (29.); Holzhammer verfehlte eine Kubica-Flanke nur um Millimeter (34.).

Allerdings tauchten auch die Gastgeber zweimal gefährlich vor Antonis Kasten auf: Manuel Ring durfte unbedrängt aus 18 Metern abziehen (27.) und Fatih Kiran zwang den FCP-Keeper zu einer Glanzparade (30.).

„Wir machen zu wenig aus unseren Chancen“, monierte der Pipinsrieder Präsident Konrad Höß in der Pause. Immerhin versprach der erste Angriff nach dem Seitenwechsel Besserung: Pirmin Lechthaler, der nun für den indisponierten Tobias Strobl zum Zuge kam, hatte sich rechts durchgesetzt; Holzhammers Kopfball verfehlte nur knapp den linken Pfosten (47.).

Der eifrige Südtiroler musste indes schon nach 30 Minuten wegen einer Fußprellung wieder vom Platz. Viel zu tun hatte der Stürmer dazwischen jedoch nicht, das Angriffsspiel der Gelb-Blauen kam weitgehend zum Erliegen. Die Strafe, sprich der Ausgleich, folgte auf dem Fuße (1:1/55.).

Danach kam Leben ins Spiel, allerdings nur an der Seitenlinie: FCI-Coach Roman Grill hielt nichts mehr auf seiner Bank, er schrie und gestikulierte wild herum, mehrfach rannte er bis zu zehn Meter auf das Grün, das eigentlich den Kickern vorbehalten sein sollte. Ohne dass sich das Schiedsrichter-Gespann daran störte.

Auf Pipinsrieder Seite blieb hingegen alles ruhig, zu ruhig. Trotz zeitweiliger Überzahl. Die aber nur zehn Minuten währte, weil sich Arthur Kubica durch ein überflüssige Grätsche an der Mittellinie per Ampelkarte selber aus dem Spiel nahm (80.).

Strobl war hinterher mit der Leistung seiner Truppe nicht zufrieden: „Wenn ich selber nicht mehr auf dem Spielfeld stehe, müssen eben andere die Verantwortung übernehmen. Da hat die Einstellung nicht gestimmt.“ Sein Gegenüber Grill wollte sich übrigens nicht gegenüber der Presse äußern.

Der FC Pipinsried hat die Bayernliga-Vorrunde der Saison 2013/2014 auf Platz drei beendet, der letztjährige Regionalligist FC Ismaning bleibt dagegen abgeschlagen am Tabellenende.

 

Quelle: fussball-vorort.de

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