Vollblutstürmer nicht zu halten:

Hiobsbotschaft vor HSV-Test: Voglsammer verlässt Rosenheim

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Wagt den Sprung in den Profibereich: Andreas Voglsammer (re.) versucht sein Glück in Unterhaching.

TSV 1860 Rosenheum - Hans Klinger muss sich derzeit fühlen wie Uli Hoeneß. Das Telefon steht nicht mehr still, nicht nur, weil am Freitagabend (18.30 Uhr) mit dem Hamburger SV ein Gegner im Jahnstadion auftritt, den man nicht alle Tage in Rosenheim zu sehen bekommt.

von Reinhard Hübner 

Der „Dino“ der Bundesliga, der einzige Verein, der von Anfang an dabei und nie abgestiegen ist. Man rechnet mit einem vollen Stadion, die Nachfrage ist riesig, die Vorbereitungen laufen noch immer auf Hochtouren.

Vollblutstürmer Andreas Voglsammer wechselt zu Unterhaching

Daneben aber galt es für den Fußball-Chef des TSV 1860 Rosenheim, noch viele Dinge zu regeln, positive wie negative. Mit einer großen Träne im Knopfloch verabschiedet man sich von Andreas Voglsammer, der 20-jährige Vollblutstürmer konnte dem Werben der SpVgg Unterhaching nicht mehr widerstehen, verlässt mit sofortiger Wirkung den Verein und sucht seine Chance in der 3. Liga. „Natürlich haben wir alles versucht, um ihn zu halten“, erklärt Klinger, aber man will, auch wenn Voglsammer noch vertraglich gebunden war, dem Talent den Weg nicht verbauen. Inzwischen hat man sich mit Manfred Schwabl, dem frisch gekürten Präsidenten der Hachinger, über die Modalitäten geeinigt, beim Training am Mittwochabend wurde Voglsammer verabschiedet. „Wir wünschen ihm alles Gute und sind ihm zu großem Dank verpflichtet, schließlich hat er maßgeblich zur Bayernliga-Meisterschaft und zum Regionalliga-Aufstieg beigetragen.“

Am Dienstag machte Voglsammer in Miesbach sein letztes Spiel für 1860 Rosenheim, beim 0:3 gegen den SV Wehen-Wiesbaden brachte so einige Male große Unruhe in die Abwehr des Drittligisten. „Er hat stark gespielt“, lobte Trainer Dirk Teschke, „aber das hilft uns ja jetzt nicht mehr.“ Teschke war insgesamt nicht unzufrieden mit der Leistung seines Teams: „Bis zur Pause haben wir nur zwei Chancen zugelassen und nur durch einen Abwehrfehler das 0:1 kassiert. Die beiden anderen Tore fielen, als nach vielen Wechseln die Ordnung nicht mehr so gepasst hat.“

"Wollen gegen HSV nicht verlieren"

Gegen den Hamburger SV soll das nicht mehr passieren. Ob er der Mannschaft die Vorgabe gegeben habe, nicht zweistellig zu verlieren, wurde der Coach gefragt. Teschke grinste, sagte, „wir wollen gar nicht verlieren“, und sein Co-Trainer Thomas Holz ergänzte augenzwinkernd: „Wir wollen den HSV schlagen.“ Für einen Rosenheimer Neuzugang wird es ein ganz besonderes Spiel: Matthias Haas hat drei Jahre lang für die zweite Mannschaft der Hanseaten gespielt, zunächst sehr erfolgreich unter Trainer Karsten Bäron, als aber Rodolfo Esteban Cardoso kam, war Haas, vielfacher Junioren-Nationalspieler und in der Jugend der Bayern ausgebildet, plötzlich auf dem Abstellgleis. Er wechselte nach Ingolstadt, wo er aber verletzungsbedingt fast ein ganzes Jahr ausgefallen ist. Nun versucht er einen Neuanfang in Rosenheim und eines seiner ersten Spiele bestreitet er nun gleich gegen „seinen“ HSV.

Adler, Guerrero, Beister und Co. gilt es zu bremsen

Der kommt mit zwei prominenten Neuzugängen, René Adler, früherer Nationalkeeper, ist aus Leverkusen nach Hamburg gewechselt, dazu ist Maximilian Beister, mit Fortuna Düsseldorf in die Bundesliga aufgestiegen, zu seinem Stammverein zurückgekehrt. Mit ihm hat Matthias Haas in der U23 des HSV noch zusammengespielt. Viel verspricht sich Trainer Thorsten Fink auch vom Letten Artjoms Rudnevs, einem 24 Jahre alten Stürmer, der von Lech Posen kommt. Mit Heiko Westermann, Dennis Aogo und Paolo Guerrero stehen weitere sehr interessante Spieler im Kader, der nach dem Spiel in Rosenheim in sein Trainingslager nach Mayrhofen im Zillertal weiterreist.

Nach Tirol reisen nächste Woche auch die Sechziger. In langen Verhandlungen hat es Hans Klinger geschafft, das eigentlich in Rosenheim geplante, vom DFB aber verbotene Gastspiel von Galatasaray Istanbul doch noch irgendwie über die Bühne zu bringen. Nun findet die Partie des Bayernligameisters gegen den türkischen Meister am kommenden Mittwoch um 18.30 Uhr in Wörgl statt. Dieses Ausweichmanöver war nötig geworden, weil der DFB wegen Sicherheitsbedenken Testspiele mehrerer türkischer Klubs auf deutschem Boden untersagt hatte. Nachdem auch das geregelt ist, hofft Klinger, dass nun das Handy nicht mehr gar so oft klingelt und er in Ruhe die Auftritte seiner Mannschaft gegen die Top-Klubs Hamburger SV und Galatasaray Istanbul genießen kann.

Quelle: fussball-vorort.de

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