Jahreshauptversammlung: Kein neuer Haching-Präsident in Sicht

SpVgg-Präsident Engelbert Kupka ist auf der schwierigen Suche nach einem Nachfolge und einem potenten Sponsor. Foto: rmf

SpVgg Unterhaching – Engelbert Kupka musste sich anstrengen, um die kleine Plastikverpackung der Gummibärchen aufzubekommen.

Von Robert M. Frank

Der Präsident der SpVgg Unterhaching schaffte es dann doch noch und überreichte sie seinem Nebenmann Can Cobanoglu. Sowohl Kupka als auch der vor kurzem ins Amt berufene Vizepräsident hatten bei der Jahresversammlung der SpVgg Unterhaching gelegentlich Nervennahrung nötig. Denn bei der Versammlung der Vereinsmitglieder im VIP-Haus im Sportpark mussten sich die Verantwortlichen mit der einen oder anderen Diskussion auseinandersetzen. Und das, obwohl der wichtigste Punkt, die Wahl eines neuen Präsidiums, ausgespart und laut Kupka mangels aktueller Nachfolger auf das Frühjahr 2012 verschoben wurde.

Nach der Entlastung des Präsidiums für das Geschäftsjahr 2010/2011 bis zum 30. Juni diesen Jahres ging es schnell weiter zu den nächsten Tagesordnungspunkten. Doch weit vor den abschließenden Ehrungen für verdiente Vereinsmitglieder sorgten die Auftritte der Verantwortlichen für Gesprächsstoff. Den Anfang machte Kupka selbst. Der seit 38 Jahren amtierende Präsident versuchte die finanzielle Lage des Vereins zu beschwichtigen. „Wir stehen nicht vor dem Ruin“, betonte der 72-Jährige.

Die Diskussion um die Verschiebung der Neuwahlen des Vorstands begründete Kupka mit der aktuell schwierigen Situation bei der Suche nach Sponsoren und einen passenden Nachfolger. „Wir müssen erst einmal alles konsolidieren, um danach den Stab abzugeben.“

Mit seiner vorgetragenen Vision des „Modellvereins für Integration“ versuchte Kupka vor den rund 200 versammelten Mitgliedern den Bogen zu Cobanoglu zu spannen. Der vor einigen Wochen neu ernannte Vizepräsident der Rot-Blauen und ehemalige Manager der türkischen Fußball-Nationalmannschaft eröffnete seine Rede auf Deutsch mit den Worten „Ich begrüße Euch recht herzlich…“, setzte denn auf türkisch fort und ließ sich übersetzen. Die Frage, ob ein deutsch-türkisches Projekt passe, beantwortete der 55 Jahre alte ehemalige Generalmanager des türkischen Erstligisten Denizlispor so: „Ich weiß, wie Sport die Völker zusammenbringen kann.“

Ein Thema war auch Erich Lejeune, der zuletzt als möglicher Vereinspräsident aufgetaucht war. „Er ist immer willkommen. Wenn er kommt und uns hilft – jederzeit“, so Anton Schrobenhauser über Lejeune, der zu Erstligazeiten Hauptsponsor bei den Hachingern war. Allerdings hätte der Schatzmeister von Lejeune nach einem fünf Stunden andauernden Gespräch mehr oder weniger eine Absage als alleiniger Hauptsponsor bekommen. „100 000 oder 200 000 Euro reichen halt nicht“, sagte Schrobenhauser.

Neben den finanziellen Aspekten kamen auch die für den sportlichen Bereich Verantwortlichen zu Wort. Trainer Heiko Herrlich sprach in seiner Rede von „erstligareifen Trainingsbedingungen“ in Unterhaching und dozierte über seine eingeforderte Siegermentalität. Die jüngste Schwächeperiode Hachinger Mannschaft soll bald der Vergangenheit angehören. „Ich erwarte wieder den Hunger, die Spiele zu entscheiden“, sagte der Ex-Bundesligaprofi in Richtung der zahlreich erschienen Profis.

Die hungrigen Mägen der Mitglieder wurden bei der Mitgliederversammlung mit Brezn und Suppe jedenfalls gestillt. Die Mitglieder dürften aber in Zukunft weiterhin ein starkes Verlangen haben: nach Antworten auf die vielen unbeantwortet gebliebenen Fragen.

Quelle: fussball-vorort.de

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