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Haching: Die Jugend darf weiter ran

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Endlich wieder unbeschwert jubeln wollen Markus Schwabl und Florian Niederlechner gegen Babelsberg. foto: Robert Brouczek

Unterhaching - In der Ruhe liegt die Kraft bei der SpVgg Unterhaching. Statt angesichts der Negativserie in Aktionismus zu verfallen, genießt die junge Mannschaft bei Cheftrainer Heiko Herrlich weiter Welpenschutz.

von Christian Amberg

Mutig war es ohnehin, den 20-jährigen Florian Bittner beim Nachholspiel in Jena am Dienstag auf der rechten Seite verteidigen zu lassen. Der Abwehrspieler war erst im Januar als Talent zur SpVgg gekommen. Bislang kickte Bittner beim Bezirksoberligisten Starnberg, jetzt ist er gefragt im Abstiegskampf der Dritten Liga. Dass er in Jena 17 Minuten nach Beginn seiner Profikarriere am ersten Gegentreffer nicht unbeteiligt war, ließ Herrlich nicht unerwähnt. „Aber sonst hat er seine Sache ordentlich gemacht“, fügte der Trainer gleich an, „und er hat in den Tests sehr gut gespielt und sich seinen Einsatz verdient.“

Es ist vielleicht diese Art von Vertrauen, das die junge und zu Saisonbeginn unerfahrene Hachinger Mannschaft stark gemacht hat. Nun, da es nicht mehr rund läuft, rückt Herrlich von diesem System nicht ab. Das kommt bei den Spielern an, wie Markus Schwabl bestätigt: „Wir jungen Spieler haben eben Leistungsschwankungen, das gehört im Laufe einer Saison dazu. Aber wir lassen uns nicht aus der Konzentration bringen und verlieren nicht die Nerven.“

So bleibt Bittner auch beim Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen den SV Babelsberg 03 in der ersten Elf. Schwabl – der mit seinen 21 Jahren und 46 Drittliga-Einsätzen schon zu den erfahrenen Haching-Spielern zählt – bleibt auf der Sechser-Position. Dorthin hatte ihn Herrlich angesichts des langen Ausfalls von Roland Sternisko (Kreuzbandriss) beordert und Neuzugang Bittner an seiner Stelle auf die rechte Abwehr-Seite gestellt. Keine Panik, auch wenn die sportlichen Erfolgserlebnisse fehlen und das Experiment im ersten Anlauf nicht zu hundert Prozent klappte.

Herrlich bleibt seiner Linie treu, den jungen Spielern Fehler zu gestatten – obwohl er weiß, dass die Luft dünner wird. „Wir sind hinten momentan nicht so sattelfest wie in der Vorrunde“, weiß er. Und auch er kennt „die Schwankungen der jungen Spieler“, die dummerweise seit einiger Zeit „im Kollektiv passieren“. Mutig ist es allemal, allen weiter das Vertrauen zu geben, auch wenn dringend Punkte her müssen. Denn ruhiges Arbeiten und ein nachsichtiger Führungsstil sind in der Endabrechnung im Gegensatz zu Punkten und Toren eben doch uninteressant.

Klar ist, dass die Hachinger gegen Babelsberg (als Tabellen-Vierzehnter zwei Plätze und einen Punkt besser platziert als die SpVgg) zurück in die Erfolgsspur müssen. „Wir müssen unsere PS wieder auf die Strecke bringen“, sagt Herrlich. Bei den Spielern wie Schwabl ist die Botschaft angekommen: „Wenn der Druck größer wird, steigt auch die Verunsicherung, wir brauchen ein Erfolgserlebnis. Aber wir spielen so weiter wie bisher. So haben wir auch gespielt, als es gut lief. Ich bin hundertprozentig überzeugt, dass wir unser Saisonziel Klassenerhalt schaffen werden.“

SpVgg: Riederer – Bittner, Ziegler, Drum, Stegmayer – Prokoph, Schwabl, Thiel, Bigalke – Niederlechner, Tunjic.

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