Kamerad Wich packt seine Sachen

„Es war eine geile Zeit in Heimstetten.“ Alexander Wich, kompromissloser Abwehrspieler.

Heimstetten - Es wird viel gerätselt um den Grund für die plötzliche Erfolgswelle, auf der der Bayernligist SV Heimstetten gerade schwimmt. Auch Alexander Wich hat sich Gedanken gemacht. Der Außenverteidiger des SVH beendete mit dem Trainerwechsel seine Karriere als Fußballer.

Nicht etwa, weil ihm der neue Coach Rainer Elfinger nicht zusagt oder er sich in Solidarität mit dem alten Trainer Claus Schromm üben wollte. Wich will sich auf seine Karriere bei der Bundeswehr konzentrieren.

„Das stand schon vor dem Trainerwechsel fest“, sagt er. Er verfolgte am Spielfeldrand aber die aufmerksam die Partien und seine Expertise lautet: „Uns hat damals einfach ein Erfolgserlebnis gefehlt. Wir waren auch unter Schromm des Öfteren drauf und dran, den Bock umzustoßen. Elfinger hat jetzt offenbar einfach einen neuen Impuls gegeben. Es spielen ja im Prinzip keine anderen Leute.“

Auf Wichs Meinung muss der SVH fortan verzichten. Am Samstag wurde er offiziell verabschiedet, Manager Michael Matejka überreichte ihm einen Fanschal des Clubs und ein Trikot mit seiner Nummer 14, auf dem der scheidende Kicker seine Kameraden mit dickem Filzstift unterschreiben ließ. „Es war eine geile Zeit hier. Die beiden Halbspielzeiten am Anfang und jetzt am Ende zähle ich nicht dazu. In den beiden Jahren dazwischen sind wir aus der Landesliga aufgestiegen und haben im Folgejahr den Abstieg in letzter Sekunde vermieden. Langweilig war es hier nie“, sagt Wich und grinst.

In der Winterpause 2008 kam der 26-jährige Berufssoldat zum SVH, als er wegen seines Betriebswirtschaftsstudiums nach München versetzt wurde. Davor kickte er für den Landesligisten SpVgg Selbitz. Innerhalb kürzester Zeit avancierte er hinter den Schmitt-Brüdern zum Leader der Mannschaft. Wich war für die Kameradschaft innerhalb der Truppe verantwortlich, schon Schromm sagte, dass er aus menschlicher Sicht kaum wegzudenken sei. Zum ersten Januar wird er wieder versetzt, wohin, das wisse er noch nicht genau. „Er wird uns fehlen, als Mensch, mir persönlich als Freund, aber auch als Spieler“, sagte Michael Matejka.

Wich gilt nicht als Filigran-Techniker, aber als kompromissloser Abwehrspieler mit stets vorbildlicher Einstellung. Die wenigen Wochen ohne Fußball hat er gut weggesteckt. „Ich mache trotzdem viel Sport, gehe mal zum Klettern oder in die Berge. Was mir fehlt, ist der Samstag, der Ablauf eines Spieltages in der Bayernliga, den jeder so für sich hat.“ Was ist mit den Kameraden? „Zu denen habe ich sowieso Kontakt. Die Beziehung zu einigen Spielern besteht aus deutlich mehr als nur aus Flanke und Kopfball“, sagt Wich.

Abschließend bringt Wich noch eine neue Theorie in den Umlauf, warum der SV Heimstetten plötzlich von Sieg zu Sieg eilt. „Ist euch schon einmal aufgefallen, dass die Jungs gewinnen, seitdem ich nicht mehr dabei bin?“ Dazu muss man noch etwas über Wich wissen: Er war immer auch für eine gehörige Portion Spaß innerhalb der Mannschaft zuständig.

Matthias Vogel

Quelle: fussball-vorort.de

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