Elf Höferths sollt ihr sein

Aufwärts in der Tabelle soll es nach dem Willen von Trainer Reiner Leitl mit dem BCF Wolfratshausen gehen. Am Samstag endet für die Farcheter die Winterpause. foto: or

Wolfratshausen - Zwei Tage vor Rückrundenbeginn präsentiert sich Fußball-Bayernligist BCF Wolfratshausen alles andere als optimal präpariert. Trainer Reiner Leitl sucht nach fitten Spielern, einer durchschlagskräftigen Startelf, und natürlich nach Lösungen im Abstiegskampf.

Wolfratshausen - Reiner Leitl ist kein Freund der offenkundigen Euphorie. Selbst in Phasen der Vorrunde, als es beim Farcheter Ballclub relativ rund lief, der Trainer bei den Pressekonferenzen von den Fans mit Beifall bedacht wurde, blieben seine Einlassungen sachlich. Der 53-Jährige ist alles andere als ein Neuling im Fußball-Geschäft. Er kennt die Schnelllebigkeit dieses Sports. Dennoch lässt sich Leitls Stimmungslage relativ leicht ausloten. Wiederholt der BCF-Coach bestimmte Sachverhalte, verweist er verstärkt und mehrmals auf Missstände, klingt er dabei beinahe leidenschaftslos oder gar ein wenig ernüchtert, dann läuft es an der Kräuterstraße mal wieder alles andere als rund. Zum Abschluss der Vorbereitung passt seine kurze, prägnante Einschätzung so ganz und gar nicht zum vorfrühlingshaften Wetter: „Es hat sich wenig geändert“, so Leitls Bilanz unmittelbar vor dem Punktspielauftakt am Samstag beim FC Ismaning.

Eigenen Aussagen zufolge kam sich der Trainer bisweilen vor wie in der B-Klasse. Verletzungen und Krankheiten hier, private Gründe und vermeintlich fadenscheinige Trainingsabsagen da. „Je nachdem, wie sie halt Zeit finden“, bewertet der Ex-Profi die Arbeitsauffassung seiner Kicker. Es sei wohl nunmal der „Lauf der Zeit“, dass Fußball auch bei den Aktiven nicht mehr bedingungslos an erster Stelle stehe. Anderen Vereinen unterhalb der dritthöchsten Spielklasse würde es da nicht anders gehen, weiß Leitl. Und auch, dass er diese Entwicklung nicht ändern kann. Deswegen versucht der Übungsleiter damit bestmöglich umzugehen. Zwischendurch entwischen ihm allerdings Aussagen, wie jene, dass sich die Spieler „wenig Gedanken um den Verein“ machen würden, als vielmehr um sich selbst.

So scheint die Aufforderung, den drohenden Abstieg in die Landesliga mit allen Mitteln zu verhindern, längst nicht bei der kompletten Belegschaft angekommen zu sein. Vini da Cunhas beispielsweise habe ganz wie einst Profi Ailton seinen Urlaub in Brasilien verlängert. Auch die Absenz von Aliou Sene nach nur zwei Trainingseinheiten sei nicht nachvollziehbar. „Du kannst dich auf nichts verlassen“, grantelt der Coach. Bei anderen Akteuren reihten sich Krankheiten und Blessuren aneinander. In Zahlen bedeutet das: „Von 15 Spielern sind vielleicht fünf zu 100 Prozent fit.“

Jene Handvoll Untadeliger, zu denen Leitl Lech Kasperek („Ein vorbildlicher Kapitän“) sowie Dominik Schubert, Daniel Böck, Basti Pummer, Marley Amanquah und Jakob Gerg zählt, sollen das Fundament für die ersten Punktspiele bilden. Dass Gerg noch gesperrt, Christian Duswald an diesem Samstag verhindert und Böck zumindest fraglich ist, steht auf einem anderen Blatt. „Es gibt nichts zu beschönigen“, stellt der Coach klar. Immerhin gibt es Marco Höferth. Ihn stellt der Cheftrainer als absolutes Vorbild über alle anderen. Der 25-Jährige lebe vor, wie es zu funktionieren hat. Leitl fände es schön, wenn all seine Kicker in „Höferths Fußstapfen reinpassen würden“.

13 Spiele hat der BCF ab Samstag im wöchentlichen Intervall vor der Brust. Ismaning, Raisting und Garching heißen die ersten drei Gegner. Leitl betont, wie wichtig eine gute Startphase sein wird: „Wenn wir da nichts holen, schaut es düster aus.“(or)

Quelle: fussball-vorort.de

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