„Ich bin glücklich ohne aktiven Fußball“

Anschieber in den 1990er-Jahren: Als Spielertrainer führte Andi Böhm den BCF Wolfratshausen von der Kreisklasse in die Bezirksliga.

Starnberg/Herrsching/Weßling – Mit seinem Namen sind viele Erfolge im Amateurfußball verknüpft. Andreas Böhm hat den BCF Wolfratshausen Ende der 1990er-Jahre von der Kreisklasse als Spielertrainer innerhalb von zwei Jahren bis in die Bezirksliga geführt.

Im Sommer 2000 verabschiedete sich Böhm aus Wolfratshausen, arbeitete fünf Jahre lang beim TSV Herrsching und war anschließend noch zweieinhalb Jahre beim SC Weßling. Heimisch ist er inzwischen in Starnberg, wo er heute wie damals als Amtmann im Notardienst in einer Kanzlei tätig ist.

Herr Böhm, nach Ihrer Zeit beim BCF Wolfratshausen verschlug es Sie in den Landkreis Starnberg. Erste Station war Herrsching. Was ist Ihnen aus dieser Zeit noch in Erinnerung?

Ich habe fünf Jahre lang beim TSV Herrsching gearbeitet. Ähnlich erfolgreich übrigens wie in Wolfratshausen. Im ersten Jahr sind wir in der Kreisliga auf Platz drei gelandet, im zweiten Jahr haben wir dann über die Relegation den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft, wo wir drei Jahre gespielt haben. Im letzten Jahr war ich eigentlich nur noch Trainer. Ich wollte mit 40 nicht mehr auf dem Platz stehen.

Anschließend wechselten Sie zum SC Weßling.

Richtig. Dort war ich zweieinhalb Jahre. Die waren damals in der Kreisklasse, wollten was für die Zukunft aufbauen. Aber da war die Mentalität der Spieler nicht mit meinen Zielen in Einklang zu bringen. Deshalb habe ich es dann gelassen. Ich hatte aber auch nicht den Geist, dass ich höherklassig trainiere. Das ist nicht mehr meine Welt. Es gab zwar immer wieder mal Anfragen, aber mir ist für den Trainerjob der Aufwand zu hoch.

Heißt das, Sie haben ganz mit dem Fußball abgeschlossen?

Andreas Böhmgeht inzwischen lieber auf den Golf- als auf den Fußballplatz. Foto: jaksch

Ein gewisses Interesse ist natürlich noch da. Ich verfolge noch immer die Ergebnisse meiner alten Vereine. Aber ich schaue mir nur sehr wenig Amateurspiele live an. Ich war zum Beispiel im vergangenen Jahr beim Spiel BCF gegen Rosenheim, ich glaube, da spielte der Fünfte gegen den Dritten. Aber ich war ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht vom Niveau. Das Spiel ist zwar unheimlich flott geworden. Aber es gab kaum mal längere Ballstafetten. Das ist nicht mehr der Fußball, den ich mag.

Also keine Ambitionen, irgendwann wieder auf die Trainerbank zurückzukehren?

Dafür habe ich kein Feuer mehr. Ich habe 37 Jahre für den Fußball gelebt. Jetzt bin ich glücklich ohne aktiven Fußball – ich bin Fernsehsportler. Und ich geh’ gerne mit Freunden auf den Golfplatz, wenn es die Zeit zu lässt dreimal die Woche.

Haben Sie den Abschied vom Fußball jemals bedauert?

Nein. Ich hatte eine superschöne Zeit. In Grünwald genauso wie beim BCF, in Herrsching und in Weßling.

Gibt es noch Kontakte zu ehemaligen Aktiven?

Die meisten Kontakte habe ich nach Grünwald, wo ich zuletzt auch noch in der AH gespielt habe. Da trifft man sich schon mal auf ein Bierchen.

Das Gespräch führte Rudi Stallein

Quelle: fussball-vorort.de

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