FC Ismaning hat Genug vom Verlieren

Präsident Hans Blößl berachtet den Pokalsieg vor wenigen Wochen als gutes Omen.
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Präsident Hans Blößl berachtet den Pokalsieg vor wenigen Wochen als gutes Omen.

FC Ismaning - Die Fußballer des FC Ismaning haben genug vom Verlieren. Im Derby beim FC Unterföhring sollen endlich die ersten Punkte für den Absteiger aus der Regionalliga Bayern her.

Es ist das Spiel des Jahres für beide Klubs und gleichzeitig auch der Krisengipfel. Vor dem ersten Ligaspiel-Derby nach 35 (!) Jahren zwischen dem FC Unterföhring und dem FC Ismaning ist die Stimmung angespannt im Münchner Norden. Unterföhrings Technischer Leiter Manuel Prieler ist ein Stück lebende Fußballgeschichte der beiden Nachbarn. Er erinnert sich noch daran, als er im Alter von 18 oder 19 Jahren in der B-Klasse gegen den FC Ismaning spielte.

Dort begann die Karriere der schnell von Ismaning die große Fußballwelt erobernden Ikonen Reiner und Wolfgang Leitl. Prieler erinnert sich gut an die Bedeutung: „Uns war das Spiel so wichtig, dass wir extra zwei Tage davor ins Trainingslager gegangen sind. Es hat aber nichts geholfen. Wir haben zweimal verloren.“

Ismanings Präsident Hans Blößl betrachtet es als gutes Omen, dass die Ismaninger gegen Unterföhring 2013 in einem Testspiel (Februar) und einem Pokalspiel (Juli) zweimal erfolgreich waren. Dieser Sieg in der zweiten Qualirunde für den bayerischen Pokal war Ismanings letzter Sieg. Zuletzt gab es in der Bayernliga bekanntlich sechs Pleiten am Stück. „Dieses völlig verdient verlorene Spiel wurmt unsere Spieler maßlos“, sagt der Unterföhringer Präsident Franz Faber.

Seit dem Abpfiff der Partie vom 15. Juli (1:3) brennt der FCU auf diesen Liga-Derbytag, zu dem mehr als 500 Zuschauer und Ausnahmezustand an der Bergstraße erwartet werden. „Richtig geil“ findet Faber das Derby, „denn vor ein paar Jahren noch hätten wir uns dieses Liga-Aufeinandertreffen nicht vorstellen können.“ Für Faber ist das Duell auch „eine Bestätigung unserer Vereinsarbeit.“

Bei den historischen Dimensionen eiert er auch nicht herum: „Ein Sieg würde in die Clubgeschichte eingehen.“ In Unterföhring herrscht Gänsehautstimmung vor einem Spiel, dass den Charakter eines Vulkanausbruchs bekommen könnte. In Ismaning hält sich die Derbyvorfreude bei Hans Blößl sehr in Grenzen. Angst vor blöden Sprüchen beim Bäcker oder beim Wirt hat er nicht: „Mehr blöd anreden als die letzten Wochen geht nicht mehr. Das Maximum haben wir schon erreicht.“ Blößl sieht Unterföhring „tabellenmäßig als den Favoriten“ an, während er mehr an die Statistik als an das Prestige denkt: „Wir brauchen Punkte, egal gegen wen.“

Blößl schiebt nach, „dass wir noch nicht das Schicksalsspiel haben“. Zwischen den Zeilen ist zu erkennen, dass der Verein nach null Punkten aus sechs Spielen nervös ist und in den nächsten Wochen reagieren könnte. Blößl selbst ist im Spiel des Jahres nicht dabei, weil er seit Monaten VIP-Karten für Alpenrocker Andreas Gaballier in Kitzbühel hat. Er hofft jetzt einfach einmal, dass sein Fernbleiben dem Club Glück bringt: „Irgendeiner muss doch den toten Vogel in der Tasche haben.“

FC Unterföhring: Beck – Schlottner, Brandstetter, von Kolzenberg, Eder – Kain, Faber – Bracher, Mayer, Tosun – Hollering.

FC Ismaning: Preußer – Greger, Mayer, Schopper, Grill – Nappo, Kartal, Walfort, Siebald, Ring – Niedermann.

Quelle: fussball-vorort.de

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