FC Ismaning holt im Derby schmeichelhaften Punkt

Kunststück: Garchings Christoph Ball (l.) beobachtet den schwebenden Ismaninger Maximilian Merwald.
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Kunststück: Garchings Christoph Ball (l.) beobachtet den schwebenden Ismaninger Maximilian Merwald.

FC Ismaning - Der Tabellenletzte aus Ismaning holte beim Favoriten aus Garching einen glücklichen Punkt. Quasi mit dem Schlusspfiff unterlief den Garchingern ein Eigentor.

Die Kulisse hatte Regionalligaformat, aber das Spiel war vom Niveau her eher untere Bayernliga. Der FC Ismaning verkaufte sich im Rahmen seiner Möglichkeiten sehr ordentlich. Im Forechecking setzte er das Heimteam effektiv unter Druck und stand hinten kompakt. Auf der anderen Seite stand ein VfR Garching, der für das Spektakel alleine zuständig sein sollte und genau die Rolle nicht ausfüllen konnte.

Die Angriffe kamen über den Versuch nicht hinaus und endeten meist schon mit dem schlampig ausgeführten vorletzten Pass. Das wiederum hatte die Folge, dass in den ersten 45 Minuten so gut wie gar nichts passierte. Kleinere Chancen von Stefan Prunitsch und Dennis Niebauer waren alles.

Interessanter als das Spiel war der Blick an die Seitenlinie. Ismanings Coach Roman Grill lief auf und ab, als würde er für seine Trainertätigkeit mit Kilometergeld entlohnt werden.

Sein Gegenüber Daniel Weber wahrte mit beeindruckender Disziplin die Ruhe. Die aufgestauten Emotionen entluden sich in einer größere Explosion in der Halbzeitpause. Die Fans des VfR vertrieben sich unterdessen die Pause mit der Diskussion, ob nicht doch die Coaching-Zone der Gäste mit Krautköpfen hätte markiert werden sollen.

Nach dem Seitenwechsel gab der VfR zumindest in seiner Paradedisziplin Standardsituationen ein Lebenszeichen von sich. Am langen Pfosten zog Georg Ball ab und auf der Linie rettete Fatih Kiran. Das Spiel wurde nicht wesentlich besser, aber zumindest näherte sich der VfR dem gegnerischen Strafraum merklich an.

Das erste Tor blieb dann dem einzigen gebürtigen Ismaninger vorenthalten. Aus Sicht des Tabellenletzten war es nur tragisch, dass dieser das schwarze Garchinger Trikot trug. Gerrit Arzberger bekam den Ball am Strafraumeck, packte dann eineinhalb Haken aus und zog trocken rechts unten ins Eck ab. Ismanings Antwort war gleich ein dreifacher Spielerwechsel, der wieder mehr Leben in die Partie brachte. Ismaning hatte nun auch den einen oder anderen spannenden Ansatz, aber zu viele Schnörkel standen nennenswerten Torabschlüssen im Weg.

Die Garchinger bekamen nun auch leichte Konterräume. Einmal scheiterte Stefan Prunitsch aus recht spitzem Winkel an Florian Preußer (78.). Auch der eingewechselte Patrick Hölzl hatte einen kernigen Distanzschuss, den der souveräne Keeper entschärfte (83.).

Dieses 1:0 wurde im Laufe der zweiten Halbzeit ziemlich eindeutig zum gerechten Ergebnis. In der 88. Minute köpfte der ehemalige Ismaninger Daniel Steinacher dann an die Latte. Der VfR setzte sich fest am Ismaninger Strafraum und es wirkte, als würde sich das Heimteam gegen eine drohende Niederlage wehren.

Den zweiten Treffer machten dann auch die Garchinger, aber eben in das eigene Tor. Und wieder war es Steinacher. In der 92. Minute verlängerte er vier Minuten nach seinem Fast-2:0 eine Freistoßflanke ins eigene Tor. Und dann war Schluss.

 

Das sagen die Fans:

Florian Thoss (15, Schüler aus Garching):

In der ersten Halbzeit haben beide Mannschaften auf Augenhöhe gespielt. Nach der Pause wurden die Garchinger besser und hatten die Chancen zum 2:0. Wenn du aber das zweite Tor nicht machst, dann kann so etwas wie heute passieren. Mit der Mannschaft bin ich trotzdem zufrieden, weil wir als Aufsteiger eine sehr gute Saison und guten Fußball spielen.“  

 

Peter Stiegeler (52, Ruheständler aus Ottobrunn):

„Gerecht ist dieses Ergebnis wieder nicht, weil Garching den Sack davor hätte zumachen müssen. Ismaning wurde erst in der zweiten Halbzeit besser, als die beiden Stürmer eingewechselt worden sind. Ich frage mich trotzdem, warum wir immer mit acht Feldspielern und drei Bratwürsten auflaufen. Das sehen viele so und keiner kann es wirklich verstehen.Gibt es im Kader wirklich keine besseren Spieler?“

Quelle: fussball-vorort.de

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