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Mürböck nimmt Abschied: Das letzte Kapitel einer Liebesgeschichte

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Kopfball-King Karl: Der Kapitän nimmt mit einem Match einer All-Star-Auswahl gegen seinen BCF Wolfratshausen heute Abschied von den Farchetern. FOTO: LIPPERT

BCF Wolfratshausen - Mit einem Match einer All-Star-Auswahl gegen das aktuelle Farcheter Landesligateam verlässt Kapitän Karl Murböck am morgigen Freitag den BCF Wolfratshausen. Damit endet eine Ära, in der der lange Lenggrieser dreimal aufgestiegen ist.

von Heinz Richter

Farchet – Man könnte fast sentimental werden, wenn Murböck am morgigen Freitag zu seiner allerletzten Partie für den BCF Wolfratshausen ins Isar-Loisach-Stadion einläuft. Über 40 frühere Wegbegleiter (siehe Kasten unten) haben ihr Kommen zugesagt. Gegner des „Murböck-AllStar-Teams“ ist die aktuelle Landesligatruppe der Farcheter mit ihrem neuem Trainer Steffen Galm.

Viele Vereine haben eine Symbolfigur. Für den BCF ist es Karl Murböck. Der „Lange“, wie sie den kantigen, 1,98 Meter großen Kapitän in Farchet nennen, verkörpert wie kaum ein anderer Aktiver den Aufstieg des BCF aus den Niederungen des Amateurfußballs. Seine Führungsqualitäten, sein unbändiger Kampfgeist und seine, trotz der Größe gute Technik ließen den Isarwinkler zum Liebling der Fans werden – und mitunter zum Feindbild der Kontrahenten.

Mürböck war der erste Vertragsamateur beim BCF

Seit dem 10. Oktober 2000 – er war der erste Vertragsamateur beim BCF – schnürt Murböck die Fußballschuhe für den Klub. Er sei stolz darauf, dass er fast elf Jahre lang habe mithalten können, sagt der 32-Jährige. Zwar neigt er nicht zur Sentimentalität, doch werden ihm während des Abschiedsspiels sicher auch Erinnerungen an die besten Momente seiner Karriere durch den Kopf gehen. Jenen Kopf, mit dem er die meisten seiner Treffer für die Farcheter erzielte.

Murböcks Karriere als Fußballer startete durch, als ihn Andi Brunner 1999 vom Kreisklassisten Lenggrieser SC zum TuS Geretsried in die Nach dem Bayernliga-AufstiegLandesliga lotste. Als Brunner 2000 nach Farchet wechselte, folgte Murböck seinem Coach. Es war zwar zunächst ein Schritt zurück in die Bezirksliga, aber dann ging es Schlag auf Schlag nach oben: Aufstieg in die Bezirksoberliga, Durchmarsch in die Landesliga, und zwei Jahre später am Samstag, 5. Juni 2004, um 19.54 Uhr wurde der „Traum in Grün-Weiß“ wahr: In Ingolstadt besiegte der BCF nach 120 dramatischen Minuten die SG Quelle Fürth mit 3:2. Karl Murböck selbst hatte in der 35. Minute die Fürther Führung zum 1:0 ausgeglichen. Wie? Natürlich mit dem Kopf. „Der Aufstieg in die Bayernliga war für mich ein Wahnsinnserlebnis“, meint der Lenggrieser in der Rückschau. Nach einem Jahr allerdings ging’s wieder hinunter in die Landesliga.

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Nach dem Bayernliga-Aufstieg

BCF Wolfratshausen 2010/2011: Die Noten der einzelnen Spieler

Jetzt sagt Karl Murböck Servus, was der neue BCF-Trainer Steffen Galm bedauert. „Murböck ist ein Spielertyp, der überall gesucht wird. Leider werden solche Typen immer seltener.“ Immerhin darf der BCF seine Galionsfigur in Teilen behalten: Murböck hat längst die Trainerlaufbahn eingeschlagen und schult am DFB-Stützpunkt in Wolfratshausen Nachwuchskicker der Region. Vielleicht ist darunter auch ein Talent, das eines Tages seine Nachfolge beim BCF Wolfratshausen antritt.

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