1:0 - Holzhammer erlöst Pipinsried

Spielte den entscheidenden Pass: Arthur Kubica (l.), der hier Pascal Rasmus versetzt.
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Spielte den entscheidenden Pass: Arthur Kubica (l.), der hier Pascal Rasmus versetzt.

FC Pipinsried - Mit einem mühseligen 1:0 (0:0) hat sich der FC Pipinsried den letzten Heimdreier in der Vorrunde 2013/2014 gesichert. Michael Holzhammer rettete wieder einmal die Stimmung.

von Horst Kramer

Drei Aufreger hatte die Partie: Zuallererst natürlich das Tor des Tages durch den Goalgetter vom Dienst, Michael Holzhammer (73.). Zehn Minuten davor ging der Allgäuer Marc Penz ganz allein auf Tobias Antoni zu, der FCP-Keeper verkürzte indes den Winkel und rettete mit dem rechten Fuß (63.). Die dritte Szene war mysteriöser: Die Gäste hatten sich Pipinsrieder Strafraum festgesetzt und versuchten, das Leder ins Tor zu stochern, reklamierten sogar Hand eines Pipinsrieder Abwehrmannes. Als sich die Gelb-Blauen lösten, gerieten plötzlich Tobias Strobl und Sonthofens auffälligster Kicker, Andreas Maier, aneinander. Strobl stellte den Allgäuer zornentbrannt zur Rede, wollte sich gar nicht beruhigen. Referee Michael Schmitt musste erst von einem seiner Assistenten auf den Disput aufmerksam gemacht werden. Er schritt ein und beruhigte zumindest halbwegs die Gemüter.

Was war geschehen? Strobl erzählt folgende Geschichte: „Penz hat mich angespuckt und war sogar noch stolz darauf. So etwas geht überhaupt nicht.“ Von Sonthofener Seite gab es dazu keinen Kommentar. Deren Trainer Esad Kahric trauerte statt dessen der vergebenen Großchance hinterher, er beklagte die fehlende Cleverness seiner Truppe beim Gegentor: „Wir sind ansonsten lange Zeit gut gestanden und haben so gut wie keine Chancen der Pipinsrieder zugelassen.“ Er hatte vollkommen recht, speziell was die erste Halbzeit angeht. Die Allgäuer hatten zwei dichte Abwehrketten aufgebaut: Ihre vordere Reihe erwartete die Gelb-Blauen kurz hinter der Mittellinie, die Sonthofener Verteidiger standen rund zehn Meter vor dem eigenen Strafraum. Nur in den ersten Minuten war die Partie noch halbwegs lebhaft: Die Kahric-Truppe ließ zwei Warnschüsse los (2./6.), Dominik Schön versuchte es auf der Gegenseite von außen (7.), ein Freistoß von Arthur Kubica ging nur knapp vorbei (9.). Dann verflachte die Partie. Der FCP schob den Ball hin und her, suchte nach Lücken, fand sie aber nicht.

Die Diagonalbälle und Pässe in die Gasse kamen nicht an, Ratlosigkeit machte sich breit. „Wir haben zu viel durch die Mitte agiert“, bemängelte FCP-Coach Tobias Strobl hinterher. Eigentlich verwunderlich, denn immer wenn es schnell wurde und Dominik Schön auf der rechten Außenbahn oder Dominic Wünsch auf der andern Seite zum Einsatz kamen wurde es gefährlich. Torchancen: Fehlanzeige. Bis auf eine Szene in der 30. Minute, als erst Arthur Kubica von rechts und dann Andreas Götz in der Mitte verpassen. Nach dem Seitenwechsel ging die Sache zäh weiter. Erst ein Lattenschuss von Alexander Zischler sorgte für Stimmung auf der Tribüne (55.). Kurz darauf musste der angeschlagene Pipinsrieder Sechser raus, Strobl brachte stattdessen mit Ilias Panagiotidis einen offensiven Mann.

Prompt belebte sich die Partie und es folgten die drei genannten Schlüsselszenen. In den Schlussminuten wurde die Geschichte unruhig, die Gäste sammelten gelbe Karten im Minutentakt. Doch Entscheidendes passierte nicht mehr. Der Pipinsrieder Spielertrainer war sichtlich erleichtert ob des Sieges: „Spielerisch war es eine schwache Leistung unsererseits, lange Zeit hat wir zu zerfahren agiert. Aber immerhin hat der Einsatz gestimmt.“ Sein Chef Konrad Höß wirkte niedergeschlagen: „Das war ein sehr glücklicher Sieg. Ich frage mich nur, wo die Spielfreude abgeblieben ist, die uns am Anfang der Saison so ausgezeichnet hat.“ Großen Grund zur Traurigkeit hat er allerdings nicht: Sein Dorfclub rangiert weiterhin auf Platz drei der Bayernligatabelle.

Quelle: fussball-vorort.de

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