Knackt FC Pipinsried auch den kriselnden VfB Eichstätt?

Torgefährlicher Strippenzieher: Qemajl Beqiri ist aus der Pipinsrieder Offensive nicht mehr wegzudenken. Foto: kra

FC Pipinsried - Im letzten Spiel des Jahres empfängt der FC Pipinsried den kriselnden VfB Eichstätt (Sonntag, 14 Uhr).

Eigentlich herrscht im Dachauer Hinterland eitel Sonnenschein, trotz des November-Nebels. Doch wenn FCP-Trainer Jürgen Schäfer auf die 1:2-Hinspielpleite in der Domstadt zu sprechen kommt, verdüstert sich sein sonst so fröhliches Gemüt.

„Wenn ich nur daran denke, werde ich stinksauer“, berichtet Schäfer über seine Erinnerungen an die Vorrunden-Partie: „Es war unsere schlechteste Saisonleistung“, legt er nach. „Ich vertraue darauf, dass die Mannschaft das ausbügeln will.“

Zumal sich die Eichstätter mitten in einer veritablen Krise befinden: Die 0:3-Heimniederlage gegen den TSV Landsberg war das vierte sieglose Spiel der Grün-Weißen in Folge. Die Stimmung in der Universitätsstadt ist schlecht: „Baustellen, wohin man blickt“, jammert ein Insider der Altmühltaler. Ihr Torwart, so klagen einige Fans, sei immer für einen Fehlgriff gut. Und die Offensiv-Abteilung des VfB hat es in 21 Partien auf bescheidene 23 Treffer gebracht, nur drei Teams trafen seltener. Trotzdem liegt die Elf von Trainer Jürgen Steib noch auf Rang zehn, nur ein Pünktchen fehlt zu einem Bayernliga-Platz.

„Wir dürfen die Eichstätter auf keinen Fall unterschätzen“, warnt denn auch Konrad Höß. Der Pipinsrieder Vereinspräsident will auf keinen Fall mit einer Niederlage in die Winterpause gehen, denn so schnell wird es für seine Mannen kein Erfolgserlebnis mehr geben. Der FCP hat, wie schon im vergangenen Jahr, die Teilnahme an der schwäbischen Hallenmeisterschaften abgesagt. „Der Trainer wollte das so“, berichtet der Vereinslenker. Dabei wäre der FCP mit seinen vielen Edeltechnikern geradezu prädestiniert für einen gepflegten Kick in der Halle. „Schäfer möchte die vielen Angeschlagenen schonen“, erklärt Höß. Klar, dass er sich nach den Vorgaben seines sportlichen Vorarbeiters richtet.

Ob er dessen weitere Wünsche erfüllt, lässt der Siebzigjährige allerdings offen: „Der Trainer schaut noch nach einem Torhüter“, erzählt Höß, schiebt aber gleich nach: „Doch ich werde sicherlich nicht auf große Einkaufstour gehen.“ Die Mannschaft sei gut und habe sein Vertrauen. Ebenso wie der Trainer, über den ja eine Zeit lang spekuliert wurde, dass er zur Winterpause seine Siebensachen packen könnte. Jetzt bekräftigt Höß: „Es gibt keinerlei Grund, Schäfer zu ersetzen“.

Kein Wunder, hat der 47-Jährige doch 18 Zähler aus neun Partien geholt, dabei nur einmal verloren. Die Gelb-Blauen stehen auf einem hervorragenden dritten Platz, punktgleich mit dem haushohen Favoriten, dem BC Aichach. Nur die U 23 des SV Wacker Burghausen ist etwas entfleucht. Und der Scheyerer dürfte vermutlich eine günstigere Lösung für den sparsamen FCP-Boss darstellen als so mancher Ex-Profi, der sich in den letzten Wochen angeboten hat. Darüber hinaus „lebt Schäfer für den Verein“, hat Höß erkannt - ein wichtiges Kriterium für den Vorsitzenden. Außerdem lebt der Scheyerer im Hier und Jetzt - ihn interessiert vorerst nur das Sonntagsspiel. Über die Aufstellung wird er sich noch in der Nacht zum Sonntag Gedanken machen, kündigt er an. Wobei er eigentlich keinen großen Grund sieht, sein erfolgreiches Team groß zu ändern. Einzig auf der Position hinten links würde es sich anbieten, Linksfuß Manfred Leidenberger wieder von Anfang an zu bringen. Zumal der frühere Junglöwe schon die zweite Woche nach seiner langwierigen Knieverletzung gut trainieren konnte. Die Innenverteidigung bilden erneut Dominik Sandner und Erkan Atilgan. Hinter den Spitzen wird wieder Qemajl Beqiri die Fäden ziehen. Der Kosovare ist unter Schäfer zum Torschützen Nummer eins mutiert ist. Wie kommt´s? „Es gibt ein Zauberwort“, verrät der Blondschopf; „Vertrauen.“ (kra)

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Kommentare