Trainerwechsel beim TSV Eching

Kalichman: „Diese Wechselhaftigkeit hat Nerven gekostet“

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Willi Kalichman (47): „Ich werde erst einmal einen Reset im Kopf machen.“

Eching – Schluss, aus, vorbei: Am Montag endete die Trainerzeit von Willi Kalichman bei den Landesliga-Fußballern des TSV Eching. Im Interview mit dem FT gewährt der 47-Jährige tiefe Einblicke in sein Seelenleben.

-Wie haben Sie die Entscheidung des Vereins aufgenommen?

Kalichman: Im Endeffekt habe ich nach dem Geretsried-Spiel damit gerechnet. Da habe ich mich mit den Vereinsfunktionären in einem regen Austausch befunden, und wir wussten, dass es nicht mehr so recht funktioniert hat. Ich habe die Entscheidung dann positiv aufgenommen und war nicht überrascht.

-Sind Sie enttäuscht von der Mannschaft, die so wechselhaft gespielt hat wie kein anderer Landesligist?

Kalichman: Natürlich ist da schon eine Enttäuschung da. Die Spieler haben mich mit der Geretsried-Leistung schon etwas beerdigt. Ich habe viel investiert und immer das Ziel des gemeinsamen Erfolgs gesehen. Beim 0:4 in Geretsried musste ich dann mit ansehen, dass manche Spieler leblos auf dem Platz herumgekrebst sind, aber das waren nicht alle. Nach dem tollen 0:0 gegen Landshut hatten wir eine gute Trainingswoche – und Geretsried war dann wieder nur 30 Prozent TSV Eching.

-Woher kommen diese Schwankungen?

Kalichman: Ich habe da auch keine Antwort. Dafür müsste man in die Köpfe der Spieler hineinsehen können. Es ist eigentlich untypisch, nach einem starken Spiel wie gegen Landshut so eine Leistung zu bringen. Diese Wechselhaftigkeit hat mich viele schlaflose Nächte und Nerven gekostet. Gewisse Spielertypen sind zu bequem und überwinden nicht den inneren Schweinehund. Manche können oder wollen das nicht. Eine Mannschaft, die über den Kampf kommt, darf aber keine Sekunde lang nachlassen. Man muss jedoch auch sehen, dass das Team die ganze Saison über immer wieder umgestellt werden musste. Es haben immer wieder besonders wichtige Leistungsträger gefehlt.

-Was muss nun beim TSV Eching besser werden?

Kalichman: Ganz klar die Einstellung! Es gibt in der Mannschaft keinen, der alles spielerisch lösen kann. Die Akteure müssen sich auf die wichtigen Dinge konzentrieren, die Zweikämpfe annehmen und ihren Mitspielern helfen. In Geretsried waren nicht alle voll beider Sache.

-Wie geht es weiter mit dem Trainer Willi Kalichman? 

Kalichman: Ich werde jetzt erst einmal die Ruhe genießen und einen Reset im Kopf machen. Die Arbeit hat Spaß gemacht – aber auch viel Kraft gekostet. Dann kann es sein, dass ich zur neuen Saison wieder irgendwo als Trainer auftauche. Ich mache jedoch nur etwas, wenn ich von der Aufgabe auch voll überzeugt bin. Aber man wird mich sicher wieder an einem Fußballplatz sehen.

Interview: Nico Bauer

Quelle: fussball-vorort.de

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