Jenseits der roten Linie im grünen Bereich

Trainer Sarisakal lobt Kapitän Christian Rodenwald.
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Trainer Sarisakal lobt Kapitän Christian Rodenwald.

SC Fürstenfeldbruck - Der SC Fürstenfeldbruck scheint sich fest vorgenommen zu haben, nicht auf einem Abstiegsplatz zu überwintern. Dank eines 2:1 (0:1)-Sieges in letzter Minute gegen Illertissens Regionalliga- Reserve stehen die Brucker erstmals seit dem ersten Spieltag über dem ominösen Strich, der die direkte Abstiegslinie markiert.

Spielausfälle bei der Konkurrenz haben zwar auch ihren Teil dazu beigetragen, dass die Brucker den Spieltag auf dem 13. Tabellenplatz beenden. Trotzdem kann das nicht darüber hinweg täuschen, dass der SCF klar im Aufwind ist. Allerdings: Der Klassenerhalt wird bis zum letzten Spieltag – und sogar darüber hinaus – zu einer Lotterie. Denn auch der vermeintlich gesicherte Fünftletzte könnte noch in die Abstiegsrelegation rutschen, wenn es zur Generalabrechnung unter den insgesamt fünf bayerischen Landesligen kommt.

Nachdem die Brucker in dieser Saison bereits einige Spiele in der Schlussphase verloren haben, drehten sie diesmal den Spieß um: Nickoy Ricter gelang der verdiente Siegtreffer erst in der 88. Minute. Der Erfolg ist nicht hoch genug einzuschätzen, denn der SCF kam sprichwörtlich auf dem Zahnfleisch daher. Kapitän Christian Rodenwald und Stürmer Mirza Dzafic hätten verletzungsbedingt eigentlich gar nicht spielen dürfen. Doch beide stellten sich in den Dienst der Mannschaft und bissen auf die Zähne. Rodenwald gelang sogar kurz nach der Pause der wichtige Ausgleich, nachdem die Gäste trotz überlegenem Brucker Spiel per Konter einen Nadeldestich zum 0:1 gesetzt hatten. „Er ist ein wahrer Kapitän“, lobte Trainer Tarik Sarisakal seinen verlängerten Arm Rodenwald in den höchsten Tönen.

„Er hat die ganze Woche nur darauf hingearbeitet, dass er doch auflaufen kann.“ Aber auch Dzafic machte trotz Verletzung ein Riesenspiel und erntete ein Sonderlob. Der Torjäger erzielte ebenfalls einen Treffer – allerdings in Abseitsposition, weswegen die starke Schiedsrichterin Kristina Hofbauer aus Ergoldsbach das Tor nicht wertete. Überhaupt stand die Abseitsregel in der Partie einige Male im Mittelpunkt. Denn so tadellos Hofbauer auch pfiff, um so überforderter wirkten ihre Assistenten Christian Mayer und Markus Huber. Gleich zweimal wurden den Bruckern zu unrecht gute Möglichkeiten zurückgewunken, was nicht nur den wie in guten, alten und besten Manager-Zeiten lauthals schimpfenden SCF-Geschäftsführer Gerhard Knöchel erzürnte.

Dass die Fehlpfiffe am Ende nicht spielentscheidend waren, lag am unglaublichen Siegeswillen der Brucker Mannschaft – sagt zumindest Sarisakal. „Wir haben an uns geglaubt und auch nach dem Rückstand in der Pause gesagt, dass wir das Spiel noch drehen.“ Angesichts des Kraftaktes, der erstmals in dieser Spielzeit den dritten Sieg in Folge bescherte, wurde Sarisakal am Ende sogar ein wenig pathetisch: „Landsberg ist gefallen, Illertissen ist gefallen – nur meine Jungs stehen noch.“ Den erst zwei Wochen zurückliegenden Prestige-Triumph über Oberweikertshofen scheint er schon abgehakt zu haben. „Der Wille versetzt eben Berge.“

Quelle: fussball-vorort.de

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